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Liste der Stolpersteine in Helsinki

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Die Liste der Stolpersteine in Helsinki listet alle Stolpersteine in der finnischen Hauptstadt Helsinki auf. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden im Regelfall von ihm selbst verlegt.

Die Stolpersteine (finnisch kompastuskivet) in Helsinki wurden am 4. Juni 2018 verlegt.[1][2] Sie sind die ersten in Finnland. Für die fünf weiteren Juden, die den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs von Finnland übergeben wurden, gibt es bislang keine Stolpersteine.[3]

Helsinki

Insgesamt übergaben die finnischen Behörden während des Zweiten Weltkrieges fünf jüdische Männer an die Gestapo.[3] Drei Familienangehörige sollen sie aus freien Stücken begleitet haben. Alle fünf waren mit den Gesetzen Finnlands oder den Einwanderungsbestimmungen in Konflikt geraten. Die Ausgewiesenen waren:

  • Heinrich Huppert, begleitet von seinem Sohn Kurt,
  • Georg Kollmann, begleitet von Frau und Kind,
  • Elias Kopelovsky,
  • Hans Korn und
  • Hans Sybilskij.

Mit Ausnahme von Kopelovsiky waren alle österreichischer Herkunft. Georg Kollmann war der einzige der acht, der das NS-Regime überleben konnte. Die Übergabe erfolgte am 6. November 1942 in der estnischen Hauptstadt Tallinn, 80 Kilometer südlich von Helsinki.

Liste der Stolpersteine

Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Bild Inschrift Übersetzung Standort Biographie
BW
Tässä asui
Franz Olof
Kollmann

s. 1941 Helsinki
luovutettiin Gestapolle
6.11.1942
vietiin Auschwitziin 1943
murhattiin
Hier wohnte
Franz Olof
Kollmann

geb. 1941 in Helsinki
der Gestapo übergeben
6.11.1942
1943 nach Auschwitz gebracht
ermordet
Munkkiniemen puistotie 18B
Stolperstein für Tri Georg Kollmann60.19760824.877944
Franz Olof Kollmannn wurde am 15. Mai 1941 in Helsinki geboren, als Sohn von Georg und Janka Kollmann. Das Baby wurde gemeinsam mit seinen Eltern festgenommen und am 6. November 1942 an die Gestapo ausgeliefert. Am 19. Februar 1943 wurde die Familie von Berlin aus mit Transport Nr. 29 n das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Mutter und Kind wurden unmittelbar nach der Ankunft am 20. Februar 1943 vom NS-Regime in einer Gaskammer ermordet.[4]

Der Vater konnte den Holocaust überleben. Ebenfalls ermordet wurden die Großeltern mütterlicherseits, eine Tante des Babys und deren Ehemann.

Tässä asui
Tri Georg
Kollmann

s. 1912 Itävalta
pakeni Suomeen
luovutettiin Gestapolle
6.11.1942
vietiin Auschwitziin 1943
vapautui
Hier wohnte
Dr. Georg
Kollmann

geb. 1912 in Österreich
geflohen nach Finnland
der Gestapo übergeben
6.11.1942
1943 nach Auschwitz gebracht
befreit
Munkkiniemen puistotie 18B
Stolperstein für Tri Georg Kollmann60.19760824.877944
Dr. Georg Kollmannn wurde am 19. November 1912 in Wien geboren. Seine Eltern waren Robert und Friederike Kollmann. Er hatte einen Halbbruder, Stefan Kollmann, geboren 1918, der auch „Ze'ev“ genannt wurde.

Er heiratete Janka Holčerová. Das Paar flüchtete nach Finnland. Dort kam im Mai 1942 der gemeinsame Sohn Franz Olof zur Welt. 18 Monate später wurden Eltern und Kind festgenommen und am 6. November 1942 an die Gestapo ausgeliefert. Am 19. Februar 1943 wurde die Familie von Berlin aus mit Transport Nr. 29 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Mutter und Kind wurden unmittelbar nach der Ankunft am 20. Februar 1943 vom NS-Regime in einer Gaskammer ermordet.[5]

Georg Kollmann konnte Auschwitz überleben. Er war in zweiter Ehe mit Olivia verheiratet und hatte mit ihr zumindest eine Tochter, Orna. Er starb am 3. Oktober 1992 in Israel. Sein Halbbruder konnte ebenfalls den Holocaust überleben.

Tässä asui
Janka
Kollmann

o. s. Holčerová
s. 1910 Unkari
pakeni Suomeen
luovutettiin Gestapolle
6.11.1942
vietiin Auschwitziin 1943
murhattiin
Hier wohnte
Janka
Kollmann

geb. Holčerová
geb. 1910 in Ungarn
geflohen nach Finnland
der Gestapo übergeben
6.11.1942
1943 nach Auschwitz gebracht
ermordet
Munkkiniemen puistotie 18B
Stolperstein für Tri Georg Kollmann60.19760824.877944
Janka Kollmannn wurde am 10. September 1910 in Nyíregyháza (Ungarn) geboren. Ihre Eltern waren Ludvig Holczer (geboren am 31. März 1879 in Bardejov in der heutigen Slowakei) und Regina geb. Szendrovics (geboren am 25. Januar 1876 im ungarischen Sumegh). Sie hatte einen Bruder, Josef (geboren um 1906) und zwei Schwestern, Margit (geboren 1907) und Ana (geboren 1914).

Sie heiratete den Wiener Georg Kollmann. Das Paar flüchtete nach Finnland. Dort kam im Mai 1942 der gemeinsame Sohn Franz Olof zur Welt. 18 Monate später wurden Eltern und Kind festgenommen und am 6. November 1942 an die Gestapo ausgeliefert. Es folgte die Deportation der Familie in das Konzentrationslager Auschwitz. Mutter und Kind wurden am 20. Februar 1943 vom NS-Regime ermordet.[6]

Vater, Mutter, Schwester Margit und deren Ehemann wurden ebenfalls im Rahmen des Holocaust ermordet, alle auch in Auschwitz.[7][8] Der Ehemann von Janka Kollmann und die beiden anderen Geschwister konnten überleben.

Siehe auch

Nachweise

  1. Twitteraccount Stolpersteine
  2. Liisa Niemi: Vasta 1,5-vuotias Franz Olof vietiin perheineen Helsingistä keskitysleirille – Munkkiniemeen ilmestyivät Suomen ensimmäiset ”kompastuskivet”, joiden ohi harva pystyy kävelemään liikuttumatta auf www.hs.fi vom 5. Juni 2018, abgerufen am 9. Juni 2018
  3. 3,0 3,1 Tony Öhberg: Finland’s First Stolpersteins Inscribe The Names of a Jewish Family Who Was Handed Over to Nazis and Sent to Auschwitz auf www.finlandtoday.fi vom 6. Juni 2018, abgerufen am 9. Juni 2018
  4. The Central Database of Shoah Victims' Names hat drei Einträge über Franz Olaf Kollmann, alle abgerufen am 10. Juni 2018:
  5. The Central Database of Shoah Victims' Names: Georg Kollmann, abgerufen am 8. Juni 2018
  6. The Central Database of Shoah Victims' Names hat zwei Einträge über Janka Kollmann, beide abgerufen am 10. Juni 2018:
  7. The Central Database of Shoah Victims' Names: Ludvig Holczer, abgerufen am 10. Juni 2018
  8. The Central Database of Shoah Victims' Names: Margit Kaldor, abgerufen am 10. Juni 2018

Weblinks


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