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Liste der Stolpersteine in Mikulov

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Stolperstein für Anna Pisková vor ihrem Wohnhaus

Die Liste der Stolpersteine in Mikulov enthält die Stolpersteine in der tschechischen Stadt Mikulov im Jihomoravský kraj (Südmährische Region), die an das Schicksal der Menschen dieser Region erinnern, welche während des Regimes des Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt.

Die Verlegungen fanden am 30. Oktober 2012 statt.[1]

Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Mikulov

Bild Name Standort Verlegedatum Leben
Stolperstein für Hana Hlavenkova.JPG Hlavenková, HanaHana Hlavenková
(geb. Pisková)
Koněvova 42 Stolpersteine für Hana Hlavenková und Hilda Pisková48.80623716.641448 30. Okt. 2012 Hana Hlavenková geb. Pisková, auch Johana Anna, wurde am 13. Mai 1925 geboren. Sie war die Tochter von Hilda Pisková und Otto Pisa sowie die Enkeltochter von Anna Pisková. Sie hatte einen Zwillingsbruder namens Paul. Sie überlebte das Ghetto Theresienstadt, das Konzentrations­lager Auschwitz und den Todesmarsch im Winter 1945 von Auschwitz ins KZ Bergen-Belsen. Ihr Groß­mutter wurde 1942 ins Warschauer Ghetto verschleppt, ihre Mutter 1944 ins KZ Auschwitz-Birkenau. Beide wurden vom NS-Regime ermordet.

1947 kam ihr Sohn, Lubomír Hlavenka, zur Welt. Zur Verlegung der Stolper­steine für Mutter, Groß­mutter und Ur­groß­mutter kehrte er nach 37 Jahren in seine Heimat­stadt zurück. Er erinnerte daran, dass die Familie mindestens seit 1648 in Mikulov verankert gewesen war. Aus diesem Jahr datiert die Sterbe­urkunde seines und seiner Mutter Vorfahren Jakob Pisa.[2][3]

Stolperstein für Anna Piskova.JPG Pisková, AnnaAnna Pisková
(geb. Karpelesová)
Husova 84/9 Stolperstein für Anna Pisková48.80788916.63618 30. Okt. 2012 Anna Pisková geb. Karpelesová wurde am 15. Mai 1868 geboren. Ihr Ehemann betrieb eine Ziegelei. Sie hatte zumindest einen Sohn, Otto, der das Erbe seines Vaters antrat. Ihr letzter Wohnort vor der Deportation war Brünn. Sie wurde am 29. März 1942 mit Transport Ae ins Ghetto Theresienstadt deportiert (ihre Transportnummer war 814). Am 24. April 1942 wurde sie mit Transport An ins Warschauer Ghetto überstellt (ihre Transportnummer war 102). Von 1.000 Menschen dieses Transportes überlebten nur elf. Anna Pisková zählte zu den Ermordeten.[4][5]
Stolperstein für Hilda Piskova.JPG Pisková, HildaHilda Pisková
(geb. Paschkeová)
Koněvova 42 Stolpersteine für Hana Hlavenková und Hilda Pisková48.80623716.641448 30. Okt. 2012 Hilda Pisková wurde am 2. Februar 1898 geboren. Sie war verheiratet mit Otto Piska, einem Ziegeleibesitzer. Das Paar bekam im Jahr 1925 Zwillinge, Tochter Hana und Sohn Paul.[3] Hilda Piskovás letzter Wohnort vor der Deportation war Brünn. Sie wurde am 27. Mai 1942 mit Transport AAa ins Ghetto Theresienstadt deportiert (ihre Transportnummer war 45). Am 16. Oktober 1944 wurde sie mit Transport Er ins KZ Auschwitz-Birkenau überstellt (ihre Transportnummer war 1145). Dort wurde sie vom NS-Regime ermordet.[6]

Auch ihre Mutter kam im Holocaust ums Leben. Ihre Tochter Hana jedoch konnte Konzentrationslager und Todermassch überleben und bekam 1947 einen Sohn, Lubomír Hlavenka, der 2012 die Stolpersteine für Mutter, Großmutter und Urgroßmutter bestellte. Dieser bedauerte, dass er nicht über die Mittel verfüge, für alle 400 Opfer aus Mikulov Stolpersteine verlegen zu lassen.[3]

Siehe auch

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Stadtgemeinde Mikulov: Novinky a aktuality 1/11 2012 Mikulov si připomíná oběti, 1. November 2012, abgerufen am 3. Juni 2016. (tschechisch)
  2. vizit-sezem: „Aby si někdo kámen mohl přečíst, musí se před obětí sklonit.“, abgerufen am 21. Mai 2016.
  3. 3,0 3,1 3,2 iDNES.cz: Kameny v dlažbě připomínají babičky, které nepřežily vraždění nacistů , 31. Oktober 2012, abgerufen am 21. Mai 2016.
  4. holocaust.cz: Anna Pisková, abgerufen am 20. Mai 2016
  5. Waymarking: Anna Pisková, Mikulov, Czech Republic - Stolpersteine on Waymarking.com, abgerufen am 3. Juni 2016.
  6. holocaust.cz: Hilda Pisková, abgerufen am 20. Mai 2016


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