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Liste der Stolpersteine in Dänemark

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Die Liste der Stolpersteine in Dänemark listet alle Stolpersteine, die in Dänemark verlegt worden sind. Die Stolpersteine liegen in der Regel vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers und erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden im Regelfall von ihm selbst verlegt.

Stolpersteine werden auf Dänisch Snublestene genannt. Sie liegen zumeist vor einem früheren selbst gewählten Wohnsitz. In Dänemark liegen derzeit (Stand September 2019) zwölf Stolpersteine, einer in Frederiksberg und elf in der Hauptstadt Kopenhagen. Die ersten Verlegungen fanden im Juni 2019 statt, in Anwesenheit von Überlebenden und Familienangehörigen der Opfer.[1] Sie beruhen auf einer Initiative des Forum för levande historia, der Vereinigung der Holocaust-Überlebenden und der Jüdischen Gemeinde in Stockholm.

Geschichte der Juden in Dänemark

Ausschreitungen gegen Juden, 1819

Álvaro Dinis, ein portugiesischer Kaufmann, der gerade aus Hamburg vertrieben wurde, war einer der ersten Juden im dänischen Einflussgebiet. Er ließ sich 1619 in der 1617 im damals unter dänischer Regierung stehenden Herzogtum Holstein gegründeten Exulantenstadt Glückstadt nieder und gründete hier 1622 mit Bewilligung des Königs Christian IV. und dessen Statthalters Gerhard Rantzau die erste jüdische Gemeinde. Dinis wurde ein Vertrauter des dänischen Thronfolgers.[2][3] Unter Friedrich III., 1648 bis 1670 König von Dänemark und Norwegen, kam es 1682 zur Gründung einer ersten jüdischen Gemeinde in der neu erbauten Stadt Fredericia. Zwei Jahre später wurde auch eine kleine jüdische Gemeinde in Kopenhagen gegründet.[4] Gründe für die Zulassung waren stets auch ökonomische. Um 1780 lebten rund 1.600 Juden in Dänemark, allesamt mit Niederlassungsbewilligungen aufgrund ihres persönlichen Vermögens.[5] Außerhalb der mit Religionsfreiheit privilegierten Orte wie Glückstadt wurden Juden sozial und ökonomisch diskriminiert und mussten eine Zeitlang sogar protestantische Gottesdienste besuchen.[6]

Während es 1819 noch zu Ausschreitungen gegen Juden kam, beruhigte sich die Lage in den Folgejahren. Langsam konnten sie Bürgerrechte erlangen und konnten sich – sowohl als Kaufleute, als auch als Intellektuelle – in die Gesellschaft integrieren. Sie gründeten zahlreiche Unternehmen, viele überlebten in der einen oder anderen Form bis heute. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen rund zehntausend jüdische Auswanderer aus Osteuropa nach Kopenhagen, zumeist auf der Durchreise in die USA. Rund 3.000 von ihnen blieben jedoch, weil sie nicht genügend Geld zur Weiterreise hatten, in Dänemark. Diese "neuen Juden" waren arm, sprachen Jiddisch und lebten in den Armenvierteln von Kopenhagen. Viele von ihnen waren Sozialisten, Zionisten oder ultraorthodoxe Juden. Die etablierten Juden der Mittel- und Oberschicht in Kopenhagen fürchteten, dass die Neuankömmlinge das Verhältnis der dänischen Gesellschaft zu den Juden generell beeinträchtigen könnten. Sie sammelten Spenden und halfen den ärmsten Juden und versuchten sie in die dänisch-jüdische Gesellschaft zu integrieren.

Auch zwischen 1933 und 1939 kam es zu einer Flüchtlingswelle. Wiederum passierten jüdische Flüchtlinge das Land. Diesmal waren es rund 4.500 und im Regelfall genehmigten die Behörden nicht, dass sich deutsche Flüchtlinge in Dänemark niederließen. Einige durften vorübergehend als Lehrlinge in der Landwirtschaft bleiben, wo sie sich auf die Emigration nach Palästina vorbereiteten. Staatenlose Juden wurden ab April 1940, der deutschen Besetzung des Landes, in das Deutsche Reich zurückgeschickt. Einige von ihnen starben in den Vernichtungslagern der Nazis.[7][8]

Rettung der dänischen Juden

Dänische Juden im Rettungsboot nach Schweden

Georg Ferdinand Duckwitz (1904–1973), ein deutscher Diplomat, der sich schon lange vom Nationalsozialismus abgewandt hatte, informierte umgehend den dänischen Sozialdemokraten Hans Hedtoft, nachdem er erfahren hatte, dass für die Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1943 die Verhaftung der dänischen Juden und danach die Deportation über Deutschland in die Konzentrationslager im Osten geplant war. Die dänische Zivilbevölkerung verhinderte die Verhaftung und Deportation "ihrer Juden" in einer einzigartigen Solidaritätsaktion. Innerhalb einer Nacht wurden die meisten der in Dänemark auffälligen Juden mit kleinen und mittleren Booten in das neutrale Schweden überführt, welches nicht von deutschen Streitkräften besetzt war. Die Rettungsaktionen erfolgten über den Öresund, das Kattegat und die dänische Ostseeinsel Bornholm. 7.742 jüdische Menschen, von denen 1.376 nicht dänische Staatsangehörige waren, konnten in Sicherheit gebracht werden, des Weiteren auch 686 nichtjüdische Familienangehörige. Sie bekamen ein dauerndes Aufenthaltsrecht in Schweden bis zum Untergang des NS-Regimes.[9] Als die Nazis Anfang Oktober ihre Razzien starteten, befanden sich statt ursprünglich rund 8.000 nur mehr wenige hundert Juden im Land. Die verhafteten Juden wurden in drei Transporten in das KZ Theresienstadt deportiert. Am 2. Oktober 1943 wurden 83 jüdische Männer und Frauen von Aalborg abtransportiert und 198 aus Kopenhagen. Der dritte Transport mit 175 Juden verließ das Lager Horserød am 13. Oktober 1943. Aus diesem Lager wurden am 23. November 1943 sechs Männer in das KZ Sachsenhausen sowie zehn Frauen und Kinder in das KZ Ravensbrück deportiert.[10]

Der dänischen Regierung gelang es nach Verhandlungen mit Heinrich Himmler Anfang 1945 die Freilassung von 423 dänischen Staatsbürgern aus dem KZ Theresienstadt zu erreichen. Nur knapp 1 % der jüdischen Population Dänemarks wurde Opfer der Shoah, mit Abstand die niedrigste Rate in allen von Deutschen besetzten Gebieten.[9]

Opferzahlen, Entschuldigung

Die Tageszeitung Berlingske veröffentlichte folgende Berechnung: Rund 50 Juden aus Dänemark starben im KZ Theresienstadt. Zwanzig deutsche bzw. staatenlose Juden wurden in Konzentrationslagern ermordet. 25 bis 30 Juden verübten während der Flucht nach Schweden im Jahr 1943 Selbstmord bzw. ertranken in der Ostsee. Dadurch ergibt sich eine Opferzahl von 95 bis 100.[11]

Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen entschuldigte sich im Jahr 2005 offiziell beim jüdischen Volk und auch bei allen unschuldigen Menschen, die "mit aktiver Beteiligung dänischer Behörden in Hitlers Deutschland einem ungewissen Schicksal ausgeliefert wurden."[12]

Stolpersteine

Frederiksberg

Bild Inschrift Adresse Leben
HIER WOHNTE
JACOB THALMAY
GEBOREN 1904
DEPORTIERT 1944
SACHSENHAUSEN
AUSCHWITZ
UMGEKOMMEN 9.3.1945
TODESMARSCH NACH MELK
Carl Plougsvej 7 Jacob Thalmay wurde am 21. Januar 1904 in Warschau geboren. Seine Eltern waren Lipa und Hannah Thalmay. Er hatte vier Geschwister. Die Familie kam 1905 nach Dänemark. Der Inhaber eines Optiker-Geschäftes im Zentrum von Kopenhagen war musikalisch und beherrschte mehrere Sprachen. 1934 heiratete er Johanne, geborene Bornstein. Das Paar hatte einen Sohn Bent (geboren 1935). Jacob Thalmay beteiligte sich unter dem Decknamen Bent Jacobsen am dänischen Widerstand gegen die deutschen Besatzungstruppen, sowohl an Sabotageakten und der Verbreitung illegaler Schriften, als auch beim Verstecken von gefährdeten Personen und in der Fluchthilfe. 1943 sorgte er dafür, dass seine Frau und sein Sohn mit einem Boot nach Schweden in Sicherheit gebracht wurden. Er selbst blieb in Dänemark, um seine Widerstandstätigkeit fortzusetzen. Nachdem er erfahren hatte, dass einige Verwandte verhaftet und in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden waren, zog er eine NS-Uniform an und sprach im Hauptquartier der Gestapo vor. Er wollte erreichen, dass die Verwandten wieder nach Dänemark zurück gebracht werden. Seine Verkleidung wurde jedoch von einem dänisch-isländischen Kollaborateur des NS-Regimes, einem früheren Nachbarn, enttarnt. Jacob Thalmay wurde von der Gestapo verhaftet und in mehreren dänischen Gefängnissen interniert. Er wurde schließlich in das KZ Sachsenhausen deportiert und am 20. August 1944 nach Auschwitz überstellt. Anfang 1945 musste er einen Todesmarsch Richtung Mauthausen antreten. Am 9. März 1945 brach er im Außenlager Melk zusammen und starb.[13][14][15]

Eine Gedenktafel im Gedenkhain in Ryvangen erinnert an Jacob Thalmay.

Kopenhagen

Bild Inschrift Adresse Leben
HIER WOHNTE
IRMA BARASCH
GEBOREN 1893 ALS MARCUSE
VERHAFTET 29.8.1942
ABGESCHOBEN NACH DEUTSCHLAND
7.9.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET
Nørregade 27 Irma Barasch, geborene Marcuse, wurde am 9. Juni 1893 in Wriezen geboren. Sie war Buchhalterin und verheiratet mit Julius Barasch (siehe unten). Das Paar lebte eine Zeit lang in Dänemark. Irma Barasch und ihr Mann wurden am 29. August 1942 auf Grund der poitischen Aktivitäten ihres Mannes verhaftet und am 7. September 1942 nach Deutschland abgeschoben. Sie kam in ein Sammellager für Juden in die Große Hamburgerstraße und wurden von hier am 26. Februar 1943 mit dem Transport Nr. 30 nach Auschwitz deportiert. Irma Barasch wurde in Auschwitz ermordet, vermutlich am Tag ihrer Ankunft.

Auch ihr Ehemann wurde nach Auschwitz deportiert und ermordet.[16][17][18]

HIER WOHNTE
JULIUS BARASCH
GEBOREN 1898
VERHAFTET 29.8.1942
ABGESCHOBEN NACH DEUTSCHLAND
7.9.1942
ERMORDET 23.10.1943
AUSCHWITZ
Nørregade 27 Julius Barasch wurde am 25. Mai 1898 in Hamburg geboren. Die Familie stammte ursprünglich aus Rendsburg. Seine Eltern waren Simon und Clara Barasch. Beide wurden in Dänemark geboren und ihre Familien hatten lange Zeit in Süddänemark gelebt. Julius Barasch hatte zumindest eine Schwester. Er studierte Jura und Volkswirtschaft, schloss jedoch die Studien nicht ab. Im Ersten Weltkrieg diente er im Deutschen Heer. Nach dem Krieg war er als Journalist beim Berliner Tageblatt angestellt. Ab 1929 führte er ein eigenes Korrespondenz- und Beratungsbüro in Berlin. Er heiratete Irma Marcuse, eine Buchhalterin (siehe oben).

Während seiner Tätigkeit für das Berliner Tageblatt schrieb er eine Rezension eines antisemitischen Buches von Artur Dinter, eines völkischen Politikers. Julius Barasch wollte beweisen, dass Dinter Zitate gefälscht hatte. Es kam zu einem Prozess, doch das Berliner Gericht stufte den Artikel als verleumderisch ein und verurteilte 1931 den Herausgeber der Zeitung zu einer Geldstrafe von 1.200 Mark und Julius Barasch zu einer Geldstrafe von 500 Mark.


1933 kam die SA zu Barasch, als er gerade nicht anwesend war. Der Herausgeber des Berliner Tageblatt war zu diesem Zeitpunkt schon verhaftet wurden. Die Baraschs flüchteten nach Frankreich. Nach fünf Monaten gingen sie nach Dänemark, wo sie am 4. Oktober 1933 in Esbjerg ankamen und wurden als Flüchtlinge anerkannt. Baraschs Schwester und Mutter wanderten 1936 nach Sydney aus (Baraschs Vater war bereits 1933 verstorben), Julius Barasch und seine Frau wollten ihnen folgen, doch zwei Anträge wurden abgelehnt.

Julius Barasch und seine Frau lebten in Dänemark in einem Emigrantenheim und bekamen Sozialhilfe. Barasch konnte nur wenige Zeitungsartikel verkaufen. Ab 1938 kämpfte das Paar um Arbeitserlaubisse, erhielt aber keine. Mit einer gespendeten Schreibmaschine schrieb er für andere Emigranten Bewerbungen und verdiente sich so Geld dazu.
1937 war Barasch Hauptverantwortlicher einer Ausstellung über den Spanischen Bürgerkrieg und geriet unter anderem dadurch wieder besonders in den Fokus der Polizei. Am 29. August 1942 wird Barasch schließlich auf Grund seiner politischen Aktivitäten verhaftet und am 7. September 1942 zusammen mit seiner Frau nach Deutschland abgeschoben. Sie kamen in Warnemünde an und wurden von dort nach Berlin verbracht. Baraschs Frau kam in ein Sammellager und wurde im Februar 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Auch Julius Barasch wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Auschwitz deportiert und wurde hier am 23. Oktober 1943 ermordet.[16][19]

HIER WOHNTE
HERSCHEL FISCHEL
CHOLEVA
GEBOREN 1885
VERHAFTET 4.10.1943
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
UMGEKOMMEN 17.10.1944
Rantzausgade 18 Herschel Fischel Choleva wurde am 18. Dezember 1885 in Szydłowiec (Polen), geboren. Er war Schneider und kam 1907 nach Dänemark. 1911 heiratete er Jehudit, geborene Zweigenbok (geboren 1885). 1916 wurde Tochter Sulamith geboren. Am 4. Oktober 1943 versteckten sie sich gemeinsam mit rund 20 weiteren Personen in der Säurefabrik von Amager und warteten auf eine Überfahrt nach Schweden. Sie wurden entdeckt und von den Deutschen verhaftet. Die Gruppe kam ins Dagmarhus nach Kopenhagen. zu diesem Zeitpunkt ein von der Gestapo besetztes Gebäude. Die Familie wurde von dort in das Lager Horserød überstellt. Am 12. Oktober wurde Herschel Fischel Choleva zusammen mit 174 anderen Menschen jüdischen Glaubens zum Bahnhof nach Helsingør geführt, von hier fuhr ein Zug am nächsten Tag die Gefangenen nach Gedser. Von dort ging es weiter nach Warnemünde, dann in Viehwaggons nach Theresienstadt, wo der Transport mit der Bezeichnung XXV/3 am 14. Oktober 1943 ankam. Cholevas Transportnummer war die 56. Herschel Fischel Choleva verlor hier am 17. Oktober 1944 sein Leben.[20][21][22]

Cholevas Tochter Sulamith hat überlebt. In Theresienstadt war sie als Lehrerin tätig.[23]

HIER WOHNTE
SCHMUL
SENDER JONISCH
GEBOREN 1899
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
ERMORDET MÄRZ 1944
AUSCHWITZ
Sølvgade 34 Schmul Sender Jonisch, auch Schmuel Sender Jonisch oder Shmuel Zender Jonisch, wurde am 18. März 1899 in Warschau geboren. In den 1920er Jahren zog er nach Berlin. Er war sehr religiös und unverheiratet. Im April 1938 flüchtete er nach Dänemark. Er kam auf illegalem Wege ins Land. Finanzielle Unterstützung erhielt er hier einige Zeit von der Mosaic Faith Society. Von September 1940 bis Juni 1941 arbeitete er in der Arbeitsanstalt Sundholm. Ab August 1941 wohnte er in der Sølvgade 34. Er besuchte regelmäßig die ultraorthodoxe Synagoge Machsike Hadas. Am 4. oder 5. Oktober 1943 wurde Schmul Sender Jonisch von den Deutschen verhaftet, im Lager Horserød interniert. Am 12. Oktober 1943 drehte Paul Hennig einen Film im Lager, im dem Jonisch zu sehen ist.[24] Am Abend desselben Tages wurde er mit 174 weiteren Menschen jüdischen Glaubens zum Bahnhof nach Helsingør geführt, von hier fuhr ein Zug am nächsten Tag die Gefangenen nach Gedser. Von dort ging es weiter nach Warnemünde, dann in Viehwaggons nach Theresienstadt, wo der Transport mit der Bezeichnung XXV/3 am 14. Oktober 1943 ankam. Seine Transportnummer war 52. Als man dem orthodoxen Juden Schmul Jonisch in der Entlausungsanstalt die Haare abschneiden wollte, soll er die Beherrschung verloren haben. Er wurde in der "Nervenheilanstalt" von Theresienstadt interniert. Auf Grund eines Abkommens zwischen Adolf Eichmann und Werner Best, geschlossen am 1. November 1943, wurden dänische Juden nicht mehr in Vernichtungslager deportiert. Um dies zu umgehen, wurde Jonisch am 20. März 1944 mit 41 weiteren Patienten sowie zwei Krankenschwestern und einem Arzt als psychisch krank mit den Transport Dx (seine Gefangenennummer auf diesem Transport war die 23) nach Auschwitz deportiert. Dort wurde Schmul Sender Jonisch mit einem Großteil der anderen Patienten sofort nach der Ankunft in einer Gaskammer ermordet. Auch die anderen überlebten nicht.[25]

Jonisch war der einzige der im Oktober 1943 aus Dänemark Deportierten, der nach Auschwitz gebracht wurde.[26][27]

HIER WOHNTE
PINKUS KATZ
GEBOREN 1875
VERHAFTET 1.10.1943
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
UMGEKOMMEN 15.3.1944
Ravnsborg Tværgade 3 Pinkus Katz, auch Pinkhas Katz, wurde am 13. Juli 1875 oder 1876 in Simferopol geboren. 1902 heiratete er Rebekah, geborene Duksin (1884-1976), das Paar hatte sechs Kinder, zwei vor 1908 geboren, vier weitere wurden in Dänemark geboren, wohin die Familie 1908 gezogen war. Pinkus Katz war Schuster. Die Familie lebte zuerst in der Saxogade 45, zog dann in die Ravnsborg Tværgade 3. Dort wurden sie zusammen mit der 1911 geborenen Tochter Anna am 1. Oktober 1943 in der Nacht festgenommen. Sie wurden zum Langeliniekaj gebracht, wo sich bereits ihr ältstern Sohn Salomon, dessen Frau Chaja und deren Tochter befanden. Die Familie wurde nach Theresienstadt deportiert. Pinkus' Katzs Deportationsnummer war die 96. Am 5. Oktober 1943 kam der Transport in Theresienstadt an. Am 15. März oder 16. März 1944[28] starb Pinkus Katz hier nach langer Krankheit.[29]
HIER WOHNTE
THORA KROGMANN
GEBOREN 1875 ALS WOHLMUTH
VERHAFTET 1.10.1943
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
UMGEKOMMEN 13.8.1944
Krystalgade 12 Thora Therese Krogmann, geborene Wohlmuth, wurde am 13. Februar 1867 in Kopenhagen geboren. Ihre Eltern waren der Zigarrenfabrikant Herman Wohlmuth (geboren 1816) und Bolette, geborene Lublin (23. Februar 1829 – 20. Mai 1914). Thora Krogmann hatte sieben Geschwister.[30] Sie wurde Lithographin und heiratete am 16. Juni 1895 den in Russland geborenen Israel Krogmann (geboren 1860). Dieser war über Schweden nach Dänemark gekommen. Das Ehepaar hatte zwei Söhne: Herman (geboren 1896) und Emanuel (geboren 1898). Im Mai 1912 zog die Familie in das Haus der Meyers Minde-Stiftung. Hier konnten Menschen jüdischen Glaubens frei wohnen. 1916 starb Thora Krogmanns Ehemann. Am 1. Oktober 1943 wurde sie zusammen mit 11 weiteren Bewohnern des Hauses mit dem Transport XXV/2 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Thora Krogmanns Transportnummer war 112. Auch der Pflegesohn ihres Sohnes Emanuel, Leo Säbel (1924-2015), der 1939[31] mit der Kinder- und Jugend-Alijah aus Leipzig nach Dänemark gekommen war, wurde deportiert. Am 5. Oktober 1943 kam der Transport in Theresienstadt an.[32] Thora Krogmann verlor am 13. August 1944 in Theresienstadt ihr Leben.[33][34][35][36]
HIER WOHNTE
ROSA NACHEMSOHN
GEBOREN 1868 ALS HILLELSOHN
VERHAFTET 1.10.1943
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
UMGEKOMMEN 22.12.1943
Krystalgade 12 Rosa Nachemsohn, geborene Hillelsohn, wurde am 7. Januar 1868 in Libau, damals Russland, geboren. Sie heiratete Semele Louis Nachemsohn (geboren 1854). 1895 wurde ihr erstes Kind, ein Sohn, geboren, die Familie flüchtete nach Dänemark. Semele Nachemsohn starb 1902, Rosa Nachemsohn stand mit vier Kindern alleine da. Die Familie zog in das Haus der Meyers Minde-Stiftung. Hier konnten Menschen jüdischen Glaubens frei wohnen. Am 1. Oktober 1943 wurde Rosa Nachemsohn zusammen mit 11 weiteren Bewohnern des Hauses mit dem Transport XXV/2 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 140. Am 5. Oktober 1943 kam der Transport in Theresienstadt an. Rosa Nachemsohn verlor am 22. Dezember 1943 in Theresienstadt ihr Leben.[37][38][39]
HIER WOHNTE
RUTH FANNI
NIEDRIG
GEBOREN 1920 ALS STECKELSON
VERHAFTET 4.5.1940
ABGESCHOBEN NACH DEUTSCHLAND
11.7.1940
ERMORDET AUG. 1943
AUSCHWITZ
Kronprinsensgade 13 Ruth Fanni Niedrig, geborene Steckelson, wurde am 15. November 1920 in Wilhelmsdorf bei Berlin geboren. 1938 heiratete die Friseuse den Schneider Schulim Niedrig (geboren 1910 in Oświęcim). Im Oktober 1938 wurde Schulim Niedrigs Familie "ausgebürgert" und an die deutsch-polnische Grenze gebracht. Schulim Niedrig lebte für ein halbes Jahr in Warschau. Nachdem Ruth Niedrig auf Grund der Heirat mit ihm auch ausgewiesen werden sollte, reiste er zurück nach Berlin. Von Berlin floh das Paar nach Dänemark. Im Mai 1939 überqueren sie die Grenze bei Flensburg zu Fuss. Von dort reisten sie mit dem Bus nach Kopenhagen. In Nyborg wurden sie verhaftet und kamen ins Gefängnis. Einige Tage später wurde das Paar mit einer Fähre nach Danzig geschickt. Dort wurden sie abgewiesen und fuhren nach fünf Tagen auf der selben Fähre wieder zurück nach Kopenhagen. Das Paar bleibt dort für weitere zwei Monate in Gewahrsam. Ruth Niedrig schrieb Bittbriefe an den König Christian X. und Liebesbriefe an ihren Mann. Auch dieser schrieb Briefe an Behörden und Briefe an seine Frau. Alle Briefe werden beschlagnahmt. Das Jüdische Hildskomitee wurde auf das Paar aufmerksam und half. Im August 1939 wurden Rith Niedrig und ihr Ehemann aus dem Gefängnis entlassen und erhielten Geld und Essenskarten vom Komitee. 1940 beantragten sie Visa für die USA und Italien. Schulim Niedrig glaubte, dass es einfacher wäre, von Italien in die USA auszuwandern. Im Mai 1940 ging Ruth Niedrig am Abend ins Kino, währenddessen wurde Schulim Niedrig vor dem Haus von Freunden verhaftet. Da Schulim Niedrig nur schlecht dänisch sprach, konnte die Situation nicht aufgeklärt werden. Am nächsten Tag holten die Polizisten auch Ruth Niedrig ab. Wieder befand sich das Paar im Gefängnis. Der Generalstaatsanwalt Harald Petersen wollte beide nach Polen abschieben, was nicht ging, weshalb der Polizeipräsident Harry Chr. Mikkelsen Kudsk wiederum die Entlassung des Paares empfahl. In der Zwischenzeit langten Forderungen der Behörden in den USA nach weiteren Papieren für Schulim Niedrig ein, sein Visum war also noch immer nicht bewilligt. Die deutschen Behörden erklärten sich bereit das Ehepaar aufzunehmen. Troels Hoff, zu dem Zeitpunkt noch Staatsanwalt und nach dem Krieg Chef des dänischen Sicherheitsdienstes, notierte am 6. Juni 1942 zu diesem Fall: "Sie werden eines Tages nach Polen geschickt". Am 11. Juli 1940 wurden Ruth und Schulim Niedrig den deutschen Behörden übergeben und nach Flensburg gebracht, wo sie weitere zwei Monate im Gefängnis verbrachten. Am 12. September wurden sie in das Arbeitslager Schloßhofstraße in Bielefeld deportiert, wo Ruth Niedrig und ihr Mann Zwangsarbeit verrichteten. Am 2. März 1942 wurden Ruth Niedrig und ihr Mann nach Auschwitz deportiert. Von den 1.500 Deportierten wurden 820 Menschen sofort ermordet, Ruth und Schulim Niedrig wurden tätowiert und kamen ins Lager. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft im Lager wurde Ruth Niedrig von Schäferhunden gebissen und starb.

Ihr Ehemann Schulim Niedrig traf im Lager einen ehemaligen Bekannten, mit dem er Mitglied in der Sozialistischen Partei war. Dieser Bekannte hatte inzwischen die Seiten gewechselt und war hier Gefängniswärter. Mit dessen Hilfe konnte Schulim Niedrig die Zwangsarbeit, unter anderem für die Buna-Werke, und das Lager überleben. Im Januar 1945 wurde er nach Buchenwald verlegt, wo er im April 1945 befreit wurde. Niedrig kam wieder nach Bielefeld. Er lernte eine Frau kennen, die ein Kind in die Beziehung brachte. Sie zogen zusammen nach Schweden, von dort nach Kanada. Er änderte seinen Namen zu Fritz Niedrich, arbeitete wieder als Schneider und eröffnete in Hamilton ein Geschäft. 1987 starb Fritz Niedrich in seinem Haus in Toronto an einem Herzinfarkt.[40]

HIER WOHNTE
ERNST PLATZKO
GEBOREN 1882
VERHAFTET 17.9.1940
ABGESCHOBEN NACH DEUTSCHLAND
18.9.1940
SACHSENHAUSEN
ERMORDET 16.10.1942
Bredgade 3 Ernst Platzko wurde am 1. April 1882 in Nové Mesto nad Váhom geboren[41]. Er war Vater von vier Kindern: drei Söhnen und einer Tochter. Er war Handelsreisender und lebte und arbeitete in Wien. 1937 zog Platzko mit seinem jüngsten Sohn Karel (später Karl) nach London. Über 20 Jahre war er auch Handelsreisender in Dänemark und Skandinavien. Am 7. April 1940 landete Platzko mit Waren bekannter Londoner Modehäusern in Dänemark, doch zwei Tage später besetzten die Deutschen Dänemark und Platzko saß in Kopenhagen fest. Er verkaufte alle seine Waren an drei dänische Kaufhäuser. Die 25.000 Kronen, die der Verkauf erbracht, konnten nur in monatlichen Raten in einer Höhe von 6.700 Kronen über die Dänische Nationalbank ausbezahlt werden, so dass Platzko in Kopenhagen blieben musste. Er musste sich dreimal pro Woche bei der Polizei melden und hatte die Anweisung möglichst rasch das Land zu verlassen. Während seines erzwungenen Aufenthaltes wohnte er in der Pension Askestad, die sich in der Bredgade 3 befand. Am 26. Juli 1940 gab Ernst Platzko bei der Polizei an, dass er Visa für Schweden und die USA beantragt hatte, es lag auch ein Affidavit seines in der USA lebenden Schwiegersohnes vor. Der Sekretär des schwedischen Konsulats, Nils-Eric Ekblad, teilte mit, dass es drei Wochen dauern würde, Platzko aber wahrscheinlich ein Visum erhalten würde. Nach zwei Wochen kam eine Ablehnung, er könnte aber erneut ein Visum für Schweden beantragen, wenn ein Visum für die USA vorläge. Platzko kontaktierte erneut seinen Schwiegersohn, um den Vorgang zu beschleunigen, gab dies auch bei der Polizei bekannt. Am 23. August 1940 musste er seinen nur bis 18. August 1940 gültigen tschechischen Reisepass abgeben. Im September kam es zu behördlichen Aktivitäten im Fall Platzko. Am 12. September 1940 beantragten deutsche Behörden seine Auslieferung. Dieser Antrag erfolgte auf Grund einer Liste von Namen, die der Generalstaatsanwalt Eivind Larsen erstellt und an deutsche Behörden geschickt hatte. Der Justizminister Harald Petersen stimmte der Auslieferung zu. Am 16. September erfolgte ein weiteres Schreiben deutscher Behörden bezüglich des Transfers Platzkos nach Deutschland. Am 17. September 1940 wurde Platzko ohne Vorwarnung verhaftet und am nächsten Tag sofort nach Deutschland ausgeliefert. Bis zum 30. November 1942 befand er sich in einem Gefängnis, dann wurde er in das KZ Sachsenhausen deportiert und erhielt die Häftlingsnummer 34393. Er wurde dem Block 38 zugewiesen. Ernst Platzko verlor am 16. Oktober 1942 sein Leben, als Todesurache wurde "Lungentuberkulose" angegeben.[42]

Laut einem Enkel von Platzko sei bisher nicht geklärt, was mit der offenen Forderung über 25.000 Kronen passiert ist.[43]

HIER WOHNTE
LISELOTTE
SCHLACHCIS
GEBOREN 1910
VERHAFTET 27.6.1941
ABGESCHOBEN NACH DEUTSCHLAND
3.8.1941
ERMORDET 30.1.1943
AUSCHWITZ
Borgmestervangen 4A Liselotte Ruth Schlachcis wurde am 23. März 1910 in Pinne, damals Preußen, geboren. Ihre Eltern waren Eduard Schlachcis und Martha, geborene Lewinsohn. Ab 1922 lebte die Familie in Hamburg-Wandsbek. Schlachcis Mutter betrieb dort einen Schuhhandel. 1926 war Liselotte Schlachsis in Segeberg gemeldet, kehrte aber 1928 "von Riesen" in die mütterliche Wohnung zurück. Spätestens 1930 war der Vater verstorben, die Mutter hatte ihren Schuhwarenhandel verkauft. Schlachcis wurde Sekretärin. 1931 zog sie nach Hamm, ihre Mutter ging 1932 nach Barmbek. 1932 trat Schlachcis der [Kommunistische Partei Deutschlands|[KPD]] bei,[44] die ab 1933 durch die Natioalsozialisten verboten war und nur noch im Geheimen arbeiten konnte. Sie verlobte sich mit dem Kommunisten Rudolf Lindau, dieser wurde 1934 hingerichtet. Liselotte Schlachcis war in der Abschnittsleitung Nord der KPD tätig, unter anderem mit Paul Kreft und Conrad Blenkle. Als Widerstandskämpferin und als Jüdin war sie doppelt gefährdet. Sie flüchtete nach Dänemark, Kopenhagen. Dort lebte sie mit ihrem Lebensgefährten Willi Adam, zeitweilig Führungskader der Abschnittsleitung Nord der illegalen KPD in Kopenhagen, sowie einen befreundeten Pärchen, beide ebenfalls Parteigenossen, in einer Wohngemeinschaft. Schlachsic wurde mutmaßlich von ihrem Lebensgefährten verraten und am 27. Juni 1941 in ihrer Wohnung verhaftet. Am 3. August 1941 wurde sie nach Deutschland abgeschoben und saß danach ein Jahr und sieben Monate im Hamburger Zuchthaus Fuhlsbüttel ein. Auf ihrer Gefangenenkarteikarte befand sich ein Stempel „Streng trennen von allen politischen Gefangenen!“ . Am 26. Juni 1942 wurde sie wegen Hochverrats zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 9. Juli 1942 wurde sie in das Frauenzuchthaus Lübeck-Lauerhof überstellt, am 14. November 1942 in die Frauenabteilung des Zuchthauses Neumünster. Auf Grund der Anordnung, alle jüdischen Häftlinge in deutschen Gefängnissen, Zuchthäusern oder Konzentrationslagern in das Vernichtungslager Auschwitz zu überführen, wurde Liselotte Schlachcis am 17. Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert und dort vom NS-Regime am 30. Januar 1943 ermordet.
Liselotte Schlachcis - Wandsbeker Marktstraße 79 (Hamburg-Wandsbek).Stolperstein.nnw.jpg
[45]

Liselotte Schlachcis’ Mutter war ebenfalls nach Kopenhagen geflüchtet. 1955 schaltete sie einen Hamburger Anwalt ein, dieser sollte eine Aufhebung des Hochverrats-Urteils erwirken, was ihm noch im selben Jahr gelang. Schlachcis’ Mutter bemühte sich den Tod ihrer Tochter bekunden zu lassen, wandte sich, erfolglos, dafür auch an Hans Schwartz, den Generalsekretärs der Häftlingsorganisation Amicale Internationale de Neuengamme. Allerdings waren die Gefangenenunterlagen aus der Justizvollzugsanstalt Neumünster aus der Zeit bis 1945 verloren gegangen und die Akten der Hamburger Staatsanwaltschaft 1955 vernichtet worden. Auf Grund dessen wurde Liselotte Schlachcis rückwirkend auf den 9. Mai 1945 für tot erklärt. Das genaue Todesdatum von Liselotte Schlachcis konnte erst später eruiert werden.

In der Wandsbeker Marktstraße 79 in Hamburg liegt ein weiterer Stolperstein für Liselotte Schlachcis.[46]

HIER WOHNTE
BEILE MALKA
ZIPIKOFF
GEBOREN 1861 ALS UNTERSCHLAG
VERHAFTET 1.10.1943
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
UMGEKOMMEN 21.10.1943
Krystalgade 12 Beile Malka Zipikoff, geborene Unterschlag, wurde am 21. März 1860 oder zu einem unbekannten Datum im Jahr 1861 in Drissa geboren. Ihre Eltern waren Noah Abraham Unterschlag und Chana Leah, geborene Riskin. Sie war verheiratet mit Zalman Zipikoff (1861-1924), der aus Russland stammte. Das Paar hatte sechs Kinder, darunter Nisan (geboren 1887) und Cheike, auch Chaja (* 1891 oder 1893). 1905 zog die Familie nach Dänemark. 1924 starb Beile Zipikoffs Ehemann und sie zog zu einer ihrer Töchter, später zog sie in das Haus der Meyers Minde-Stiftung. Hier konnten Menschen jüdischen Glaubens frei wohnen. Am 1. Oktober 1943 wurde Beile Malka Zipikoff zusammen mit 11 weiteren Bewohnern des Hauses mit dem Transport XXV/2 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 198. Am 5. Oktober 1943 kam der Transport in Theresienstadt an. Beile Malka Zipikoff verlor am 21. Oktober 1943 in Theresienstadt ihr Leben.[47][48]

Zwei Kinder, ein Enkelsohn, eine Schwiegertochter und zwei Schwiegersöhne ertranken auf der Flucht von Dänemark nach Schweden am 5. Oktober 1943: der älteste Sohn Nathan Nisson und dessen Frau Helene, geborene Brechner (geboren 1893),[49][50], die älteste Tochter Chaja und deren Ehemann Greinim Greinimann (geboren 1891),[51][52], der Enkelsohn Jakob (geboren 1915), Sohn von Eleiser und dessen Ehefrau Leah, geborene Donde,[53] sowie der Ehemann ihrer jüngsten Tochter, Chaim Benzin Wassermann (geboren 1897).[54][55]

Einzelnachweise

  1. nordisch.info: Die ersten Stolpersteine in Gedenken an NS-Opfer in Kopenhagen enthüllt, 18. Juni 2019, abgerufen am 2. September 2019
  2. Das jüdische Hamburg: Dinis, Álvaro, abgerufen am 3. September 2019
  3. Jorun Poettering: Handel, Nation und Religion: Kaufleute zwischen Hamburg und Portugal im 17. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht 2013, ISBN 978-3525310229, S. 301
  4. European Jewish Congress: Denmark, abgerufen am 11. Oktober 2019
  5. Jewish Journal: Denmark revisited: Hatred and violence in the ‘Righteous among the Nations’, abgerufen am 11. Oktober 2019
  6. Chr. L. Wiegmann: Kurzgefasste Geschichte der christlichen Religion und des Kirchenwesens in den dänischen Staaten, besonderns in den Herzogthümern Schleswig und Holstein, S. 59
  7. The History of the Jews in Denmark, abgerufen am 11. Oktober 2019
  8. Denmark: Jews in Denmark, abgerufen am 11. Oktober 2019
  9. 9,0 9,1 Gerhard Spörl: How Denmark Saved Its Jews from the Nazis, spiegel.de, 17. Oktober 2013, abgerufen am 2. September 2019
  10. H. G. Adler: Theresienstadt 1941–1945. Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft. Wallstein 2005, ISBN 3-89244-694-6, S. 778
  11. berlingske.d: Nazismens ofre mindes: Nu bliver snublesten også en realitet i Danmark, abgerufen am 2. September 2019
  12. My News Desk: Snubbelstenar invigdes i Stockholm, 14. Juni 2019, abgerufen am 2. September 2019
  13. Offizielle Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Jacob Thalmay 1907 - 1945, Kurzbiographie, verfasst von Charlotte Thalmay, der Enkelin von Jacob Thalmay, abgerufen am 11. Juli 2019
  14. The Central Database of Shoah Victim's Names: JACOB THALMAY, Gedenkblatt, eingereicht von seiner Enkelin, Charlotte Thalmay Waniewitz, abgerufen am 22. Juni 2019
  15. snubelsten.org: Jacob Thalmay, mit einem Foto von ihm mit seiner Familie, abgerufen am 12. Juli 2019
  16. 16,0 16,1 Vilhjálmur Örn Vilhjálmsson: Medaljens bagside, Jødiske flygtningeskæbner i Danmark 1933-1945. Erschienen 2005, 472 Seiten. ISBN 87-91393-60-4. Hier zitiert nach Online-Version, abgerufen am 18. Juli 2019. Anmerkung: Vilhjálmsson gibt den 32. Osttransport für Irma Barrasch an und den 25. Oktober 1943 als Todesdatum für Julius Barasch, doch entspricht das nicht den Daten auf Yad Vashem
  17. snubelsten.org: Irma und Julius Barasch, mit einem Foto des Paares, abgerufen am 18. Juli 2019
  18. The Central Database of Shoah Victim's Names hat zwei Einträge, beide abgerufen am 18. Juli 2019:
    • IRMA BARASCH, beruhend auf einem Eintrag im Gedenkbuch des Bundesarchivs in Koblenz,
    • IRMA BARASCH, beruhend auf einem Eintrag in der Liste von Deportierten aus Berlin, Gedenkbuch Berlins der jüdischen Opfer des Nazionalsozialismus, Freie Universität Berlin 1995.
  19. The Central Database of Shoah Victim's Names hat zwei Einträge, beide abgerufen am 18. Juli 2019:
    • JULIUS BARASCH, beruhend auf einem Eintrag im Gedenkbuch des Bundesarchivs in Koblenz,
    • JULIUS BARASCH, beruhend auf einem Eintrag in Death Books from Auschwitz, Remnants, hg. vom Staatlichen Museum in Auschwitz-Birkenau
  20. snubelsten.org: Herschel Fischel Choleva, abgerufen am 23. Juli 2019
  21. holocaust.cz: FISCHEL HERSCHEL CHOLEWA, abgerufen am 23. Juli 2019
  22. The Central Database of Shoah Victim's Names hat zwei Einträge, beide abgerufen am 23. Juli 2019:
  23. Sulamtih Choleva, interaktive Karte, abgerufen am 23. Juli 2019
  24. Videoausschnit unter anderem ist Jonisch hier zu sehen, abgerufen am 24. Juli 2019
  25. The Central Database of Shoah Victim's Names: SCHMUL SENDER JONISCH, beruhend auf einem Eintrag im Theresienstädter Gedenkbuch, abgerufen am 24. Juli 2019
  26. Snublesten: Schmul Sender Jonisch (1899-1944), abgerufen am 24. Juli 2019
  27. Deskgram: #danishjewsintheresienstadt, abgerufen am 24. Juli 2019
  28. The Central Database of Shoah Victim's Names: PINKHAS KATZ, beruhend auf einem Eintrag im Theresienstädter Gedenkbuch, abgerufen am 3. August 2019
  29. snubelsten.org: Pinkus Katz, abgerufen am 3. August 2019
  30. Gedcom-udskrift for Gerda ROTHENBURG: Generation 3, abgerufen am 16. August 2019
  31. Jødisk Informationscenter: Arrestation og deportation, abgerufen am 16. August 2019
  32. Leo Säbel, interaktive Karte, abgerufen am 16. August 2019
  33. snubelsten.org: Thora Krogmann, abgerufen am 16. August 2019
  34. holocaust.cz: THORA KROGMANN, abgerufen am 16. August 2019
  35. Kristeligt Dagblad: Holocausts ofre mindes nu i Københavns gader, abgerufen am 16. August 2019
  36. The Central Database of Shoah Victim's Names hat zwei Einträge, beide abgerufen am 16. August 2019:
  37. snublesten.org: Rosa Nachemsohn, abgerufen am 17. August 2019
  38. holocaust.cz: ROSA NACHEMSOHN, abgerufen am 17. August 2019
  39. The Central Database of Shoah Victim's Names: ROSA NACHEMSOHN, beruhend auf einem Eintrag im Theresienstädter Gedenkbuch, abgerufen am 17. August 2019
  40. Vilhjálmur Örn Vilhjálmsson: Medaljens bagside - jødiske flygtningeskæbner i Danmark 1933-1945, Vandkunsten, Kopenhagen 2005, S. 83-96
  41. The Central Database of Shoah Victim's Names: Ernst Platzko, eingereicht von seiner Tochter Jana Katzenellenbogen, abgerufen am 20. August 2019
  42. Vilhjálmur Örn Vilhjálmsson: Medaljens bagside - jødiske flygtningeskæbner i Danmark 1933-1945, Vandkunsten, Kopenhagen 2005, S. 97-108
  43. politiken.dk: Jøder kræver dansk undskyldning, abgerufen am 20. August 2019
  44. Ursel Hochmuth: Niemand und nichts wird vergessen - Biogramme und Briefe Hamburger Widerstandskämpfer 1933-1945. Eine Ehrenhain-Dokumentation in Text und Bild, Hrsg. von der VVN – Bund der Antifaschisten e.V. Hamburg, Hamburg 2005, ISBN 3-89965-121-9, S. 88
  45. The Central Database of Shoah Victim's Names hat zwei Einträge, beide abgerufen am 30. August 2019:
    • LISELOTTE SCHLACHCIS, beruhend auf einem Eintrag im Gedenkbuch des Bundesarchivs in Koblenz, hier mit einem offenkundig unrichtigen Todesdatum (deportiert am 17. Dezember 1942, ermordet am 30. Januar 1942),
    • LISELOTTE SARA SCHLACHCIS, beruhend auf einem Eintrag im Totenbuch von Auschwitz
  46. Stolpersteine Hamburg: Liselotte Schlachcis, abgerufen am 30. August 2019
  47. holocaust.cz: BEILE MALKA ZIPIKOFF-UNTERSCHLAG, abgerufen am 3. September 2019
  48. The Central Database of Shoah Victim's Names hat vier Einträge für Beile Malka Zipikoff, alle abgerufen am 3. September 2019:
  49. The Central Database of Shoah Victim's Names: NATHAN NISSON CIPIKOFF, beruhend auf einer Page of Testimony von Salo Wassermann, eines Neffen, aus dem Jahr 1995
  50. The Central Database of Shoah Victim's Names: HELENE CIPIKOFF, beruhend auf einer Page of Testimony von Salo Wassermann, eines Verwandten, aus dem Jahr 1995
  51. The Central Database of Shoah Victim's Names: CHAJA GREINIMANN, beruhend auf einer Page of Testimony von Salo Wassermann, eines Enkelsohnes von Beile Malka Zipikoff, aus dem Jahr 1995
  52. The Central Database of Shoah Victim's Names: GREINIM GREINIMANN, beruhend auf einer Page of Testimony von Salo Wassermann, eines Enkelsohnes von Beile Malka Zipikoff, aus dem Jahr 1995
  53. The Central Database of Shoah Victim's Names: JAKOB CIPIKOFF, beruhend auf einer Page of Testimony von Salo Wassermann, eines Enkelsohnes von Beile Malka Zipikoff, aus dem Jahr 1995
  54. The Central Database of Shoah Victim's Names: CHAIM BENZION WASSERMANN, beruhend auf einer Page of Testimony von Salo Wassermann, des Sohnes, aus dem Jahr 1974
  55. snubelsten.org: Beile Malka Zipikoff, angerufen am 2. September 2019


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