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Liste der Stolpersteine in Znojmo

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Die vier Stolpersteine von Znojmo

Die Liste der Stolpersteine in Znojmo enthält die Stolpersteine in der tschechischen Stadt Znojmo (deutsch: Znaim) im Jihomoravský kraj, der Südmährischen Region, die an das Schicksal der Menschen dieser Region erinnern, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt.

Die Verlegung fand am 4. August 2016 statt. In diesem Fall wurden für jedes Opfer zwei Stolpersteine verlegt, einer in tschechischer und einer in deutscher Sprache.[1]

Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Judentum in Znojmo

In Znojmo lebten vor dem Überfall des NS-Regimes im Jahr 1938 etwa 700 Juden, das waren rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. Die kleine jüdische Gemeinde war von 357 Personen im Jahr 1869 auf 749 im Jahr 1921 angewachsen. Die Juden waren gut integriert, hatten ihre eigene Synagoge und einen kleinen Friedhof, der 1868 nördlich der Stadt auf dem Kühberg angelegt wurde. In der sogenannten Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde die Synagoge von den Nationalsozialisten niedergebrannt. 1940 wurden die verbliebenen Reste der Synagoge abgerissen.[2]

Znojmo

Bild Name Standort Verlegedatum Leben
Jiri Alexander Weinberger.jpgStolperstein für Georg Alexander Weinberger.jpg Weinberger, Georg AlexanderGeorg Alexander Weinberger Rudoleckého 859/21 Stolpersteine für Jiri Alexander Weinberger und Irena Weinberger48.8531116.057027 04. Aug. 2016 Georg Alexander Weinberger wurde am 22. Jänner 1929 in Wien geboren. Er entstammte einer wohlhabenden Znaimer Industriellenfamilie und war der einzige Sohn von Fritz Alexander Weinberger und Irene Weinberge geb. Hoffmann. Sein Vater verstarb bereits 1932, damals war Georg Alexander gerade drei Jahre alt.[3] Sein Großvater und seine Großmutter, alle Tanten und sein Onkel konnten der Verfolgung durch das NS-Regime entkommen und rechtzeitig flüchten, die meisten Familienmitglieder nach New York. Es ist ungeklärt, warum Irene Weinberger und ihr Sohn in der inzwischen zerschlagenen Tschechoslowakei verblieben. Zuerst versteckten sich die beiden in Prag. 1942 versuchten seine Mutter und er vor der drohenden Verhaftung und Deportation über die Slowakei nach Ungarn zu flüchten. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt. Nach 1945 wurde er tot erklärt.
Stolperstein für Irena Weinberger.jpgStolperstein für Irene Weinberger.jpg Weinberger, IreneIrene Weinberger
(geb. Hoffmann)
Rudoleckého 859/21 Stolpersteine für Jiri Alexander Weinberger und Irena Weinberger48.8531116.057027 04. Aug. 2016 Irene Weinberger geb. Hoffmann, tschechisch: Irena, wurde am 13. April 1899 in Budapest geboren.[4] Sie heiratete Fritz Alexander Weinberger, geboren am 16. März 1898 in Znaim, dem ältesten Sohn des Znaimer Industriellen Alfred Weinberger.[5][6] Ihr Schwiegervater baute in der heutigen Rudoleckého zwei repräsentative Wohnhäuser. Eines der beiden, eine neoklassizistische Villa nach Entwürfen des Brünner Architekten Norbert Troller und mit Interieur des Wiener Architekten Armand Weiser, wurde für das junge Paar errichtet.[7] Irene und Fritz Alexander Weinberger hatte einen Sohn, Georg Alexander, geboren 1929 in Wien. Irenes Ehemann starb allerdings bereits am 15. März 1932 in Znojmo.

Nach dem Zerschlagung der Rest-Tschechei flüchteten die meisten Familienmitglieder in die Vereinigten Staaten, darunter auch Schwiegervater Alfred Weinberger und dessen zweite Ehefrau Fanny.[8] Irene Weinberger versteckte sich zuerst mit ihrem Sohn in Prag. "Vor der Deportation nach Theresienstadt versuchten sie, über die Slowakei und weiter nach Ungarn zu entkommen. Hier enden jedoch ihre Spuren im Jahr 1942 und nach dem Krieg erklärte man sie für tot."[9]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Voices of ARSP: Laying Stolpersteine in Znaim/Znojmo, 1. November 2012, abgerufen am 20. Dezember 2016. (englisch)
  2. Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum: Znaim/Thaya (Mähren), abgerufen am 20. Dezember 2016
  3. Geni: Georg Alexander Weinberger, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  4. Geni: Irena Weinberger, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  5. Geni: Fritz Alexander Weinberger, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  6. Geni: Alfred Weinberger, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  7. Das Jahr 1918 in Znaim, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  8. Geni: Fanny Weinberger, abgerufen am 20. Dezember 2016.
  9. Zdeňka Kuchyňová: Znojmo bude mít příští týden první dva tzv. kameny zmizelých, Radio Praha, 28. Juli 2016, abgerufen am 20. Dezember 2016.


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