Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Łomża

Aus Jewiki
(Weitergeleitet von Lomza)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Łomża
Wappen von Łomża
Łomża (Polen)
Łomża
Łomża
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Podlachien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 35,2 km²
Geographische Lage: 53° 10′ N, 22° 5′ O53.16666666666722.083333333333Koordinaten: 53° 10′ 0″ N, 22° 5′ 0″ O
Höhe: 95 m n.p.m
Einwohner:

62.746
(30. Jun. 2015)[1]

Postleitzahl: 18-400
Telefonvorwahl: (+48) 86
Kfz-Kennzeichen: BL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WarschauBiałystok
SiedlceSuwałki
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Fläche: 35,2 km²
Einwohner:

62.746
(30. Jun. 2015) [2]

Bevölkerungsdichte: 1783 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2062011
Verwaltung (Stand: 2007)
Stadtpräsident: Jerzy Brzezinski
Adresse: Stary Rynek 14
18-400 Łomża
Webpräsenz: www.lomza.pl
Łomża

Łomża (Lomscha) ist eine Stadt im Powiat Łomżyński in der Woiwodschaft Podlachien, Polen am Fluss Narew.

Geschichte

Die Anfänge der Stadt sind mit dem fünf Kilometer östlich über dem Narew gelegenen Burgberg verbunden, wo Ende des 9. Jahrhunderts eine erste unbefestigte Siedlung entstand. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts gab es dort eine kleine Burg, die nach ihrer Zerstörung durch ein Feuer im 12. Jahrhunderts vergrößert und besser gesichert wieder aufgebaut wurde. In der Nähe wurde eine Siedlung angelegt, die heute den Namen Stara Łomża (Alt-Łomża) trägt. Nachdem durch die polnisch-litauische Union von 1386 die Gefahr aus dem Osten nachgelassen hatte, entschloss man sich – wohl aus wirtschaftlichen Gründen – dazu, die Siedlung zu verlegen und administrativ neu zu gliedern. Dieser Prozess wurde durch die Verleihung des Stadtrechts nach Kulmer Recht im Jahre 1418 abgeschlossen.

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert war Łomża eine der größten Städte Masowiens, mit dem zusammen es im Jahre 1526 als königliche Stadt an Polen fiel. Es war ein wichtiges Handelszentrum für Getreide und Holz in der Region. Mit den Überfällen der Schweden im 17. Jahrhundert (Sintflut) begann der Niedergang der Stadt, der sich bis zu den Teilungen Polens fortsetzte, bei denen die Stadt 1795 zu Preußen kam, um ab 1807 zum Herzogtum Warschau zu gehören. Nach dem Wiener Kongress fiel es dem russischen Teilungsgebiet Kongresspolen zu. Im 19. Jahrhundert entstand eine bescheidene Lebensmittel-, Leder- und Holzindustrie. Seit dem 16. Jahrhundert bis zum Holocaust entwickelte sich die Stadt zu einem großen jüdischen Zentrum. Um 1900 lag der Anteil der jüdischen Bevölkerung bei 53,8 %.[3]

Während des Ersten Weltkriegs wurde die Stadt 1917 von den Deutschen besetzt, die hier ein Internierungslager einrichteten. Umkämpft war Łomża auch im Polnisch-Sowjetischen Krieg 1919/1920. Im wieder entstandenen Polen gehörte es zur Woiwodschaft Białystok und erhielt 1925 einen Bischofssitz, allerdings setzte sich die Bevölkerung in jenen Jahren mehrheitlich aus Juden zusammen (ca. 56 % im Jahre 1939).

1939 wurde die Stadt in Folge des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts sowie des deutschen Überfalls auf Polen von der Sowjetunion besetzt und der Weißrussischen Sozialistische Sowjetrepublik angegliedert. Im Juni 1941 rückten die Deutschen im Zuge des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion ein und errichteten ein Ghetto für etwa 9.000 Juden, von denen sie über 3.000 erschossen und den Rest ins Vernichtungslager Treblinka deportierten. Die Stadt selber wurde dem Bezirk Bialystok angegliedert. Im Zuge der Kriegshandlungen wurde die Stadt weitgehend zerstört. Nach der Befreiung war Łomża im Nachkriegspolen von 1975 bis 1998 Sitz einer Woiwodschaft. Nach der Verwaltungsreform ist es nun eine Kreisstadt in der Woiwodschaft Podlachien.

Sehenswürdigkeiten

  • Dom, spätgotisch, ca. 1526 abgeschlossen
  • Bischofspalais, neoklassizistisch (1925)
  • Rathaus, klassizistisch (1822/1823)
  • Markthalle (1928)
  • Kapuzinerkloster mit -kirche (1770–1798, Barock)
  • Kościół Wniebowzięcia NMP (Mariä-Himmelfahrts-Kirche) (1877 als Garnisonskirche für Orthodoxe erbaut)
  • Muzeum Okręgowe (Bezirksmuseum) (1948 gegründet, mit einer Bernsteinausstellung und archäologischen sowie ethnographischen Beständen)
  • Brama Napoleona (Napoleonstor) (Eingang zu einem Haus, in dem sich Napoleon bei seinem Moskaufeldzug aufhielt.
  • Zwei jüdische Friedhöfe (an der Zielona- und der ul. Wąska-Straße)

Hochschulen und kulturelle Einrichtungen

  • Państwowa Wyższa Szkoła Informatyki i Przedsiębiorczości (Staatliche Hochschule für Informatik und Unternehmertum)
  • Wyższe Seminarium Duchowne (Höheres Priesterseminar)
  • Wyższa Szkoła Agrobiznesu (Hochschule für Agrarbusiness)
  • Wyższa Szkoła Zarządzania i Przedsiębiorczości im. Bogdana Jańskiego (Bogdan-Jański-Hochschule für Verwaltung und Unternehmertum)
  • Kolegium Języków Obcych (Fremdsprachenkolleg, deutsch und englisch)
  • Łomżyńska Orkiestra Kameralna (Kammerorchester Łomża)
  • Teatr Lalki i Aktora w Łomży (Puppentheater Łomża)
  • Muzeum Okręgowe Północnego Mazowsza (Bezirksmuseum für Nordmasowien)
  • Galeria Sztuki Współczesnej (Galerie zeitgenössischer Kunst)

Persönlichkeiten

Partnerstädte

Verweise

Weblinks

 Commons: Łomża – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  3. Magocsi, P. R. (2002): Historical Atlas of Central Europe. Seattle: University of Washington Press. S. 109.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Łomża aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.