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Lothar Hermann

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Lothar Hermann (geb. 1902; gest. Juli 1974 in Argentinien) war ein deutsch-jüdischer Holocaust-Überlebender, der maßgeblich dazu beitrug, dass Adolf Eichmann in Buenos Aires enttarnt und dingfest gemacht werden konnte.

Leben und Wirken

Lothar Hermann war ein deutscher Jude. Während der NS-Zeit wurde er im KZ Dachau interniert. Er selbst überlebte, während zahlreiche seiner Familienangehörigen von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Hermann in Argentinien. Als seine Tochter Silvia 16 Jahre alt war, verliebte sie sich in den damals 20-jährigen Klaus. Lothar Hermann, der inzwischen erblindet war, vermutete nach Recherchen, dass es sich bei Klaus um den Sohn von Adolf Eichmann handelte. Hermann gab diese Information an Fritz Bauer weiter, der zu diesem Zeitpunkt in Hessen, Bundesrepublik Deutschland, als Generalstaatsanwalt arbeitete und der diese Information seinerseits auf geheimem Weg an den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad weitergab. Mit Hilfe seiner Tochter Silvia konnte Lothar Hermann schließlich nachweisen, dass es sich bei Klaus' Vater Riccardo Klement in Wirklichkeit um Adolf Eichmann handelte. Agenten des Mossad beschatteten Adolf Eichmann nach anfänglichen Zweifeln und verbrachten ihn 1960 schließlich nach Israel, wo ihm 1961 der Prozess gemacht und er nach der Verurteilung 1962 hingerichtet wurde.

Aus Angst vor einem Racheakt floh Hermanns Tochter Silvia in die USA. Bis zu seinem Tod im Juli 1974 in Argentinien sah Lothar Hermann seine Tochter nie wieder.[1][2][3]

Film

Der Autor und Regisseur Raymond Ley verfilmte seine Recherchen über Lothar Hermann und Adolf Eichmann 2010 in dem Doku-Drama Eichmanns Ende - Liebe, Verrat, Tod.[4]

Auf Basis der mitgeschnittenen Verhöre und Verhandlungen von Adolf Eichmann erarbeitete Eyal Sivan 1999 den Dokumentarfilm Der Spezialist.[5]

Weblinks

Einzelnachweise


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Lothar Hermann aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.