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Major

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Major (Begriffsklärung) aufgeführt.
Major
Datei:DH251-Major.png

Dienstgradabzeichen eines Majors der Bundeswehr am Dienstanzug

Dienstgradgruppe Stabsoffiziere
NATO-Rangcode OF-3
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Major
Dienstgrad Marine Korvettenkapitän
Abkürzung (in Listen) Maj (M)
Besoldungsgruppe A13 nach BBesO

Major ist ein militärischer Dienstgrad verschiedener Länder. Er gehört zur Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere.

Historisches

Major heißt Vorsteher, Oberer. Dieses Wort wurde im 16. Jahrhundert aus dem Spanischen „mayor“ (zu deutsch: größer, höher) abgeleitet, was seinerseits aus dem Lateinischen, „maior“ oder „maius“, wo es die Bedeutung größer, stärker, bedeutender hat, kommt. Auf demselben Weg leitet sich das deutsche Wort Meier ab, das ursprünglich einen Gutsverwalter bezeichnete.

Der Major war ursprünglich der Regimentsmeier, d.h. derjenige, der in einem Regiment für die täglichen Verwaltungsaufgaben zuständig war. Er war zudem für die Inspizierung der Feldwachen verantwortlich, daher die ältere Bezeichnung Feldwachtmeister analog dem Wachtmeister bei der Kompanie. Da er direkt dem Regimentschef, d.h. dem Obristen unterstand, wurde auch die Bezeichnung Obristwachtmeister bzw. Oberstwachtmeister üblich. Als die Infanterieregimenter in Bataillone unterteilt wurden, war der Major meist Kommandeur eines Bataillons.

Die Rangfolge in der Führung eines Regiments war in absteigender Reihenfolge Oberst - Oberstleutnant - Major. Diese Reihenfolge muss aus der geschichtlichen Entwicklung der Rangbezeichnungen begriffen werden. Folgende Rangbezeichnungen gab es ab dem 17. Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich in den einzelnen Führungsebenen in absteigender Reihenfolge:

Heer General bzw. Feldmarschall
Generalleutnant bzw. Feldmarschallleutnant
Generalwachtmeister
Regiment Obrist
Obristleutnant
Obristwachtmeister
Kompanie Hauptmann/Rittmeister
Leutnant
Wachtmeister/Feldwebel

Im 18. Jahrhundert verdrängte der Titel „Major“ den Rang „Obristwachtmeister“. Sinngemäß wurde der Rang „Generalwachtmeister“ durch Generalmajor ersetzt.

In der preußischen Armee wurden Hauptleute, die es nicht zum Stabsoffizier gebracht, sich aber ansonsten bewährt hatten, mit dem Charakter eines Majors („Charaktermajor“) verabschiedet, das heißt, sie erhielten das Ruhegehalt eines Hauptmannes, durften sich aber Major nennen. Die oft lange Wartezeit bis zur Beförderung zum Major bezeichnete man auch scherzhaft als Majorsecke.

Deutschland

Bundeswehr

Datei:251-Major.png
Major der Pioniertruppe
Datei:Luftwaffe-251-Major.png
Major der Luftwaffe
Datei:17 - kkpt.GIF
Korvettenkapitän

Der Major (Abk.: Maj / in Listen: M) bezeichnet in Deutschland einen Soldaten im niedrigsten Offizierdienstgrad innerhalb der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere des Heer bzw. der Luftwaffe (Bundeswehr). Bei der Deutschen Marine heißt der entsprechende Dienstgrad Korvettenkapitän. Im Sanitätsdienst der Bundeswehr sind der Oberstabsarzt, Oberstabsapotheker und Oberstabsveterinär ranggleich. Er trägt Eichenlaub mit einem Stern und hat in der Regel einen Hochschulabschluss.

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee, Unteroffizieren mit Portepee und Offizieren, wie Leutnanten, Oberleutnanten sowie Hauptleuten Befehle erteilen.

Ernennung zum Major

  • Regulärer Aufstieg: Für die Beförderung zum Major ist die erfolgreiche Absolvierung des Stabsoffizierlehrganges (SOL) an der Führungsakademie der Bundeswehr notwendig. Die Beförderung zum Major ist nach neun Jahren seit Ernennung zum Leutnant zulässig (vgl. § 25 (2) SLV). Offiziere des fliegenden Personals und Offiziere, die als Kampfschwimmer/in oder im Kommando Spezialkräfte für besondere Einsätze verwendet werden, können zum Major bereits nach acht Jahren und sechs Monaten Dienstzeiten seit Ernennung zum Leutnant befördert werden (vgl. § 25 (4) SLV). Erfolgte die Einstellung bereits als Hauptmann, so kann nach zwei Jahren und sechs Monaten seit Ernennung zum Hauptmann und nach erfolgreicher Teilnahme an einem Stabsoffizierlehrgang eine Beförderung zum Major erfolgen (vgl. § 26 (6), Hr. 2 SLV).
  • Einstellung als Offizier mit Hochschulabschluss: Als Major kann eingestellt werden, wer (a) ein Masterstudium erfolgreich absolviert hat und über mindestens zwei Jahren und sechs Monaten einschlägige Berufserfahrung verfügt oder (b) die Befähigung zum Richteramt erlangt hat (= zweites juristisches Staatsexamen) oder (c) die Befähigung für eine Laufbahn des höheren Dienstes des Bundes erlangt hat oder (d) Dr.-Ing. (Doktor-Ingenieur) bzw. Dr. der Naturwissenschaften ist (vgl. § 26 (2), Nr. 2 SLV).

Verwendung und Besoldung

Altersgrenze

Als besondere Altersgrenze für Majore wurde die Vollendung des 59. Lebensjahres festgesetzt (vgl. § 45 (2) Nr. 3 SG).

Vorlage:DG BW ST

Nationale Volksarmee der DDR

Analog zur Bundeswehr bezeichnete der Dienstgrad des Majors in der NVA der DDR von 1956 bis 1990 den niedrigsten Offiziersrang der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere. Sein maritimes Pendant war ebenfalls der Korvettenkapitän der Volksmarine. Dieser Dienstgrad wurde in der Regel nur an Berufsoffiziere verliehen. Seine Verwendung entsprach in etwa der in der Bundeswehr. Das Dienstgradabzeichen bestand aus geflochtenen Schnüren, auf denen ein goldfarbener Offizierssterne angebracht waren.

Für Offiziere der NVA betrug die Regelstehzeit für die Beförderung vom Major/ Korvettenkapitän zum Oberstleutnant/ Fregattenkapitän fünf Jahre.

Dienstgrad
niedriger:
Hauptmann

Flag of NVA (East Germany).svg
Major
(Korvettenkapitän)
höher:
Oberstleutnant
Siehe auch

Dienstgrade der Nationalen Volksarmee, Offizierkorps

Reichsheer, Reichswehr und Wehrmacht

In Reichsheer, Reichswehr und Wehrmacht war der Major der niedrigste Offiziersrang der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere. Im NS-Ranggefüge entsprach dieser Dienstgrad dem Korvettenkapitän der Kriegsmarine beziehungsweise dem SS-Sturmbannführer oder SA-Sturmbannführer.

Datei:Major-sturmb.png
Tarnanzug Heer
           
Datei:Luftwaffe epaulette Major.svg
Luftwaffe Major/ Major (Ing)


Frankreich

In Frankreich lautet der vergleichbare Dienstgrad:

  • „Commandant“ bei Infanterie, den Pionieren und den Fernmeldern
  • „Chef d' escadron“ in der Kavallerie, der Artillerie, dem Transportwesen und der Versorgung
  • „Chef d'escadrille“ bei den Heeresfliegern

Er steht über dem Capitaine (dt.: Hauptmann) und unter dem Lieutenant-colonel (dt.: Oberstleutnant)

Österreich

Der Major ist Angehöriger der Laufbahngruppe der Offiziere. Sein Abzeichen besteht aus einem zwei Drittel goldenem Geflecht; der fünfeckigen Kragenspiegel mit einem sechszackigen goldenen Stern.

Die Verwendungsbezeichnung Major wird für Leitende Beamte (E1) der Exekutive in Österreich, dazu gehören Bundespolizei und Justizwache verwendet. Da es sich bei den genannten Wachkörpern um zivile Körperschaften handelt, die lediglich nach militärischem Muster organisiert sind, handelt es sich jedoch nicht um Polizeioffiziere, sondern sie führen lediglich Offiziersränge als Verwendungsbezeichnung. Im Übrigen ist ein direkter Vergleich mit den Dienstgraden des Bundesheeres nicht möglich, da in der Bundespolizei Aufgaben, die im militärischen Bereich einem niedrigrangigen Offizier zukommen, von hochrangigen dienstführenden Beamten (E 2a), also Angehörigen der mittleren Laufbahnebene, wahrzunehmen sind.

Schweiz

Der Major ist der unterste Grad in der Gruppe der Stabsoffiziere. Neben dem Grad Major gibt es den gleichrangigen Grad Major im Generalstab.

Zum Major kann befördert werden, wer seit mindestens acht Jahren Offizier ist, seit mindestens 4 Jahren als Hauptmann aktiv Dienst leistet, einen entsprechenden Vorschlag der Brigade erhalten und die nötigen Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen hat.

Eingesetzt werden die Majore meistens als Stellvertreter von Bataillons-, Abteilungs- oder Geschwaderkommandanten. Weiter als Stabschefs, S1, S2, S3, S4 oder S6 (Chefs der Führungsgrundgebiete Personelles, Nachrichten, Operationen, Logistik und Übermittlung/Informatik) in einem Bataillonsstab - oft als Doppelgrad Hptm/Maj ausgebildet, d.h. nach vier Jahren in der Funktion kann die Beförderung als Senioritätsauszeichnung vorgenommen werden. Schließlich werden Majore auch in den Führungsgrundgebieten der Stäbe von Brigaden, Territorialregionen und den Teilstreitkräften eingesetzt.

Ab dem Majorsgrad ist es möglich, zum Korps der Generalstabsoffiziere zu gehören (Maj i Gst).

Vorlage:Folgenleiste Grade Schweizer Armee Stabsoffiziere

USA

Datei:Army-USA-OF-03.svg
Rangab-zeichen US Army

Die United States Army, die US Air Force und das US Marine Corps kennen den Dienstgrad des Majors. In der Hierarchie steht dieser über dem Captain und unter dem Lieutenant Colonel. Die US-Soldstufe ist O-4, der NATO-Rangcode jedoch OF-3.

Ein Major ist vergleichbar im Rang mit einem Lieutenant Commander der US Navy und der US Coast Guard.

Vatikanstadt

Die Schweizergarde kennt den Rang des Majors durch ihre enge Verbundenheit zur Schweizer Armee ebenfalls.

Sonstiges

  • In der NATO hat der Major den Rangcode OF-3.
  • Die englische Bezeichnung lautet Major, in der Royal Air Force und anderen Commonwealth-Luftwaffen Squadron Leader („Staffelführer“)
  • Die französische Bezeichnung lautet Commandant oder Chef de Bataillon/Chef d'Escadron. Die französische Dienstgradbezeichnung Major entspricht dem Oberstabsfeldwebel der Bundeswehr.
  • In Festungen hieß die dem Major entsprechende Stellung Platzmajor, bei den Trommlern gab es den Tambourmajor.

Weblinks

 Wiktionary: Major – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen


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