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Lorenza Mazzetti

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Lorenza Mazzetti (2014)

Lorenza Mazzetti (* 26. Juli 1927 in Rom;[1]4. Januar 2020[2]) war eine italienische Regisseurin, Autorin und Malerin.

Leben

Lorenza Mazzettis Mutter starb kurz nach der Geburt und Lorenza und ihre Zwillingsschwester Paola wuchsen bei der Schwester des Vaters Cesarina (Nina) Mazzetti und ihrem Mann Robert Einstein, einem Cousin Albert Einsteins, und deren Töchtern Luce und Cici auf. Im August 1944 wurden Nina, Luce und Cici Einstein von einem Kommando der deutschen SS ermordet, ihr Onkel entkam der Mordaktion, er beging aber im Jahr darauf Suizid. Lorenza und Paola lebten von da an wieder bei ihrem leiblichen Vater bis zu dessen baldigem Unfalltod.[3][4]

Lorenza Mazzetti besuchte die Universität Rom und ging im Anschluss während der 1950er Jahre zur Vertiefung des Studiums an der Slade School of Arts nach London. Sie wurde Mitglied der Free-Cinema-Bewegung und realisierte einige Filme, die außerhalb Großbritanniens kaum zu sehen waren. Das bemerkenswerte Drama Together von 1956 erzählt dabei die Geschichte zweier Taubstummer. Ab 1959 war sie in ihrem Heimatland zurück und arbeitete an der Seite von Cesare Zavattini bei einigen von dessen Projekten mit. Als Regisseurin war sie hauptsächlich für Kurzfilme tätig; für zwei der in den 1960er Jahren populären Episodenfilme drehte sie Segmente. Mit ihrem schriftstellerischen Werk Il cielo cade, in dem sie ihre Kindheit aufarbeitete, gewann sie 1962 den Premio Viareggio. Es wurde im Jahr 2000 verfilmt.[5]

Später leitete sie das Kindertheater Puppett Theatre in Rom.[6]

Zeitlebens versuchten Lorenza und ihre Zwillingsschwester Paola, die Hinrichtung ihrer Tante und Cousinen aufzuklären.[7][8]

Lorenza Mazzetti starb am 4. Januar 2020 im Alter von 92 Jahren.

Filmografie (Auswahl)

  • 1961: Die Italienerin und die Liebe (Le italiane e l’amore) (eine Episode)

Veröffentlichungen

  • 1961: Il cielo cade

Dokumentarfilm

  • Friedemann Fromm: Einsteins Nichten – Die Geschichte vom Verlust und Überleben. Dokumentarfilm. 2017

Weblinks

Einzelnachweise

  1. AISE - Agenzia Internazionale Stampa Estero. Abgerufen am 5. Januar 2020.
  2. Morta la regista Lorenza Mazzetti, sopravvisse a strage nazista | Sky TG24. Abgerufen am 5. Januar 2020.
  3. Julius Müller-Meiningen: Das Drama ihres Lebens. Interview. In: Süddeutsche Zeitung, 24. August 2017, S. 9
  4. Julius Müller-Meiningen: Die Affäre Einstein. In: Badische Zeitung, 9. September 2017
  5. alte Version beim British Film Institute (Memento vom 27. Mai 2007 im Internet Archive)
  6. Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. I Registi. Gremese Editore, Rom 2002, S. 282
  7. Julius Müller-Meiningen: Die Affäre Einstein. In: Badische Zeitung, 9. September 2017
  8. Stefan Dosch: Einsteins Nichten. Die tragische Geschichte von zwei Schwestern. In: Augsburger Allgemeine, 23. August 2017


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Lorenza Mazzetti aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.