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Maputo

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Maputo. Für die gleichnamige Provinz siehe Maputo (Provinz)
Maputo
Landesflagge Maputos Vorlage:Imagemap Mosambik1
Die Skyline von Maputo
Basisdaten
Fläche: 346,77 km²
Einwohner: 1.094.315 (15. August 2007)
Bevölkerungsdichte: 3648/km2
Geografische Lage: 25° 58′ S, 32° 35′ O-25.96555555555632.588611111111Koordinaten: 25° 58′ S, 32° 35′ O
Zeitzone: UTC+2
Postleitzahlen: 1100
Vorwahl: +258 21
ISO 3166-2: MZ-MPM
Website: www.cmmaputo.gov.mz/
Politik
Presidente do Conselho Municipal David Simango (Frelimo)
Governadora da Cidade de Maputo: Lucília José Manuel Nota Hama
Blick auf Maputo
CFM Hauptbahnhof von Maputo fotografiert 1988

Maputo (bis 1975 Lourenço Marques, 1975–1976 Cam Phumo) ist die Hauptstadt von Mosambik. Die Stadt Maputo bildet eine eigene Verwaltungseinheit, Maputo Cidade, die umgebende Provinz Maputo ist seit 1998 verwaltungstechnisch von der Landeshauptstadt getrennt und besitzt eine eigene Provinzhauptstadt, Matola.

Die Stadt Maputo liegt an der Maputo-Bucht am Indischen Ozean und hat nach offiziellen Angaben 989.386 Einwohner (Volkszählung 1997); da viele Menschen in den informellen Siedlungen, Slums und Obdachlose bürokratisch nicht erfasst sind bzw. über keine Aufenthaltserlaubnis verfügen, dürfte die Zahl in Wirklichkeit weit höher liegen. Laut Schätzungen waren es Anfang 2004 1.073.938 Einwohner (2006: 1.200.000, Agglomeration 1.800.000). In Maputo befinden sich das katholische Erzbistum Maputo, ein anglikanischer Bischofssitz und zwei Universitäten.

Geografie

Die Stadt liegt an der Westseite der Maputo-Bucht, die 95 km lang und 30 km breit ist, im äußersten Süden des Landes. In Maputo mündet der Fluss Tembe in den Indischen Ozean, während der Fluss Maputo im Süden der Bucht ebenfalls in den Indischen Ozean mündet.

Herausragendes Bauwerk ist die alte portugiesische Festung aus dem Jahr 1787.

Geschichte

Im Jahre 1544 besetzten Portugiesen die Delagoa-Bucht (Delagoa Bai), auf die sie Anspruch erhoben und sie erkundeten. Allerdings erfolgte keine dauerhafte Inbesitznahme, so dass es zu keiner Besiedlung oder Befestigung kam. 1721 gründeten die Niederländer mit Fort Lydsaamheid eine Niederlassung an der Delagoa-Bucht am Ort des heutigen Maputo. Das Gebiet zwischen Sabi und Limpopo hatte bisher, abgesehen von sporadischen Vorstößen einiger Elfenbeinhändler oder Missionare, außerhalb der portugiesischen Einflusszone gelegen. 1730 gaben die Niederländer ihre Siedlung aber wieder auf. 1777 wurde die Delagoa-Bucht zu einer österreichischen Kolonie.

Lourenço Marques um 1905

Zwischen 1778 und 1781 kam es wieder zu einer europäischen Ansiedlung, als ein Engländer in österreichischen Diensten eine Faktorei gründete. 1781 gründeten die Portugiesen eine Handelsstation, die als Stützpunkt für den Elfenbeinhandel und als Ankerplatz für Walfänger diente. 1787 begann der Bau der Festung, die 1796 durch französische Truppen weitgehend zerstört wurde. 1869 wurde ein Grenzvertrag mit dem Burenstaat Transvaal geschlossen. Die Delagoa-Bucht wurde der portugiesischen Kolonie Mosambik zugeschlagen.

Im Jahre 1875 wurde Lourenço Marques als neue Stadt in der Delagoa-Bucht gegründet. Die Stadt trägt den Namen eines portugiesischen Händlers, der die Region 1544 als erster Vertreter der späteren Kolonialmacht Portugal erforscht hatte. 1887 bekam Lourenço Marques die Stadtrechte. 1895 wurde eine Eisenbahnlinie nach Pretoria in Südafrika gebaut, was der Stadt zu schnellerem Wachstum verhalf und zur Hauptstadt von Portugiesisch-Ostafrika bzw. Moçambique avancieren ließ. Von 1904 bis 1936 verkehrte in der Stadt eine elektrische Straßenbahn (Tramways Eléctricos de Lourenço Marques).

Nach der Unabhängigkeit Mosambiks von Portugal im Jahre 1975 wurde die Stadt zuerst in Cam Phumo und dann am 3. Februar 1976 in Maputo umbenannt. Seit der Befriedung von Mosambik ab 1992 erlebte Maputo ein stetiges wirtschaftliches Wachstum, wobei seitdem ein Geschäftszentrum mit mehreren modernen Hochhäusern errichtet wurde. Am 22. März 2007 kamen bei der Explosion eines Waffenlagers in einem Außenbezirk der Stadt 96 Menschen ums Leben. 2010 kam es aufgrund von Nahrungsmittelknappheit zu schweren Unruhen in der Stadt.

Wirtschaft

Maputo hat einen modernen Hochseehafen, durch den Kohle, Baumwolle, Zucker, Chrom, Sisal, Kopra und Hartholz exportiert werden.

In der Stadt selbst werden Zement, Töpfereiprodukte, Möbel, Schuhe und Gummi produziert. Sie verfügt auch über ein großes Aluminium-Werk (Mozal) und eine Erdölraffinerie in Matola.

Die feinsandigen Strände der Stadt ziehen zahlreiche Touristen an.

Verkehr

Der öffentliche Nahverkehr in Maputo wird hauptsächlich mittels Minibussen organisiert, die hier Chapas genannt werden. Die drei wichtigsten Busstationen der Stadt sind Baixa im Zentrum der Stadt, Museu (Museum) und Junta (für regionale und nationale Busse). In Maputo existierte bereits ab 1904 eine der ersten Straßenbahnen auf dem afrikanischen Kontinent. Mit dem Aufkommen von Autos und Bussen verlor sie jedoch immer mehr an Bedeutung, bis sie 1975 ganz eingestellt wurde. Die Straßenbahnschienen sind noch heute an einigen Stellen im Straßenbild von Maputo zu sehen.

Der Maputo International Airport ist der wichtigste Flughafen in Mosambik. Mit der Eröffnung des neuen Terminals im Jahr 2010 wurde die Kapazität auf derzeit 900.000 Passagiere pro Jahr gesteigert.

Kultur

In Maputo hat die 1962 gegründete staatliche Universität von Mosambik, benannt nach dem Freiheitskämpfer Eduardo Mondlane, ihren Hauptsitz. Weiterhin gibt es die Pädagogische Universität Maputo.

Es gibt auch ein Museum zur Geschichte des Landes sowie ein Militärmuseum. Im in Maputo ansässigen Theater Teatro Avenida arbeitete Henning Mankell als Intendant und gelegentlich auch als Regisseur. Sehenswert ist aber vor allem der Bahnhof von Maputo, entworfen und gebaut von Gustave Eiffel.

Eine kulturelle Institution von Maputo ist der Künstlerverband Associação Núcleo de Arte. Der Verband sitzt in einer alten Villa im Zentrum der Stadt, in der regelmäßig Ausstellungen veranstaltet werden. Er hat das kulturelle Leben von Mosambik in den letzten Jahrzehnten stark beeinflusst. Zwei bekannte zeitgenössische Künstler des Landes, Malangatana Ngwenya und Alberto Chissano, begannen hier ihre Karrieren. Über die Grenzen von Mosambik hinaus wurde der Associação Núcleo de Arte für das Projekt Transforming Arms into Art bekannt, bei dem Künstler Skulpturen aus Waffen fertigten, die aus dem Bürgerkrieg stammten.[1]

Klimatabelle

Maputo
Klimadiagramm
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26
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28
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90
 
29
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Maputo
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,7 29,7 29,1 28,1 26,5 24,6 24,5 25,4 26,3 27,0 28,0 29,2 Ø 27,3
Min. Temperatur (°C) 21,9 21,9 21,1 19,3 16,4 14,1 13,9 15,0 16,7 18,4 19,9 21,1 Ø 18,3
Niederschlag (mm) 141 128 93 63 27 28 16 14 35 53 82 90 Σ 770
Sonnenstunden (h/d) 7,8 7,9 7,8 7,6 8,5 8,4 8,5 8,4 7,7 6,8 6,6 7,4 Ø 7,8
Regentage (d) 8 8 8 5 3 2 2 2 3 6 8 7 Σ 62
Wassertemperatur (°C) 27 27 26 25 24 23 23 23 23 23 24 25 Ø 24,4
Luftfeuchtigkeit (%) 72 74 75 74 71 71 70 70 70 72 72 72 Ø 71,9
T
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t
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21,9
29,7
21,9
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26,5
16,4
24,6
14,1
24,5
13,9
25,4
15,0
26,3
16,7
27,0
18,4
28,0
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29,2
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Rainer Grajek: Berichte aus dem Morgengrauen. Als Entwicklungshelfer der DDR in Mosambik. Bücherwerkstatt und Verlag Vallentin, Großbothen 2005, ISBN 3-938294-06-X. (enthält auch eine Darstellung der Geschichte der Delagoa-Bucht und Maputos)

Weblinks

 Commons: Maputo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kunst aus Landminen Bericht der Deutschen Welle über das Kunstprojekt. Abgerufen am 10. Oktober 2012.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Maputo aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.