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Liste der Stolpersteine in Ulm

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In der Liste der Stolpersteine in Ulm werden die in Ulm bisher vorhandenen Stolpersteine aufgeführt (Stand Ende 2016). Sie sind Teil des europaweiten Projektes „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig. Dabei handelt es sich um dezentrale Mahnmale, die an das Schicksal derjenigen Menschen erinnern sollen, die in Ulm gelebt haben und von den Nationalsozialisten deportiert und unter anderem in Konzentrationslagern und Vernichtungslagern ermordet oder zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen wurden. Viele der Ulmer Stolpersteine sind ehemaligen jüdischen Mitbürgern gewidmet, andere Kranken und Behinderten, fahnenflüchtigen Soldaten, Zeugen Jehovas und ausländischen Zwangsarbeitern.

Die ersten 14 Stolpersteine wurden im Mai 2015 in Ulm verlegt[1]; am 14. September 2015 folgten weitere zehn Steine. Die dritte Verlegung (10 Steine) fand am 25. Mai, die vierte (13 Steine) am 29. Oktober 2016 statt. Die Vorarbeit für die Verlegung leistete die im Jahr 2014 gegründete „Initiative Ulmer Stolpersteine“, die komplett von bürgerschaftlichem Engagement getragen wird.[2] Mehr als 30 Aktive engagieren sich ehrenamtlich in der Initiative. Die Aktion wird durch Spenden finanziert und erhält unter anderem Unterstützung durch die „Stiftung Erinnerung Ulm“.

Für das Jahr 2017 ist die Verlegung weiterer Stolpersteine geplant.

Die Liste enthält die Adressenangabe des jeweiligen Stolpersteins, den Namen des NS-Opfers, einige biografische Informationen und  – soweit verfügbar – ein Bild des Stolpersteins. Ausführliche Beschreibungen der Einzelschicksale sind mit den jeweiligen Personen verlinkt und durch Anklicken des Wortes „Biografie“ abrufbar.

Adresse Name Leben Grund Verlegung Bild
Olgastraße 85 Olgastraße 8548.40146969.9887841 Dr. Ludwig Hecht Dr. Ludwig Hecht (* 14. Oktober 1866) war praktischer und Armenarzt bis ihm von den Nationalsozialisten die Approbation entzogen wurde.

Über das Ghettohaus in der Ensingerstr. 3 und das jüdische Altersheim im Oberstotzinger Schloss kam er am 22. 8. 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt, wo er am 21. Januar 1943 an Unterernährung starb.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Dr. Ludwig Hecht
Olgastraße 85 Olgastraße 8548.40146969.9887841 Rosa Hecht
(geborene Thalmessinger)
Rosa Hecht (* 15. August 1870 in Neu-Ulm) war die Ehefrau von Ludwig Hecht.

Sie wurde zusammen mit ihrem Mann über das Ghettohaus und das jüdische Altersheim nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 13. Januar 1943 an Unterernährung.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Rosa Hecht
Olgastraße 114 Olgastraße 11448.4021039.9944402 Jakob Frenkel Jakob Frenkel (* 1881) war Tabak- und Zigarrenhändler mit mehreren Geschäften, erst in Stuttgart dann in Ulm.

Am 28. Oktober 1938 wurde er im Rahmen der Polenaktion nach Zduńska Wola deportiert und später unter nicht geklärten Umständen im besetzten Polen ermordet.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Jakob Frenkel
Olgastraße 114 Olgastraße 11448.4021039.9944402 Ida Frenkel
(geborene Chaskelowitz)
Ida Frenkel (* 1879) war die Ehefrau von Jakob Frenkel.

Auch sie wurde bei der Polenaktion ausgewiesen und später ermordet.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Ida Frenkel
Olgastraße 114 Olgastraße 11448.4021039.9944402 Adolf Frenkel Adolf (ursprünglich Abraham) Frenkel (* 28. Januar 1904) war der Sohn von Jakob und Ida Frenkel. Er machte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete in den Geschäften seiner Eltern. Gegen 1933 versuchte er nach Amerika auszuwandern, was jedoch nicht gelang.

So wurde auch er in der Polenaktion deportiert. Im Krieg konnte er nach Deutschland zurückkehren. Am 1. Dezember 1941 wurde er nach Riga deportiert und 1942 im Arbeitserziehungslager Salaspils ermordet.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Adolf Frenkel
Olgastraße 114 Olgastraße 11448.4021039.9944402 Martha Frenkel
(geborene Einstein,
angenommener Name Frankel)
Martha Frenkel (* 4. Februar 1906) war die Ehefrau von Adolf Frenkel. Nach der Abschiebung nach Polen konnte sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn Heinz Frenkel zurückkommen, da sie in Deutschland geboren war.

Sie konnte im September 1941 in die USA flüchten und baute sich dort eine neue Existenz auf. Martha Frenkel heiratete nochmals und starb als Martha Bamberger am 31. März 1995 in New York.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Martha Frenkel
Olgastraße 114 Olgastraße 11448.4021039.9944402 Heinz Frenkel
(angenommener Name Frankel)
Heinz Joachim Frenkel (* 20. Juni 1933 in Ulm) ist der Sohn von Adolf und Martha Frenkel. Nachdem er mit seinen Eltern von Polen nach Deutschland zurückkehrte, gelang es diesen, ihn 1940 auf einem Kindertransport der German Jewish Children’s Aid unterzubringen. Er war eines von ca. 1000 Kindern, die auf diese Weise in die USA kamen.

Er lebt heute unter dem Namen Henry Frankel in den USA (Stand 2015).

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Heinz Frenkel
Friedrich-Ebert-Straße 14 Friedrich-Ebert-Straße 1448.39848619.9844573 Dr. Paul Moos Der Arzt Paul Heinrich Moos (* 10. September 1902 in Ulm) war spezialisiert auf Nervenkrankheiten. 1934 reiste er mit Unterstützung seines Cousins Albert Einstein in die USA aus. Bittere Ironie: der Nervenarzt Paul Moos erkrankte an Schizophrenie und musste deshalb 1938 die USA wieder Richtung Deutschland verlassen. Am 29. September 1938 wurde er in Riedlingen zwangsweise sterilisiert.

Am 9. Mai 1940 wurde er von der Heilanstalt Zwiefalten in die Vernichtungsanstalt Grafeneck verfrachtet und noch am selben Tag vergast.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Dr. Paul Moos
Friedrich-Ebert-Straße 14 Friedrich-Ebert-Straße 1448.39850349.9844565 Rudolf Moos Franz Rudolf Moos (* 30. Juli 1910 in Ulm) war Rechtsreferendar. Nach der Reichspogromnacht kam er in das KZ Dachau. Da er schon ein Visum hatte, konnte er dieses unter der Bedingung sofort auszureisen nach ein paar Wochen verlassen.

Er floh Ende 1938 nach Brasilien.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Rudolf Moos
Friedrich-Ebert-Straße 14 Friedrich-Ebert-Straße 1448.39849529.9844446 Selma Moos
(geborene Gutmann)
Selma Moos (* 3. Dezember 1877) war die Mutter von Paul und Rudolf Moos. Sie wurde am 22. Oktober 1940 nach Gurs im damaligen Vichy-Frankreich deportiert.

Am 6. August 1942 sollte sie in das KZ Auschwitz verbracht werden, starb aber schon im Transitlager Drancy.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Selma Moos
Marktplatz 14 Marktplatz 1448.39647719.9942731 Lina Einstein Lina Einstein (* 16. November 1875 in Ulm) war eine Cousine von Albert Einstein, der auch versuchte, ihr eine Ausreisegenehmigung in die USA zu verschaffen. Dies gelang nicht.

1940 wurde sie in das jüdische Altersheim Oberstotzingen eingewiesen, bis sie wie viele ältere Juden einen Heimeinkaufsvertrag für das "Altersghetto" Theresienstadt abschließen musste. Von Theresienstadt wurde sie nach Treblinka gebracht und dort ermordet.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Lina Einstein
Herdbruckerstraße 6 Herdbruckerstraße 648.39614949.9942461 Jonathan Stark Jonathan Stark (* 8. Juli 1926 in Ulm) war Zeuge Jehovas. Aus diesem Grund verweigerte er den Reichsarbeitsdienst: „ich werde kein gebrochenes Kreuz an meinem Arm tragen“. Er wurde Ende 1943 von der Gestapo in Schutzhaft genommen und im Februar 1944 in das Jugend-KZ Moringen deportiert.

Am 1. November 1944 wurde der Achtzehnjährige im KZ Sachsenhausen ohne Prozess hingerichtet.

->Biografie[3]

Zeuge Jehovas 26. Mai 2015
Stolperstein für Jonathan Stark
Herdbruckerstraße 8 Herdbruckerstraße 848.39638389.9943318 Ludwig Levy Der im saarländischen Illingen geborene Ludwig Levy (* 1870) führte mit seiner Ehefrau Sofie seit 1899 in der Herdbruckerstraße 8 ein großes Hutgeschäft. Ab 1935 mussten sie das Geschäft verpachten und drei Jahre später ihr Haus verkaufen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau wurde Ludwig Levy im Jahr 1942 zunächst in das Zwangsaltersheim für jüdische Senioren im Schloss Oberstotzingen gebracht, dann über das KZ Theresienstadt zum Vernichtungslager Treblinka deportiert.
Dort starb er am 26. September 1942.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Ludwig Levy
Herdbruckerstraße 8 Herdbruckerstraße 848.39638389.9943318 Sofie Levy
(geborene Gutmann)
Sofie Levy (* 1872) wurde in Philippsburg geboren. Sie führte mit ihrem Ehemann Ludwig Levy seit 1899 ein großes Hutgeschäft in der Herdbruckerstraße 8. Ab 1935 mussten sie das Geschäft verpachten und drei Jahre später ihr Haus verkaufen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann wurde Sofie Levy im Jahr 1942 zunächst in das Zwangsaltersheim für jüdische Senioren im Schloss Oberstotzingen gebracht, dann über das KZ Theresienstadt zum Vernichtungslager Treblinka deportiert.
Dort starb sie am 26. September 1942.

->Biografie[3]

Jude 26. Mai 2015
Stolperstein für Sofie Levy
Küfergasse 1 Küfergasse 148.400479.99057 Bertha Rabausch Bertha Rabausch (* 1874) wurde im Jahr 1929 in die Landesfürsorgeanstalt „Oberer Riedhof“ eingewiesen.
Am 23. August 1940 wurde sie im Zuge der Aktion T4 zur Tötungsanstalt Grafeneck deportiert und am selben Tag in der dortigen Gaskammer ermordet.

->Biografie[4]

Aktion T4 14. Sep. 2015
Stolperstein für Bertha Rabausch
Neue Straße 32 Neue Straße 3248.397119.9863 Mathilde Fischer Die körperlich und geistig behinderte Mathilde Fischer (* 18. Dezember 1904) wurde im Jahr 1937 krankheitshalber in das Gottlieb-Weißer-Haus in Schwäbisch-Hall eingewiesen. Von dort kam sie 1940 in das Klinikum Christophsbad in Göppingen.

Ohne Wissen ihrer Eltern wurde sie im März 1941 in das Klinikum am Weissenhof in Weinsberg verschoben. Am 22. April 1941 wurde sie im Zuge der Aktion T4 zur Tötungsanstalt Hadamar deportiert und am selben Tag in der dortigen Gaskammer ermordet.

->Biografie[4]

Aktion T4 14. Sep. 2015
Stolperstein für Mathilde Fischer
Susoweg 17 Susoweg 1748.38913659.9762968 Fanny Zürndorfer
(geborene Maier)
Fanny Zürndorfer (* 5. Mai 1871) war erst 1930 nach Ulm gezogen und hatte so wenig Kontakte. Im Zuge der "Arisierung" musste ihre Tochter Ruth Hilble 1939 das Haus Susoweg 17 verkaufen. Mit der Hälfte des Geldes kaufte sich Fanny Zürndorfer in das Zwangsaltersheim Herrlingen ein. Als dieses aufgelöst wurde, wurde sie zwangsweise in das jüdische Altersheim Schloss Oberstotzingen umgesiedelt. Am 22. August 1942 kam sie über das Durchgangslager Killesberg in das KZ Theresienstadt.

Am 29. September 1942 wurde Fanny Zürndorfer nach Treblinka deportiert und dort unmittelbar nach der Ankunft ermordet.

->Biografie[4]

Jude 14. Sep. 2015
Stolperstein für Fanny Zürndorfer
Susoweg 17 Susoweg 1748.38913659.9762968 Ruth Waldmann
(geborene Zürndorfer,
verwitwete Hilble)
Ruth Waldmann (* 19. März 1905) war die Tochter von Fanny Zürndorfer. Sie heiratete 1930 den "Nichtjuden" Fritz Hilble, dessen Pelzgeschäft deshalb nach der Machtergreifung auch boykottiert wurde. Ihr Mann Fritz starb im Februar 1937. Im August 1939 heiratete Ruth Hilble Maximilian Waldmann, mit dem sie nach Amerika auswandern wollte. Dies wurde von dem zuständigen amerikanischen Konsul abgelehnt, da Maximilian Waldmann im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft hatte. 1940 kam Sohn Jona auf die Welt, die Familie wurde in eine Wohnung mit 2 anderen jüdischen Familien zwangseinquartiert. Ende 1942 kam die Familie in das Lager Darmstadt und 1943 weiter in das KZ Theresienstadt.

Die Familie überlebte das Konzentrationslager, da Ruth Waldmanns Dienst in der Küche sie vor dem Hungertod bewahrte. Sohn Jona starb allerdings 1980 an den Spätfolgen der dort erlittenen Gesundheitsschäden.

->Biografie[4]

Jude 14. Sep. 2015
Stolperstein für Ruth Waldmann
Frauenstraße 134 Frauenstraße 13448.406879.992808 Reinhold Bürkle Reinhold Bürkle (* 22. März 1915) war im damaligen Militär-Arresthaus in der Frauenstraße 134 inhaftiert, weil er von der Wehrmacht desertiert war. Sein Todesurteil wurde am 18. Februar 1942 in Ulm auf dem Schießstand im Lehrer Tal vollstreckt.

->Biografie[4]

Deserteur 14. Sep. 2015
Stolperstein für Reinhold Bürkle
Frauenstraße 134 Frauenstraße 13448.406879.992808 Jakob Eckstein Jakob Eckstein (* 25. August 1920) war im damaligen Militär-Arresthaus in der Frauenstraße 134 inhaftiert, weil er von der Wehrmacht desertiert war. Seine Verhaftung kam nur durch das unbedachte Handeln seiner Verlobten zustande.
Das Todesurteil an dem 24-Jährigen wurde am 17. März 1945 in Ulm auf dem Schießstand im Lehrer Tal vollstreckt, einen Monat nach der Geburt seiner Tochter Ursula.

->Biografie[4]

Deserteur 14. Sep. 2015
Stolperstein für Jakob Eckstein
Frauenstraße 134 Frauenstraße 13448.406879.992808 Kurt Henne Kurt Henne (* 18. Dezember 1914) war im damaligen Militär-Arresthaus in der Frauenstraße 134 inhaftiert, weil er von der Wehrmacht desertiert war. Sein Todesurteil wurde am 17. März 1945 in Ulm auf dem Schießstand im Lehrer Tal vollstreckt.

->Biografie[4]

Deserteur 14. Sep. 2015
Stolperstein für Kurt Henne
Frauenstraße 134 Frauenstraße 13448.406879.992808 Karl Westerich Der in Düsseldorf geborene Karl Westerich (* 18. Oktober 1914) war im damaligen Militär-Arresthaus in der Frauenstraße 134 inhaftiert, weil er von der Wehrmacht desertiert war. Sein Todesurteil wurde am 14. Dezember 1944 in Ulm auf dem Schießstand im Lehrer Tal vollstreckt. Karl Westerich wurde 30 Jahre alt.

->Biografie[4]

Deserteur 14. Sep. 2015
Stolperstein für Karl Westerich
Frauenstraße 134 Frauenstraße 13448.406879.992808 Curt Erich Riesterer Der in Mannheim geborene Curt Erich Riesterer (* 30. Juni 1917) war im damaligen Militär-Arresthaus in der Frauenstraße 134 inhaftiert, weil er von der Wehrmacht desertiert war. Das Todesurteil an dem 25-Jährigen wurde am 22. März 1943 in Ulm auf dem Schießstand im Lehrer Tal vollstreckt.

->Biografie[4]

Deserteur 14. Sep. 2015
Stolperstein für Curt Erich Riesterer
Frauenstraße 134 Frauenstraße 13448.406879.992808 Richard Stemmle Richard Stemmle (* 19. September 1922) wurde in Seelbach geboren. Er war im damaligen Militär-Arresthaus in der Frauenstraße 134 inhaftiert, weil er von der Wehrmacht desertiert war. Das Todesurteil an dem 22-Jährigen wurde am 21. März 1945 in Ulm auf dem Schießstand im Lehrer Tal vollstreckt.

->Biografie[4]

Deserteur 14. Sep. 2015
Stolperstein für Richard Stemmle
Keplerstraße 21 Keplerstraße 2148.4045439.992678 Rosa Kaufmann
(geborene Smus)
Rosa Kaufmann wurde 1899 als Rosa Smus in Minsk geboren.
Ab 1910 lebte die Familie in München, 1919 heiratete Rosa Smus dort David Kaufmann. Ihr Mann arbeitete unter anderem als Angestellter bei der Ulmer Tabak- und Zigarettenfabrik Monestra.

Die Familie ließ sich in Ulm nieder und bekam 3 Kinder. Drei Jahre nach der Geburt der jüngsten Tochter starb Ehemann Hermann 1927 im Alter von 41 Jahren plötzlich. Rosa konnte sich danach aus finanziellen- und gesundheitlichen Gründen nicht mehr dauerhaft um die Kinder kümmern, weshalb sie diese in das isralitische Waisenhaus in Esslingen brachte.

Aufgrund verschiedener psychischer Probleme wurde Rosa Kaufmann 1931 in die Heilanstalt Schussenried aufgenommen. Trotz vieler Bemühungen ihres Umfelds verschlechterte sich ihr Zustand dort sichtlich. 1932 wurde Rosa Kaufmann in das Gottlieb-Weißer-Haus in Schwäbisch Hall verlegt. Als dieses in die Hand der Nazis fiel, wurde sie im November 1940 im Zuge des Aktion T4-Krankenmordprogramms in die Zwischenanstalt Weinsberg verlegt, dort am 04. Dezember 1940 „ungeheilt entlassen“, mit weiteren Kranken in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und dort ermordet.

->Biografie[4]

Jude
Aktion T4
25. Mai 2016
Keplerstraße 21 Keplerstraße 2148.4045439.992678 Gerdi Kaufmann Gerdi Kaufmann, die jüngste Tochter von Rosa Kaufmann, wurde am 23. September 1924 geboren. Sie verbrachte den Großteil ihrer Kindheit im israelitischen Waisenhaus in Esslingen. Am Tag nach der Reichspogromnacht wurde das Waisenhaus von SA-Männern gestürmt. Den Kindern und Pflegern wurde verboten, das Haus zu betreten, Kinder irrten auf der Straße herum und mussten von Bekannten und Verwandten versorgt werden.

Gerdi Kaufmann arbeitete ab 1940 zuerst als Praktikantin in einem Altersheim und ab dem 23. Februar 1942 im jüdischen Zwangsaltersheim in Dellmensingen.

Am 24. April 1942 wurde das Betreuungspersonal mit unbekanntem Ziel „evakuiert“. Nach dem Krieg konnte rekonstruiert werden, dass sie am 26. April 1942 von Stuttgart aus nach Izbica, einer Zwischenstation für Vernichtungslager in Osteuropa, deportiert wurde. Ihr weiteres Schicksal ist ungewiss.

->Biografie[4]

Jude 25. Mai 2016
Keplerstraße 21 Keplerstraße 2148.4045439.992678 Selma Behr
(geborene Kaufmann)
Selma Kaufmann (* 27. August 1920) war die Tochter von Rosa Kaufmann und die älteste Schwester von Gerdi Kaufmann. Da es zwischen Polen und Deutschland Auseinandersetzungen über die Staatsangehörigkeit der seit längerem in Deutschland lebenden Juden gab, galt sie ab 1938 als staatenlos.

Am 30. September 1938 gelang ihr die Flucht in die USA. Gebürgt hatte für sie Siegfried Behr, in dessen Familie sie später einheiratete.

->Biografie[4]

Jude 25. Mai 2016
Neue Straße 95/97 Neue Straße 95/9748.3976649.994661 Rabbiner Dr. Julius Cohn Dr. Julius Cohn (* 5. Dezember 1878) war Rabbiner für das Fürstentum Birkenfeld, in Karlsruhe und in Cannstadt, bevor er 1928 Bezirksrabbiner in Ulm wurde. Er stand der Vereinigung für das liberale Judentum nahe und setzte sich für die Assimilation der Juden in Deutschland ein.

In der Reichspogromnacht wurde er auf dem Weinhof vor der brennenden Synagoge Ulm so schwer misshandelt, dass er am nächsten Tag nicht wie die anderen jüdischen Männer nach Dachau deportiert werden konnte.
Da für Rabbiner und ihre Familien immer noch die Ausreise nach England möglich war, heiratete Dr. Cohn im Februar 1939 Dorothea Meth, die seine erste Frau bis zu deren Tod 1938 gepflegt hatte. Im Mai 1939 schaffte Julius Cohn die Flucht, kurz darauf gelangte auch sein Adoptivsohn Otto Meth-Cohn mit einem Kindertransport nach England. Dorothea Meth-Cohn gelang die Flucht nicht mehr.
Rabbiner Dr. Julius Cohn starb am 18. März 1940 an den Folgen der Misshandlungen im englischen Exil.

->Biografie[4]

Jude 25. Mai 2016
Neue Straße 95/97 Neue Straße 95/9748.3976649.994661 Dorothea Meth-Cohn Dorothea Meth (* 1904) pflegte zuerst Julius Cohns erste Frau Herta bis zu deren Tod und später Julius Cohn selbst, nachdem er in der Reichspogromnacht schwer misshandelt worden war. 1939 heiratete sie Julius Cohn, da es nur noch Rabbinern und ihren Familien gestattet war, Deutschland zu verlassen. Nach dem Kriegsausbruch zerschlug sich diese Hoffnung für sie.

Sie übernahm 1940 die Leitung eines jüdischen Altersheims, von wo sie 1942 zusammen mit den Heimbewohnern nach Theresienstadt deportiert wurde.
Am 19. Oktober 1944 wurde sie in das KZ Auschwitz gebracht und ermordet.

->Biografie[4]

Jude 25. Mai 2016
Neue Straße 95/97 Neue Straße 95/9748.3976649.994661 Ernst-Otto Meth-Cohn Ernst-Otto Meth (* 1935) wurde nach der Hochzeit seiner Mutter Dorothea Meth von seinem Stiefvater Julius Cohn Anfang 1939 adoptiert, da nur noch Rabbinern und ihren Familien die Auswanderung aus Deutschland erlaubt war.

Im Juni 1939 kam er mit einem Kindertransport nach Edinburgh/Schottland.

->Biografie[4]

Jude 25. Mai 2016
Stolperstein für Otto Meth-Cohn
Frauenstraße 28 Frauenstraße 2848.3994559.996718 Karl Hermann Rueff Karl Rueff (* 1. Februar 1892) brachte es im Ersten Weltkrieg vom Kriegsfreiwilligen zum Leutnant der Reserve, wobei er mehrfach verwundet wurde. Nach seiner Verwundung bei der Frühjahrsoffensive 1918 wurde bei ihm eine psychische Erkrankung festgestellt, die man heute als Posttraumatische Belastungsstörung bezeichnet. Von dieser Erkrankung erholte er sich nicht wieder und wurde deshalb 1924 in das Psychiatrisches Landeskrankenhaus Schussenried eingewiesen.

Am 18. Juni 1940 wurde er in die Tötungsanstalt Grafeneck verlegt und noch am selben Tag vergast.

->Biografie[4]

Aktion T4 25. Mai 2016
Stolperstein für Karl Rueff
Säntisstraße 36 Säntisstraße 3648.406879.992808 Ernst Dauner Ernst Dauner, geboren am 04. September 1913 in Ulm, wuchs in Ulm auf und studierte an der Hochschule für Bauwesen in Stuttgart.

Als Karrierist wurde er am 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP, ohne jemals eine Funktion innerhalb der Partei bekleidet zu haben. Dauner war zweimal verheiratet und hatte er drei Kinder. Als Bauingenieur bei der „Süddeutschen Abwasser-Reinigungsgesellschaft m.b.H., Ulm a.d.D.“ wurde er für den Auftrag, die Kanalisation und Kläranlagen der Stadt und des Lagers Auschwitz zu sanieren und zu planen, in das Vernichtungslager geschickt. Täglich wurden dort tausende Leichen verbrannt. Dauner, sehr verstört über das Gesehene, erzählte in seiner Firma und Umgebung davon, brach also das absolute Schweigegebot. Er wurde verraten, verhaftet, in die Psychiatrie gesteckt und am 25. Januar 1945 im KZ Dachau ermordet.

->Biografie[4]

Politisch 25. Mai 2016
Zinglerstraße 44 Zinglerstraße 4448.3940129.982236 Dr. Sigmar Ury Dr. Sigmar Ury (* 1880) meldete sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs als Stabsarzt an die Front. Nach dem Krieg eröffnete er wieder eine Praxis in Ulm. Wie viele liberale Juden hoffte er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, daß sich die Zeiten wieder zum Besseren wenden, obwohl schon früh zum Boykott gegen seine Praxis aufgerufen wurde. Am 30. September 1938 wurde ihm im Zuge der Rassegesetze die Approbation entzogen. Kurz darauf musste er in ein Judenhaus umziehen.

Er starb am 10. Mai 1941, da ihm die Medikamente gegen sein Nierenleiden verweigert wurden.

->Biografie[4]

Jude 25. Mai 2016
Zinglerstraße 44 Zinglerstraße 4448.3940129.982236 Hedwig Ury
(geborene Ullmann)
Hedwig Ury (* 26 Februar 1894 in Ulm) war die Frau von Dr. Sigmar Ury. Sie arbeitete in seiner Praxis als Empfangsdame und assistierte bei Behandlungen. Ihren Sohn Peter konnte sie noch nach England bringen, aber nach dem Tod ihres Mannes war sie in Ulm alleine. Ihre gesamten Bekannten und Verwandte waren geflüchtet. Sie arbeitete im Zwangsaltersheim Herrlingen und später im jüdischen Altersheim in Dellmensingen. Im August 1942 wurde sie über Stuttgart nach Theresienstadt deportiert. In den 2 Jahren dort arbeitete sie vermutlich als Krankenschwester.

Im Oktober 1944 wurde sie nach Auschwitz verfrachtet und sofort zur Tötung ausselektiert. Sie war eine der letzten, die in Ausschwitz starben.

->Biografie[4]

Jude 25. Mai 2016
Neutorstraße 16 Neutorstraße 1648.4020639.986927 Jenny Moos
(geborene Sundheimer,
verwitwete Hilb)
Jenny Moos wurde 1886 in Nürnberg geboren.

Sie heiratete 1913 den Kaufmann Julius Hilb, mit dem sie zwei Söhne hatte: Kurt und Otto. Ihr Ehemann war ein hochdekorierter Soldat, der 1929 verstarb. Im Zuge der „Arisierung“ verlor sie ihr Geschäft. Ihr Sohn Otto wurde während der Reichspogromnacht schwer misshandelt, konnte sich jedoch mit seinem Bruder nach Israel absetzen. Jenny Moos kam in mehrere Zwangsaltersheime, bevor sie am 30. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

->Biografie[4]

Jude 29. Okt. 2016
Neutorstraße 16 Neutorstraße 1648.4020639.986927 Kurt Hilb Kurt Hilb (* 1914) war der ältere Sohn von Jenny Moos aus ihrer ersten Ehe mit Julius Hilb.

Er konnte über England nach Israel fliehen.

->Biografie[4]

Jude 29. Okt. 2016
Neutorstraße 16 Neutorstraße 1648.4020639.986927 Otto Hilb Otto Hilb (* 1915) war der zweite Sohn von Jenny Moos aus der Ehe mit Julius Hilb. In der Reichspogromnacht wurde er mißhandelt und danach in das KZ Dachau deportiert.

Mit Hilfe gefälschter Papiere gelang ihm die Flucht über England nach Israel.

->Biografie[4]

Jude 29. Okt. 2016
Neutorstraße 16 Neutorstraße 1648.4020639.986927 Hugo Moos Hugo Moos, geboren 1877 in Ulm, war der Sohn eines Kaufmannes und einer Tante Albert Einsteins.

Im Ersten Weltkrieg diente Hugo Moos als Soldat und engagierte sich nach seiner Heimkehr in der Deutschen Demokratischen Partei und dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Nach der Machtergreifung Hitlers emigrierte er nicht wie viele andere in die Vereinigten Staaten, sondern hoffte, dass sich die Situation zum Besseren wenden würde. Nach mehreren Zwangsumsiedelungen und der Heirat mit Jenny Hilb (danach Moos) verstarb er am 18. Dezember 1942 im „Altersghetto“ Theresienstadt ohne jegliche medizinische Versorgung an Krebs.

->Biografie[4]

Jude 29. Okt. 2016
Neutorstraße 16 Neutorstraße 1648.4020639.986927 Selma Schulmann
(geborene Mann)
Selma Schulmann, geboren am 11. September 1875 in Ulm, war die Mutter von Hedwig und Paul Schulmann.

1901 heiratete sie den Kaufmann Abraham Schulmann. Dieser starb 1917 an einem Herzinfarkt, doch im Gegensatz zu ihrer Mutter übernahm sie nach dem Tod ihres Mannes dessen Geschäft nicht. Selma Schulmann, die sich um ihre Tochter Hedwig kümmern musste, deren Epilepsie mit zunehmendem Alter schlimmer wurde, begann einer Tätigkeit als Hausiererin nachzugehen. Schulmann wurde 1942 in das Altersheim Herrlingen zwangsumgesiedelt und dort gezwungen, sich in das Schein-Altersheim Theresienstadt einzukaufen. Im August desselben Jahres wurde sie in das Konzentrationslager Theresienstadt und kurz darauf in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet.

->Biografie[4]

Jude 29. Okt. 2016
Neutorstraße 16 Neutorstraße 1648.4020639.986927 Hedwig Schulmann Hedwig Schulmann, Tochter von Selma Schulmann, geboren am 11. Juli 1902.

Hedwig Schulmann besuchte in Ulm die „Höhere Mädchenschule“, allerdings wohl ohne das Abitur zu machen. Sie arbeitete lange Jahre im Hausierhandel und nach dessen Arisierung ab 1939 im Altersheim Herrlingen. Hedwig litt unter schwerer Epilepsie. Sie wohnte eine geraume Zeit alleine in Herrlingen, bevor sie wieder zu ihrer Mutter in die Neutorstraße zog. Von dort wurde sie von den Nazis ins Sammellager Killesberg gebracht. Am 01. Dezember 1941 wurde Hedwig Schulmann nach Riga deportiert und wurde im Lager Jungfernhof interniert. Dort wurde sie entweder ermordet oder erfror bei 30 bis 40 Grad unter Null in den Todesbaracken.

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Jude 29. Okt. 2016
Östlicher Münsterplatz 23 Östlicher Münsterplatz 2348.3986969.993691 Otto Polatschek Otto Polatschek (* 16. Februar 1907 in Ulm) wurde schon mit 25 Jahren Vollwaise nachdem seine Eltern innerhalb von 3 Jahren starben. Dadurch erbte er 1932 das Schuhgeschäft am Östlichen Münsterplatz. Beim Judenboykott am 1. April 1933 stand auch sein Geschäft auf der Liste der zu boykottierenden Geschäfte. 1935 erschien eine Schmähschrift im gleichgeschaltetem Ulmer Tagblatt mit dem Titel Der "anständige" Jude. Vermutlich aufgrund dieses Drucks der Nationalsozialisten suchte er ab 1936 einen Käufer für das Schuhgeschäft und verkaufte es im Mai 1937 an den Kaufmann Johann Werdich. Wenig später wurden auch Haus und Grundstück verkauft und die Flucht aus Nazideutschland vorbereitet. Durch Strafen, Reichsfluchtsteuer und "Judenabgabe" blieben aber nicht mehr genug Mittel für die Flucht. 1941 wurde er in Berlin zur Zwangsarbeit verpflichtet.

Als die Deportationen in Berlin begannen ging er in den Untergrund. Er starb am 24. August 1943 bei einem Luftangriff der alliierten Streitkräfte.

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Jude 29. Okt. 2016
Stolperstein für Otto Polatschek
Östlicher Münsterplatz 23 Östlicher Münsterplatz 2348.3986969.993691 Lisa Polatschek
(geborene Epstein)
Die Fotolaborantin Lisa Epstein (* 24. Juni 1915) heiratete 1935 Otto Polatschek. Gemeinsam mit ihrem Mann wollte sie 1937 aus Deutschland flüchten und kam so erst nach Berlin. Dort wurden sie in ein Judenhaus zwangseingewiesen. Ab 1941 wurde sie zur Zwangsarbeit gezwungen. Getrennt von ihrem Mann ging sie 1942 in den Untergrund, wurde aber verraten und in das KZ Ravensbrück deportiert. Später kam sie in Zwangsarbeitslager in Estland, wo sich ihre Spur verliert.

Vermutlich wurde sie – erst 27 oder 28 Jahre alt – in Raasiku ermordet.
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Jude 29. Okt. 2016
Stolperstein für Lisa Polatschek
Mathildenstraße 2 Mathildenstraße 248.40562610.007136 Otto Christ Otto Christ wurde am 29. Juli 1934 in Ulm geboren.

Er wurde bereits mit einer Behinderung, vermutlich ähnlich des Down-Syndroms, geboren und besuchte daher nie eine Schule. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr wurde er von seiner Mutter zu Hause gepflegt. Anfang 1944 wurde er zur Untersuchung in eine Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee gebracht. In den folgenden Jahren versuchten die Eltern immer wieder, ihren Sohn zu sich zu holen oder ihn zumindest zu besuchen.

Otto verstarb laut Unterlagen am 06. November 1944 im Alter von 10 Jahren offiziell an „Darmkatarrh“. Dieses wird allerdings aufgrund des Nahrungsentzugs und der Übermedikation an den dortigen Patienten angezweifelt.

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Aktion T4 29. Okt. 2016
Parkstraße 2 Parkstraße 248.402999.998868 Emmy Frankfurter
(geborene Metzler)
Emmy Frankfurter (* 31. Juli 1878) zog im Juni 1937 nach Ulm, um in der Nähe ihrer Tochter und ihres Schwiegersohns zu sein. Diese flohen aber 1940 in die USA und Emmy Franfurter blieb allein zurück in Deutschland, da sie in den USA keinen Bürgen fand.

Im November 1940 musste sie in ein Judenhaus umziehen. Am 26. April 1942 wurde sie über das Sammellager Izbica in ein Vernichtungslager verfrachtet, wahrscheinlich nach Belzec. Wann und wo Emmy Frankfurter ermordet wurde, kann nicht mehr herausgefunden werden. Nach dem Krieg wurde sie für tot erklärt.

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Jude 29. Okt. 2016
Wagnerstraße 105 Wagnerstraße 10548.3940629.970179 Samuel Hirsch Samuel Hirsch wurde am 04. August 1890 in Bad Mergentheim geboren.

Außer ihm hatte die Familie noch vier Mädchen, von denen zwei den Holocaust überlebten. Hirsch war in leitender Tätigkeit bei der Firma „Strauss Hüttenwerke“ tätig. Die Familie plante, nach Chile zu emigrieren; dieser Plan scheiterte jedoch aufgrund des Krieges. 1942, während Juden aus Ulm deportiert wurden, bekam Samuel Hirsch von seinem Arbeitgeber den Status „kriegswichtig“, weshalb er und seine Familie vorerst bleiben durften. Anfang 1943 wurde jedoch beschlossen, auch „kriegswichtige“ Juden zu verschleppen, und so wurde Hirsch mit seiner Familie und den restlichen Juden Ulms nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

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Jude 29. Okt. 2016
Wagnerstraße 105 Wagnerstraße 10548.3940629.970179 Ilse Hirsch
(geborene Vöhl)
Ilse Hirsch wurde am 21. Oktober 1904 in Hessen geboren.

Neben ihr hatten ihre Eltern noch zwei weitere Kinder, Johanna und Manfred, die beide den Holocaust überlebten. Mit ihrem Mann Samuel Hirsch plante sie, nach Südamerika auszuwandern, was jedoch scheiterte. Ilse Hirsch wurde 1943 mit ihrem Mann Samuel und ihrer Tochter Mina nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

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Jude 29. Okt. 2016
Wagnerstraße 105 Wagnerstraße 10548.3940629.970179 Mina Hirsch Mina Hirsch wurde am 29. Mai 1927 als Tochter von Ilse und Samuel Hirsch geboren.

Mina ging auf die jüdische Schule am Ulmer Weinhof und begann wie ihr Vater für die „Nathan Strauss Hüttenwerke“ zu arbeiten. Trotz vieler zu erduldender Repressalien wurde sie von ihren Freundinnen als lebenslustig beschrieben. Kurz vor ihrer Deportation verabschiedete sie sich via Brief von ihrer in die Vereinigten Staaten geflohenen Freundin Hannelore Baer. Mina Hirsch wurde zusammen mit ihrem Vater Samuel und ihrer Mutter Ilse nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

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Jude 29. Okt. 2016

Weblinks

 Commons: Stolpersteine in Ulm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


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