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Locken

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Dieser Artikel behandelt die Ausbildung der menschlichen Haare. Zum US-amerikanischen Curler siehe Tom Locken.
Eine zehn Zentimeter lange mittebraune gelockte Haarsträhne neben einem Zollstock liegend
Locke
Hinterkopfansicht von kurzem dunkelblondem naturgewelltem Haar im Kopfbildausschnitt
Naturlocken

Als Locken bezeichnet man gekräuseltes Haar beim Menschen. Der Begriff Locke findet seinen Ursprung im Germanischen, von lukka. Damit bezeichnete man eigentlich so genannte Laubbüschel. Außergermanisch lässt sich dies auch vom griech. Zweig, Ast erschließen.[1]

Veranlagung

Die Art der Haarausbildung (glatt, gewellt, gelockt) hängt maßgeblich von der Haarform, also dem Haarquerschnitt, ab. Haare von Ostasiaten haben einen runden Querschnitt, wodurch sie meist sehr glatt sind. Der europäische Typ weist zumeist einen runden bis ovalen Querschnitt auf, wodurch die Haare glatt sind oder zur Bildung von Locken neigen. Afrikaner haben dagegen oftmals Haare mit stark elliptischem Querschnitt. Darum bilden ihre Haare meist sehr starke und kleine Locken.

Kulturelle Bedeutung

Schon früh versuchten Menschen, ihr Haar künstlich zu locken. Archäologen haben in Ägypten Tonwickler ausgegraben, die zeigen, dass man am Nil schon 3.100 Jahre v. Chr. Haare zu Locken aufdrehte. Auch die antiken Römer verwendeten eine Methode, sie verformten die Haare mit dem Calamistrum, einem Röhrchen, in das ein heißer Stab eingeschoben wurde. In der Neuzeit wurden Locken mit erhitzten Quetsch- und Papilloteisen ins Haar gebracht. Im 18. Jahrhundert wurden Perücken in kochendes alkalisches Boraxwasser gelegt, dadurch entstanden auf der Perücke Locken. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte der Franzose Marcel Grateau das Ondulier-Eisen für Locken, die aber nur bis zur nächsten Wäsche hielten. In Deutschland wickelte man das Haar auf vom Kopf abstehende Stäbchen aus Metall und tränkte das Haar mit Pottasche und Rosenöl, ebenfalls eine alkalische Lösung. Vier bis fünf Stunden wurde dies dann bei 120 Grad erhitzt und dann zur Fixierung abgekühlt. Karl Ludwig Nessler stellte 1906 die Dauerwelle in London vor. Sie wurde 1910 patentiert. Etwa ab den 1920er Jahren begannen Friseure auch des Öfteren Haarglättungen anzubieten. Besonderer Popularität erfreuten sich dieser Zeit Frisuren wie der Conk, der von vielen afro-amerikanischen Berühmtheiten wie zum Beispiel Chuck Berry oder James Brown getragen wurde. Ab den 80er Jahren kamen andere, schonendere Methoden auf, um Haare zu locken beziehungsweise zu wellen, wie zum Beispiel die Jheri Curl, die Berühmtheit durch Michael Jackson erreichte, jedoch ist das Resultat hierbei nicht annähernd so beständig wie das bei der Dauerwelle.

Lock- und Glättungsmethoden

Auf einem schlichten Friseurtisch präsentierte verschiedenfarbige Lockenwickler (kleine Rollen mit feiner Netzstruktur) aus Plastik mit und ohne Häkchen
Verschiedene Lockenwickler in einem Friseursalon

Lockenwickler sind im Wesentlichen zylinderförmige Gegenstände, die dazu dienen, glatte oder schwach gelockte Haare aufzuwickeln und in aufgewickeltem Zustand zu fixieren, bis die Haare die gewünschte Form angenommen haben bzw. getrocknet sind. Lockenwickler in Form einer biegsamen Rolle aus Schaumstoff (auf dem Bild rechts zu sehen) werden Papilloten genannt. Es gibt Heizwickler, auch Lockenstäbe genannt, die zum Ziel haben, die Locken durch die Hitze in Form zu bringen. Lockenwickler wurden vor dem industriellen Zeitalter entweder aus Holzstäbchen selbst hergestellt oder Eisenrollen (Papilloten) wurden als solche verwendet. Heute werden Lockenwickler extrudiert, gespritzt, gewickelt oder in Spezialverfahren hergestellt. Dabei kommen überwiegend Kunststoffe zur Anwendung, aber auch Aluminium, Schaumschnüre und Messingdraht.

Glätteisen erhitzen sich wie Lockenstäbe, um die Haare durch Hitze zu formen. Die sich erhitzenden Stellen sind aus Metall gefertigt und oft mit Keramikplatten beschichtet. Die Haare werden zwischen die Platten geklemmt, das Gerät wird in Richtung der Haarenden bewegt, um so die Haare glattzuziehen.

Als Dauerwelle oder Kaltwelle bezeichnet man den chemischen Umformungsprozess, bei dem glatte Haare gewellt oder gelockt werden.

Ähnlicher der Dauerwelle werden bei der sogenannten Gegenwelle die Haare mit dem gleichen Verfahren behandelt, jedoch währenddessen nicht aufgewickelt sondern glattgezogen. Unter Afri- und Afro-Amerikanern sind hier Haarprodukte wie sogenannten Relaxer und Texturizer bekannt und beliebt, die auf meist alkalischer Basis die Haare glätten.

Einzelnachweise

  1. Locke. In: Wissen.de, Herkunftswörterbuch

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Locken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Locke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur über Lockenwickler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Locken aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.