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Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Marienburg

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Stolperstine in Köln Projekt Bild.png Diese Liste ist Teil des WikiProjekts Stolpersteine in Köln. Ihr fehlen noch zahlreiche Fotos und Kurzbiografien. Gleichzeitig möchten wir bestehende Informationen abgleichen und fehlerhafte Einträge sammeln und dokumentieren.

Wenn Du mithelfen möchtest, diese Liste zu ergänzen, dann schau bitte auf der entsprechenden Projektseite vorbei.


Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Marienburg führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Marienburg auf.

Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Projektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu recherchieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.

Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.
Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen
Stolperstein Köln, Johanna Auerbach (Parkstraße 10).jpg Hier wohnte
Johanna Auerbach, geb. Rothschild (Jahrgang 1873)
Parkstr. 10
(Standort50.902975836.97983697)
Johanna Selma Auerbach, geb. Rothschild wurde am 2. April 1873 in Köln geboren. Sie war die Frau des Kölner Justizrates Dr. Selmar Auerbach. Das Ehepaar hatte zwei Töchter. Die Anwaltspraxis ihres Mannes befand sich seit 1917 in der Villa Parkstraße 10, die 1914 von dem Architekten Paul Pott erbaut wurde. Da Selmar Auerbach bereits vor 1914 seine Ernennung zum Anwalt erhalten hatte, blieb ihm auch nach 1933 die Zulassung erhalten. Er erkrankte im Frühjahr 1933 und verstarb am 5. Mai 1934.[1] Johanna flüchtete nach 1938 vor den Nationalsozialisten nach Holland, (Bussum, Groot Hertoginnelaan 44).[2] Das Haus in der Parkstraße 10 ging in das Eigentum der Familie Richard Fackeldey (Opekta) über.

Am 12. September 1942 wurde sie in das Durchgangslager Westerbork deportiert. Zwei Tage später, am 14. September 1942 wurde Johanna Auerbach gemeinsam mit 901 anderen Häftlingen nach Auschwitz transportiert, wo sie am 16. September ankam. Am 17. September 1942 wurde sie vermutlich mit einem Großteil der Häftlinge des Transportes in Auschwitz ermordet.[3]

Stolperstein Köln, Ulrike Auerbach (Parkstraße 10).jpg Hier wohnte
Ulrike Auerbach (Jahrgang 1907)
  • Flucht Holland
  • Deportiert
  • Bergen-Belsen
  • Ermordet
Parkstr. 10
(Standort50.902975836.97983697)
Ulrike Auerbach wurde am 13. August 1907 als Tochter von Johanna und Selmar Auerbach in Köln geboren. Sie flüchtete zusammen mit ihrer Mutter nach 1938 nach Holland. Ebenso wie die Mutter wird sie am 12. September 1942 über Westerbork nach Auschwitz deportiert und vermutlich nach der Ankunft am 17. September 1942 ermordet.[4]
Stolperstein Köln, Anna Johanna Blumenfeld (Robert-Heuser-Straße 3).jpg Hier wohnte
Anna Johanna Blumenfeld, geb. Wallach (Jahrgang 1903)
Robert-Heuser-Str. 3
(Standort50.90037116.97252773)
Anna Johanna Blumenfeld, geboren am 20. Juli 1903 in Köln, war die Tochter des Kaufmanns Albert Wallach und die Ehefrau von Paul Blumenfeld. Das Haus der Familie Wallach-Blumenfeld in der Robert-Heuser-Str.3, errichtet 1909/10 von Joseph Brandt, wurde von den Eheleuten im Sommer 1941 an den Architekten Wilhelm Hüttenmeister verkauft.[5] Der Familie Blumenfeld wurde 1942 eine Ausreise aus Deutschland verwehrt und die Familie wurde im Fort V Müngersdorf interniert. Nur mit Handgepäck wurden die Familie gemeinsam mit 444 Kölner Juden am 10. Juni 1942 in das Durchgangslager Bardenberg bei Aachen verschleppt. 230 von ihnen wurden am 14. Juni zurück nach Köln gebracht. Von dort aus wurde die Familie Blumenfeld am 15. Juni 1942, 3.50 Uhr mit einem Transport gemeinsam mit 1000 anderen Personen aus dem Raum Koblenz, Aachen, Köln und Düsseldorf mit unbekanntem Ziel Richtung Osten deportiert, wo sich ihre Spur verliert.[6] Mit Wirkung vom 8. Mai 1945 wurde die Familie für tot erklärt.[7]
Stolperstein Köln, Paul Blumenfeld (Robert-Heuser-Straße 3).jpg Hier wohnte
Paul Blumenfeld (Jahrgang 1892)
  • Deportiert 1942
  • Theresienstadt
  • Für tot erklärt
Robert-Heuser-Str. 3
(Standort50.90037116.97252773)
Paul Blumenfeld, geboren 29. Juni 1892 in Essen, war ein jüdischer Rechtsanwalt und Notar. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst in Essen und zog 1935 nach Köln.[8] Seine Kanzlei befand sich in der Wörthstraße 17 und er wohnte in der Robert-Heuser-Straße 3. Paul Blumenfeld war verheiratet mit Anna Johanna Blumenfeld (geb. Wallach), einer Tochter des Kölner Kaufmanns Albert Wallach. Gemeinsam hatte das Ehepaar eine Tochter (Ursula Blumenfeld, geb. 1931). 1942 wurde der Familie eine Ausreise aus Deutschland verwehrt und die Familie wurde im Fort V Müngersdorf interniert. Am 15. Juni 1942 wurde die Familie mit unbekanntem Ziel in den Osten deportiert.[9] Mit Wirkung vom 8. Mai 1945 wurde die Familie für tot erklärt. Die Schwester von Paul Blumenfeld, Anna Rosa Blumenfeld machte nach dem Krieg Rückerstattungsansprüche wegen des, nach der 11. Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz, verfallenem Vermögens der Familie geltend[7].
Stolperstein Köln, Ursula Blumenfeld (Robert-Heuser-Straße 3).jpg Hier wohnte
Ursula Blumenfeld (Jahrgang 1931)
  • Deportiert 1942
  • Theresienstadt
  • Für tot erklärt
Robert-Heuser-Str. 3
(Standort50.90037116.97252773)
Ursula Blumenfeld, geboren am 12. August 1931 in Essen, war die Tochter von Paul und Anna Johanna Blumenfeld. Die Familie Blumenfeld zog 1935 nach Köln in das Haus der Eltern von Anna Johanna Blumenfeld. Ursel besuchte den katholischen Kindergarten der Schwestern vom Heiligen Kreuz in der Schillerstraße. Aus dieser Zeit existiert auch eine fotografische Aufnahme von ihr.[8] Der Familie wurde 1942 eine Ausreise aus Deutschland verwehrt und die Familie wurde im Fort V Müngersdorf interniert. Am 15. Juni 1942 wurde sie zusammen mit ihren Eltern mit unbekanntem Ziel in den Osten deportiert.[10] Mit Wirkung vom 8. Mai 1945 wurde die Familie für tot erklärt.[7]
Stolperstein Köln, Erika Renate Goldschmidt (Ahrweilerstraße 8).jpg Hier wohnte
Erika Renate Goldschmidt (Jahrgang 1922)
  • Flucht Holland
  • Versteckt
  • Überlebt
Ahrweilerstr. 8
(Standort50.898358576.96712072)
Stolperstein Köln, Hilde Goldschmidt (Ahrweilerstraße 8).jpg Hier wohnte
Hilde Goldschmidt, geb. Cohen (Jahrgang 1899)
  • Flucht Holland
  • Deportiert
  • Bergen-Belsen
  • Überlebt
Ahrweilerstr. 8
(Standort50.898358576.96712072)
Stolperstein Köln, Ralph Richard Goldschmidt (Ahrweilerstraße 8).jpg Hier wohnte
Ralph Richard Goldschmidt (Jahrgang 1894)
  • Flucht Holland
  • Deportiert
  • Ermordet 1943 in Sobibor
Ahrweilerstr. 8
(Standort50.898358576.96712072)
Stolperstein Köln, Anneliese Gottschalk (Eugen-Langen-Straße 29).jpg Hier wohnte
Anneliese Gottschalk (Jahrgang 1920)
  • Deportiert
  •  ???
Eugen-Langen-Str. 29
(Standort50.898952316.96950405)
Anneliese/Annelie Gottschalk wurde am 20. Oktober 1920 in Köln geboren. Nach der zweiten Eheschließung ihrer Mutter Alice 1929 mit dem Kunstmäzen und Rechtsanwalt Josef Haubrich nahm sie den Familiennamen Haubrich an. Aufgrund der sich verschärfenden Repressalien und der drohenden Verhaftung flüchtete Anneliese Haubrich 1943 über Wien nach Dänemark.[11] Nach dem Krieg kehrte sie nach Köln zurück, studierte Medizin und promovierte 1952 an der Universität zu Köln über ein gynäkologisches Thema.[12] Nach dem Tod des Stiefvaters vermachte sie 1963 als eine der Erben ein Teil der Kunstsammlung Haubrichs der Stadt Köln bzw. räumte der Stadt ein Vorkaufsrecht ein.[13]
Stolperstein Köln, Dr. Alice Gottschalk-Haubrich (Eugen-Langen-Straße 29).jpg Hier wohnte
Dr. Alice Gottschalk-Haubrich, geb. Grabowski (Jahrgang 1892)
  • Freitod 1944
Eugen-Langen-Str. 29
(Standort50.898952316.96950405)
Stolperstein Köln, Hans Rollmann (Pferdmengesstraße 25).jpg Hier wohnte
Hans Rollmann (Jahrgang 1877)
  • Flucht Frankreich
  • Flucht in den Tod
  • 25. Mai 1940 in Calais
Pferdmengesstr. 25
(Standort50.900601876.97424554)
Hans Rollmann, geboren am 10. August 1877, war ein Kölner Schuhfabrikant. 1911 übernahm Rollmann die elterliche Schuhfabrik Rollmann & Mayer und gründete 1921 mit zwei Partnern die Schuhfabrik Romika. Hans Rollmann war seit 1909 mit Marie Hertz verheiratet, gemeinsam hatte das Ehepaar drei Söhne. Als Angehörige der jüdischen Religion wurden sie von den Nationalsozialisten diskriminiert, verfolgt und enteignet. 1935 zunächst nach Belgien geflohen, nach Einmarsch der Wehrmacht in Belgien, Flucht nach Frankreich. Das Ehepaar wählte nach Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich am 25. Mai 1940 den Freitod. Die Söhne konnten in die USA emigrieren.
Stolperstein Köln, Marie Rollmann (Pferdmengesstraße 25).jpg Hier wohnte
Marie Rollmann, geb. Hertz (Jahrgang 1889)
  • Flucht Frankreich
  • Flucht in den Tod
  • 25. Mai 1940 in Calais
Pferdmengesstr. 25
(Standort50.900601876.97424554)
Marie Rollmann, geboren am 8. Oktober 1889 in Köln, war die Ehefrau des Schuhfabrikanten Hans Rollmann. Das Ehepaar hatte drei Söhne. Als Angehörige der jüdischen Religion wurden sie von den Nationalsozialisten diskriminiert, verfolgt und enteignet. 1935 zunächst nach Belgien geflohen, nach Einmarsch der Wehrmacht in Belgien, Flucht nach Frankreich. Das Ehepaar wählte nach Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich am 25. Mai 1940 den Freitod. Die Söhne konnten in die USA emigrieren.

Quelle

Einzelnachweise

  1. Klaus Luig: ...weil er nicht arischer Abstammung ist. Jüdische Juristen in Köln während der NS-Zeit. 1 Auflage. Verlag Dr. Schmidt KG, Köln 2004, ISBN 3-504-01012-6, S. 108 f..
  2. Digital Monument to the Jewish Community in the Netherlands: Johanna Auerbach-Rothschild
  3. bundesarchiv.de Gedenkblatt Johanna Selma Auerbach
  4. bundesarchiv.de Gedenkblatt Ulrike Auerbach
  5. historischesarchivkoeln.de: Preisbehörde für Grundstücke
  6. Deportationsliste des Zuges am 15. Juni 1942 Koblenz - Aachen - Köln - Düsseldorf nach unbekannt
  7. 7,0 7,1 7,2 Klaus Luig: ...weil er nicht arischer Abstammung ist. Jüdische Juristen in Köln während der NS-Zeit. 1 Auflage. Verlag Dr. Schmidt KG, Köln 2004, ISBN 3-504-01012-6, S. 428.
  8. 8,0 8,1 Liesel und Ursel eine Kinderfreundschaft. Ursula Blumenfeld (1831-). In: Kirsten-Serup Bilfeldt: Stolpersteine – Vergessene Namen, verwehte Spuren. Wegweiser zu Kölner Schicksalen in der NS-Zeit. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, 2. Auflage, ISBN 3-462-03535-5, S. 13–21
  9. Deportationsliste des Zuges am 15. Juni 1942 Koblenz - Aachen - Köln - Düsseldorf nach unbekannt
  10. Deportationsliste des Zuges am 15. Juni 1942 Koblenz - Aachen - Köln - Düsseldorf nach unbekannt
  11. Deutsche Biografie.de: Josef Haubrich
  12. A. Kladetzky-Haubrich:Beobachtungen über den venösen Abfluß aus der Plazenta an Hand von Befunden an einer in situ fixierten Planzenta aus dem 5. Monat. Dissertation, Universität Köln, 1952.
  13. [http://historischesarchivkoeln.de/de/lesesaal/verzeichnungseinheit/232292/Best.+7550+U+99+41+Amt+f%C3%BCr+Kunst-+und+Volksbildung+-+Die+Erben+de historischesarchivkoeln.de: Moderne Urkunden (Best. 7550) U 99

Weblinks

 Commons: Stolpersteine in Cologne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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