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Liste der Stolpersteine in der Region Pays de la Loire

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Vier Stolpersteine in L’Aiguillon-sur-Mer

Die Liste der Stolpersteine in der Region Pays de la Loire enthält die Stolpersteine in der französischen Region Pays de la Loire. Sie erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden von Gunter Demnig verlegt. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz des Opfers. In dieser Region allerdings liegen zwölf der dreizehn bislang verlegten Stolpersteine vor dem jeweiligen Gefallenendenkmal ihres Heimatortes. Die Verlegungen in dieser Region erfolgten in enger Zusammenarbeit mit dem Hamburger Stolpersteinprojekt, da die bislang verlegten Steine allesamt französischen Zwangsarbeitern gewidmet sind, die in Hamburg ums Leben gekommen sind und für die auch in Hamburg Stolpersteine verlegt wurden.

Die Verlegungen erfolgten Ende September, Anfang Oktober 2013 durch den Künstler persönlich.

Zwangsarbeit in Deutschland

Hauptartikel: NS-Zwangsarbeit

Frankreich kapitulierte am 22. Juni 1940. Das Vichy-Regime wurde etabliert und kollaborierte mit dem siegreichen NS-Regime. Der Generalbevollmächtigte für den Kriegseinsatz, Fritz Sauckel, forderte Arbeitskräfte aus Frankreich an, doch trotz kriegsbedingter Arbeitslosigkeit fanden sich nur wenig Freiwillige für den Arbeitseinsatz in Deutschland, rund 17.000. Die Vichy-Regierung erließ daraufhin 1942 ein Gesetz, welches Männer zwischen 18 und 50 und Frauen zwischen 21 und 35 zur Arbeit im Ausland zwangsverpflichtete. Viele Franzosen entschieden sich in der Folge abzutauchen und sich zu verstecken. Das Service du travail obligatoire (STO) wurde im Februar 1943 gegründet und rekrutierte zusammen mit dem 1942 erlassenen Gesetz zwischen 600.000 und 650.000 Arbeitskräfte für Deutschland. Davon kamen etwa 50.000 ums Leben.[1]

Ausländische Arbeitskräfte in einem deutschen Rüstungsbetrieb, August 1944

Im Département Vendée wurden rund 4.200 Zwangsarbeiter rekrutiert. Davon starben rund einhundert in Konzentrationslagern des NS-Regimes, interniert aufgrund des Verdachts der Sabotage. Trotzdem wurden viele Zwangsarbeiter in ihrer Heimat als Kollaborateure und Verräter angesehen. Sie wurden erst 2008 als "Opfer der Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland" anerkannt und rehabilitiert.[2]

Am späten Abend des 1. Juli 1943 traf eine Gruppe von Zwangsverpflichteten aus dem Département Vendée in Hamburg ein. Die jungen Franzosen gehörten den Jahrgängen 1921 und 1922 an und standen bereits voll im Berufsleben – als Landwirte, Maurer, Volksschullehrer oder Fischer. Sechs von ihnen waren verheiratet, einige hatten kleine Kinder. Sie waren der Rekrutierung – oft nach langen Überlegungen und Diskussionen – ordnungsgemäß gefolgt und wurden im Zwangsarbeiterlager in der Norderstraße 23 in Altona einquartiert, der heutigen Virchowstraße. Der Gebäudekomplex, bestehend aus einer Infanteriekaserne (an der Norderstraße), einer Dragonerkaserne (am heutigen Eschelsweg) sowie kleineren Gebäuden im Innenbereich, wurde zuvor bis Mitte 1941 als Alten- und Siechenheim und als sogenannte Irrenanstalt genutzt. Danach wurde die Anlage für Ausgebombte und Zwangsarbeiter genutzt. Im April 1942 waren rund 450 junge Männer aus der Ukraine eingetroffen. Sie stellten bis zum Schluss das größte Kontingent im Lager dar. Am 4. Juli 1943 wurden die Personalangaben der französischen Zwangsarbeiter in der Hausmeldekartei vermerkt. In der Gruppe, bestehend aus Katholiken aus der Vendée, entstand rasch ein enges Zusammengehörigkeitsgefühl. Die soeben Angekommenen wurden zu Hilfsarbeiten im Hafen eingeteilt, einige wurden an Binnenschiffer vermittelt.[1][3]

Bei der alliierten Bombardierung Hamburgs Ende Juli/Anfang August 1943 (Operation Gomorrha) wurden rund 34.000 Menschen getötet, darunter eine unbekannte Zahl von Zwangsarbeitern, deren Lager an der Norderstraße (Altona) getroffen worden war. Sie wurden verschüttet, weil die Luftschutzkeller des Lagers der Wucht der Angriffe nicht standhielten. Überlebende mussten sich mit Händen aus den Trümmern herausarbeiten.[4]

Liste der verlegten Steine

Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

L’Aiguillon-sur-Mer

Bild Inschrift Standort Name, Leben
Stolperstein für Alexandre Lambert (L’Aiguillon-sur-Mer).jpg IN L'AIGUILLON SUR MER
LEBTE

ALEXANDRE LAMBERT
GEB. 1921
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
vor dem Gefallenendenkmal
Stolpersteine für Alexandre Lambert, Renè Paris, Jean Rossignol und Roger Roulland46.334-1.303596
Alexandre Lambert wurde am 15. April 1921 geboren. Er lebte in L’Aiguillon-sur-Mer, war Fischer und verheiratet. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er ist dort in der Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[5][6]
Stolperstein für Rene Paris (L’Aiguillon-sur-Mer).jpg IN L'AIGUILLON SUR MER
LEBTE

RENÉ PARIS
GEB. 1921
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
vor dem Gefallenendenkmal
Stolpersteine für Alexandre Lambert, Renè Paris, Jean Rossignol und Roger Roulland46.334-1.303596
Renè Paris wurde am 17. Mai 1921 geboren. Er lebte in L’Aiguillon-sur-Mer, war Fischer und ledig. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er ist dort in der Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[7][8]
Stolperstein für Jean Rossignol (L’Aiguillon-sur-Mer).jpg IN L'AIGUILLON SUR MER
LEBTE

JEAN ROSSIGNOL
GEB. 1921
ZWANGSARBEITER
TOT 10.4.1944
HAMBURG
vor dem Gefallenendenkmal
Stolpersteine für Alexandre Lambert, Renè Paris, Jean Rossignol und Roger Roulland46.334-1.303596
Jean Rossignol wurde am 26. Februar 1921 geboren. Er lebte in L’Aiguillon-sur-Mer, war Fischer und ledig. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er überlebte die Hamburger Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943, verstarb jedoch am 10. April 1944 an Typhus. Er wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt. Sein Leichnam wurde später in seinen Heimatort überführt und neuerlich bestattet.[9][10]
Stolperstein für Roger Roulland (L’Aiguillon-sur-Mer).jpg IN L’AIGUILLON SUR MER
LEBTE

ROGER ROULLAND
GEB. 1921
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
vor dem Gefallenendenkmal
Stolpersteine für Alexandre Lambert, Renè Paris, Jean Rossignol und Roger Roulland46.334-1.303596
Roger Roulland wurde am 14. Januar 1921 geboren. Er lebte in L’Aiguillon-sur-Mer, war Fischer und ledig. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er ist dort in der Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[11][12]

Beaulieu-sous-la-Roche

Bild Inschrift Standort Name, Leben
Stolperstein für Rene Deau (Beaulieu-sous-la-Roche).jpg IN BEAULIEU SOUS LA ROCHE
LEBTE

RENÉ DEAU
GEB. 1921
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
Rue des Sables
(vor der Kirche
)
Stolpersteine für René Deau und Marcel Jaulin46.675747-1.611092
René Deau wurde am 20. Dezember 1921 geboren. Er lebte in Beaulieu-sous-la-Roche, war Volksschullehrer und hatte sich am 24. Juni 1943, kurz vor Antritt seiner Zwangsarbeit, verlobt. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. In einem Brief an seine Familie schilderte er die Bedingungen, unter denen die jungen Männer aus der Vendée in der Hansestadt leben mussten:

„Wir sind nicht immer willkommen in der Stadt, denn Leute werfen manchmal mit Steinen und Erde nach uns und wir können uns nicht wehren. Aber bei anderen Gelegenheiten ist es auch so, dass uns die Bevölkerung fast sympathisch ist. […] Macht euch keine Sorgen, es gibt viele Alarme, gestern zum Beispiel vier, aber nie fliegt ein Flugzeug über Hamburg. Ich habe den Eindruck, dass die Engländer nicht über genug Flugzeuge verfügen, um diese Stadt zu erreichen. Habt keine Angst um mich, das Schlimmste, was mir passieren kann, ist, dass ich lange hierbleiben muss, aber Gott wird mich beschützen, denn ich gebe mich ganz in seine Vorsehung.“

René Deau ist in der Hamburger Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[13][14]

Stolperstein für Marcel Jaulin (Beaulieu-sous-la-Roche) 01.jpg IN BEAULIEU SOUS LA ROCHE
LEBTE

MARCEL JAULIN
GEB. 1921
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
Rue des Sables
(vor der Kirche
)
Stolpersteine für René Deau und Marcel Jaulin46.675747-1.611092
Marcel Jaulin wurde am 25. November 1921 geboren. Er lebte in Beaulieu-sous-la-Roche, war Volksschullehrer und verheiratet. Als er am 28. Juni 1943 zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert wurde, war seine Frau schwanger mit einem Sohn. Marcel Jaulin ist in der Hamburger Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[15][16]

Bourneau

Bild Inschrift Standort Name, Leben
Stolperstein für Hilaire Mars (Bourneau).jpg IN BOURNEAU
LEBTE

HILAIRE MARS
GEB. 1922
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
Rue du Chateau
(vor dem Gefallenendenkmal)
Stolperstein für Hilaire Mars46.54108-0.81724299999999
Hilaire Mars wurde am 20. November 1922 in Bourneau geboren. Er war das jüngste von drei Geschwistern und absolvierte eine Bäckerlehre. Er wurde von den Deutschen zur Zwangsarbeit rekrutiert und musste auf der Île d’Oléron Blockhäuser errichten. Nach seinem Urlaub sollte er in Deutschland eingesetzt werden. Sein Vater wollte ihn verstecken, doch er lehnte ab. Die Deutschen erschossen seinen Vater. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er ist dort in der Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[17][18]

Seine ältere Schwester, Germaine Printemps-Mars, nahm an der Verlegungszeremonie teil, umgeben von ihren Kindern und Neffen. Bewegt dankte sie Gérard Guignard, dem Bürgermeister von Bourneau. Die Stolpersteinverlegung wurde in der Presse als Manifestation der deutsch-französischen Freundschaft angesehen.[19]

Fontaines

Bild Inschrift Standort Name, Leben
Stolperstein für Pierre Rambaud (Fontaines).jpg IN FONTAINES
LEBTE

PIERRE RAMBAUD
GEB. 1922
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
Rue des Venelles 10
Stolperstein für Pierre Rambaud46.422783-0.82361399999999
Pierre Rambaud wurde am 20. September 1922 geboren. Er lebte in Fontenay-le-Comte, Fontaines, war von Beruf Maurer und ledig. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er ist dort in der Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[20][21]

Fontenay-le-Comte

Bild Inschrift Standort Name, Leben
Stolperstein für Daniel Boutin (Fontenay-le-Comte).jpg IN FONTENAY LE COMTE
LEBTE

DANIEL BOUTIN
GEB. 1922
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
110 Rue de la Villa Gallo Romaine
(vor dem Gefallenendenkmal)
Stolpersteine für Daniel Boutin und André Léger46.452994-0.81335200000001
Daniel Boutin wurde am 13. März 1922 geboren. Er lebte in Fontenay-le-Comte, war Hufschmied, verheiratet und hatte eine Tochter. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er ist dort in der Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[22][23]
Stolperstein für Andre Leger (Fontenay-le-Comte).jpg IN FONTENAY LE COMTE
LEBTE

ANDRÉ LÉGER
GEB. 1922
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
110 Rue de la Villa Gallo Romaine
(vor dem Gefallenendenkmal)
Stolpersteine für Daniel Boutin und André Léger46.452994-0.81335200000001
André Léger wurde am 19. November 1922 geboren. Er lebte in Fontenay-le-Comte und war Holzfäller und Landwirt. Er war verheiratet. Als er am 28. Juni 1943 zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert wurde, war seine Frau schwanger mit einer Tochter. André Léger ist in der Hamburger Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[24][25]

Longèves

Bild Inschrift Standort Name, Leben
Stolperstein für Camille Charpentier (Longeves).jpg IN LONGÈVES
LEBTE

CAMILLE
CHARPENTIER
GEB. 1922
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
31-25 Rue Abbé Rousteau
(vor dem Gefallenendenkmal auf dem Friedhof)
Stolperstein für Camille Charpentier46.478328-0.85262800000001
Camille Charpentier wurde am 17. November 1922 geboren. Er lebte in Longéves, war Landwirt und ledig. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er ist dort in der Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[26][27]

Mervent

Bild Inschrift Standort Name, Leben
Stolperstein für Pierre Trillaud (Mervent).jpg IN MERVENT
LEBTE

PIERRE TRILLAUD
GEB. 1922
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
Place du Héraut
(vor dem Gefallenendenkmal)
Stolperstein für Pierre Trillaud46.522935-0.75655699999999
Pierre Trillaud wurde am 19. Dezember 1922 geboren. Er lebte in einem Forsthaus in Mervent, war Forstwirt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Als er am 28. Juni 1943 zur Zwangsarbeit eingezogen und nach Hamburg-Altona deportiert wurde, war seine Frau mit dem dritten Kind schwanger, einem Sohn. Pierre Trillaud ist in der Hamburger Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[28][29]

Seine Kinder waren bei die Verlegungszeremonie anwesend, ebenso Joël Bobineau, der Bürgermeister von Mervent. Die Familie von Pierre Trillaud gab bekannt, dass diese Anerkennung ein wenig spät komme, es aber wichtig wäre, die Menschen wissen zu lassen, dass die Rekrutierten keine Chance hatten, der Zwangsarbeit zu entkommen.[30]

Nieul-sur-l’Autise

Bild Inschrift Standort Name, Leben
Stolperstein für Guy Mercier (Nieul-sur-l’Autise).jpg IN NIEUL SUR L'AUTISE
LEBTE

GUY MERCIER
GEB. 1921
ZWANGSARBEITER
GETÖTET 25.7.1943
BOMBARDIERUNG HAMBURGS
Place de l'Abbaye
(vor dem Gefallenendenkmal)
Stolperstein für Guy Mercier46.422594-0.68053900000001
Guy Mercier wurde am 14. April 1921 geboren. Er kam aus Nieul-sur-l’Autise, war Volksschullehrer und ledig. Am 28. Juni 1943 wurde er zur Zwangsarbeit nach Hamburg-Altona deportiert. Er ist dort in der Bombennacht vom 24. auf 25. Juli 1943 ums Leben gekommen. Sein Leichnam wurde nicht gefunden.[31][32]

Stolpersteine in Hamburg

Ein Überlebender des Zwangsarbeiterlagers Norderstraße, Louis Deslandes, schrieb im Herbst 2011 einen Brief an den Ersten Bürgermeister von Hamburg, Olaf Scholz, und ersuchte ihn, seinen in Hamburg umgekommenen Landsleuten in geeigneter Form zu gedenken. Die Bezirksversammlung Altona gründete daraufhin eine Arbeitsgruppe. Es wurden zwei Gedenkveranstaltungen organisiert. Im Januar 2013 wurden in der Jessenstraße vor dem Technischen Rathaus Altona von Gunter Demnig 14 Stolpersteine verlegt: ein Stolperstein mit genereller Erläuterung und 13 Stolpersteine für jeden der ums Leben gekommenen Zwangsarbeiter. An der Einweihung nahmen auch Angehörige der Opfer teil.[1][33]

Die Jessenstraße war nicht Standort des Zwangsarbeiterlagers. Das Lager befand sich hinter dem Technischen Rathaus im Geviert Virchowstraße, Mörkenstraße, Grotjahnstraße und Eschelsweg. Der Standort wurde gewählt, weil sich das eigentliche Gelände in einem heute kaum begangenem Gewerbegebiet befindet.[1]

Stolpersteine in der Region Pays de la Loire

Die Vorsitzende des Altonaer Ausschusses für Kultur und Bildung, Stefanie Wolpert (Grüne), rief die Bevölkerung dazu auf, Patenschaften zu übernehmen und den Familien aus der Vendée die Stolpersteine zu schenken.[34] Sielke Reineke, Schwiegertochter des Kaufmanns, der Louis Deslandes geholfen hatte, gründete in Hamburg eine Forschungsgruppe, die das Schicksal der in Hamburg ums Leben gekommenen Zwangsarbeiter aus der Vendée recherchierte. Sie sprach auch auf dem Festakt anlässlich der Stolpersteinverlegungen in der Vendée. Die gemeinsame deutsch-französische Gedenkarbeit solle "für unser Morgen – hier und anderswo – einen dauerhaften Frieden sichern."[2]

Die Stolpersteine in dieser Region wurden von Gunter Demnig an folgenden Tagen verlegt:[35]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Stolpersteine in France – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Stolpersteine Hamburg: Stolpersteine vor dem Technischen Rathaus Altona, Jessenstraße 1–3, Altona-Altstadt, abgerufen am 1. März 2018.
  2. 2,0 2,1 Ouest-France: Les STO vendéens, les oubliés de l'Histoire, 2. Oktober 2013, abgerufen am 3. März 2018.
  3. Elbe Wochenblatt: 13 junge Männer – keiner wurde älter als 23 Jahre (Memento vom 6. März 2018 im Internet Archive), Januar 2013, abgerufen am 1. März 2018.
  4. Stolpersteine Hamburg: Stolpersteine vor dem Technischen Rathaus Altona, Jessenstraße 1–3, Altona-Altstadt, abgerufen am 5. März 2018.
  5. Stolpersteine Hamburg: ALEXANDRE LAMBERT * 1921, abgerufen am 27. Februar 2018.
  6. Stolpersteine Hamburg: Alexandre Lambert Memoire. (PDF), mit einem Porträtbild von Alexandre Lambert, abgerufen am 27. Februar 2018.
  7. Stolpersteine Hamburg: RENE PARIS * 1921, abgerufen am 27. Februar 2018.
  8. Stolpersteine Hamburg: Renè Paris Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Renè Paris, abgerufen am 27. Februar 2018.
  9. Stolpersteine Hamburg: JEAN ROSSIGNOL * 1921, abgerufen am 27. Februar 2018.
  10. Stolpersteine Hamburg: Jean Rossignol Memoire, mit zwei Porträtbildern von Jean Rossignol, abgerufen am 27. Februar 2018.
  11. Stolpersteine Hamburg: ROGER ROULLAND * 1921, abgerufen am 28. Februar 2018.
  12. Stolpersteine Hamburg: Roger Roulland Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Roger Roulland, abgerufen am 28. Februar 2018.
  13. Stolpersteine Hamburg: RENE DEAU * 1921, abgerufen am 27. Februar 2018.
  14. Stolpersteine Hamburg: Charpentier René Deau Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von René Deau, abgerufen am 27. Februar 2018.
  15. Stolpersteine Hamburg: MARCEL JAULIN * 1921, abgerufen am 27. Februar 2018.
  16. Stolpersteine Hamburg: Charpentier Marcel Jaulin Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Marcel Jaulin, abgerufen am 27. Februar 2018.
  17. Stolpersteine Hamburg: HILAIRE MARS * 1922, abgerufen am 27. Februar 2018.
  18. Stolpersteine Hamburg: Hilaire Mars Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Hilaire Mars, abgerufen am 27. Februar 2018.
  19. 11 Novembre : un hommage rendu à Hilaire Mars. In: Ouest-France. 13. November 2013, abgerufen am 27. Februar 2018.
  20. PIERRE RAMBAUD * 1922, abgerufen am 28. Februar 2018.
  21. Stolpersteine Hamburg: Pierre Rambaud Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Pierre Rambaud, abgerufen am 28. Februar 2018.
  22. Stolpersteine Hamburg: DANIEL BOUTIN * 1922, abgerufen am 27. Februar 2018.
  23. Stolpersteine Hamburg: Charpentier Daniel Boutin Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Daniel Boutin, abgerufen am 27. Februar 2018.
  24. Stolpersteine Hamburg: ANDRE LEGER * 1922, abgerufen am 27. Februar 2018.
  25. Stolpersteine Hamburg: André Léger Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von André Léger, abgerufen am 27. Februar 2018.
  26. Stolpersteine Hamburg: CAMILLE CHARPENTIER * 1922, abgerufen am 26. Februar 2018.
  27. Stolpersteine Hamburg: Charpentier Camille Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Camille Charpentier, abgerufen am 27. Februar 2018.
  28. Stolpersteine Hamburg: Pierre Trillaud Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Pierre Trillaud, abgerufen am 28. Februar 2018.
  29. Stolpersteine Hamburg: PIERRE TRILLAUD * 1922, abgerufen am 27. Februar 2018.
  30. Ouest-France: Un pavé en souvenir de Pierre Trillaud, victime du nazisme. 7. Oktober 2013, abgerufen am 27. Februar 2018.
  31. Stolpersteine Hamburg: GUY MERCIER * 1921, abgerufen am 27. Februar 2018.
  32. Stolpersteine Hamburg: Guy Mercier Memoire (PDF), mit einem Porträtbild von Guy Mercier, abgerufen am 28. Februar 2018.
  33. Flickr: In Memory of …, Ansicht der Verlegestruktur in Hamburg und alle Porträts der Opfer, abgerufen am 4. März 2018.
  34. GRÜNE ALTONA: Paten für Stolpersteine in der Vendée gesucht, 26. August 2013, abgerufen am 5. März 2018.
  35. Chronik. In: stolpersteine.eu. Abgerufen am 3. August 2018.


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