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Liste der Stolper- und Gedenksteine in Prag-Žižkov

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Stolpersteine für die Familie Fischl in Prag-Žižkov

Die Liste der Stolpersteine in Prag-Žižkov enthält die Stolpersteine, die im Prager Stadtviertel Žižkov (deutsch: Zischkaberg, Žižkow, Zizkow, 1939–1945 Veitsberg) verlegt wurden.[1] Sie erinnern an das Schicksal der Menschen, welche von den Nationalsozialisten in Tschechien ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt.

Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen und stand unter der Schirmherrschaft des Prager Bürgermeisters. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.[2][3] Die Stolpersteine werden auf tschechisch Kameny zmizelých genannt, Steine der Verschwundenen.

Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Žižkov

Bild Name Standort Leben
Stolperstein für Jiri Baum.jpg Baum, JiříJiří Baum Premyslovská 1939/28 Jiří Baum wurde am 20. September 1900 in Prag geboren. Zunächst studierte er Wirtschaftswissenschaften. Er setzte sein Studium an der Fakultät für Naturwissenschaften der Karlsuniversität von Prag fort und graduierte 1928 mit einem Doktorat. Er wurde Zoologe, Museumskurator, Entdecker und Schriftsteller. Er diente als Direktor der Zoologischen Abteilung des Nationalmuseums in Prag und wurde in seinem Feld für sein Buch über die afrikanische Wildnis (1933) und seine zoologische Expedition im australischen Outback (1935) bekannt. In Australien arbeitete er mit Walter Drowley Filmer zusammen, aufgrund dessen Kompetenz im Bereich regionaler Spinnen.[4][5]

1943 wurde er ins Warschauer Ghetto deportiert. 1944 wurde er dort ermordet.

Stolperstein für Gustav Fischl.jpg Fischl, GustavGustav Fischl Krásova 447/33 Gustav August Fischl wurde am 29. April 1892 in Vlksice in Südböhmen geboren. Seine Eltern waren Leopold Fischel (1840-1898) und Helene geb. Berger (1851-1937). Er war mit Adéla geb. Mosauerová verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter, Inge (geb. 1929) und Hansi, auch Hanička (geb. 1932). In den 1920er und frühen 1930er Jahren lebte die Familie im Liberecký kraj, wo auch die Töchter geboren wurden. Wenn die Familie nach Prag umzog, ist nicht bekannt. Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Prag XII, Na Zájezdu 12. Am 3. August 1942 wurde Gustav August Fischl mit Frau und Töchtern mit dem Transport AAw n das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 314 von 1.001. Nach siebzehn Tagen dort wurde die Familie mit dem Transport Bb ins Ghetto Riga deportiert. Seine Transportnummer war 522 von 1.001. Dort wurden Vater, Mutter und ihre Töchter im Alter von 10 und 13 Jahren vom Nazi-Regime ermordet.[6]
Stolperstein für Adele Fischlova.jpg Fischlová, AdélaAdéla Fischlová
geb. Mosauerová
Krásova 447/33 Adéla Fischlová geb. Mosauerová wurde am 26. Februar 1899 in Karlovy Vary geboren. Ihre Eltern waren Rudolf Mosauer (1867-1934) und Gisela née Pächter (geb. am 5. September 1876). Sie hatte eine ältere Schwester, Marta (geb. 1897). Sie war mit Gustav August Fischl verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter, Inge (geb. 1929) und Hansi, auch Hanička (geb. 1932). Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Prag XII, Na Zájezdu 12. Am 3. August 1942 wurden Adéla Fischlová, ihr Ehemann und ihre Töchter mit dem Transport AAw in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 313 von 1.001. Nach siebzehn Tagen Aufenthalt in Theresienstadt wurde die Familie mit dem Transport Bb ins Ghetto Riga deportiert. Ihre Transportnummer war 521 von 1.001. Dort wurden Adéla Fischlová, ihr Ehremann und den Töchter (im Alter von 10 und 13 Jahren) vom NS-Regime ermordet.[7]

Ihre Mutter wurde 1942 in Treblinka ermordet. Das Schicksal ihrer Schwester, zuerst mit Otto Brunner verheiratet, dann an Dr. Franz Ekstein, ist unbekannt.

Stolperstein für Hansi Fischlova.jpg Fischlová, HansiHansi Fischlová Krásova 447/33 Hansi Fischlová, auch Hanička, wurde am 13. Juni 1932 in Jablonec nad Nisou geboren. Ihre Eltern waren Gustav Fischl und Adéla geb. Mosauerová. Sie hatte eine ältere Schwester, Inge (geb. 1929). Die Schwestern wuchsen in Prag zusammen mit ihren Eltern und ihrer Großmutter Gisela Mosauerová auf. Am 3. August 1942 wurden Hanička Fischlová, ihre Eltern und ihre Schwester mit dem Transport AAw in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 311 von 1.001. Nach siebzehn Tagen dort wurde die Familie mit den Transport Bb ins Ghetto Riga Ghetto deportiert. Ihre Transportnummer war 519 von 1.001. Dort wurden Vater, Mutter und Töchter (im Alter von 10 und 13 Jahren) vom NS-Regime ermordet.[8]

Ihre Großmutter wurde im selben Jahr in Auschwitz ermordet.

Stolperstein für Inge Fischlova.jpg Fischlová, IngeInge Fischlová Krásova 447/33 Inge Fischlová wurde am 28. Mai 1929 in Liberec geboren. Ihre Eltern waren Gustav Fischl und Adéla geb. Mosauerová. Sie hatte eine jüngere Schwester, Hansi (geb. 1932). Die Schwestern wuchsen in Prag zusammen mit ihren Eltern und ihrer Großmutter Gisela Mosauerová auf. Am 3. August 1942 wurden Inge Fischlová, ihre Eltern und ihre Schwester mit dem Transport AAw in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 312 von 1.001. Nach siebzehn Tagen dort wurde die Familie mit den Transport Bb ins Ghetto Riga deportiert. Ihre Transportnummer war 520 von 1.001. Dort wurden Vater, Mutter und Töchter (im Alter von 10 und 13 Jahren) vom NS-Regime ermordet.[9]

Ihre Großmutter wurde im selben Jahr in Auschwitz ermordet.

Stolperstein für Gisela Mosauerova.jpg Mosauerová, GiselaGisela Mosauerová
geb. Pächter
Krásova 447/33 Gisela Mosauerová geb. Pächter wurde am 5. September 1876 in Karlovy Vary geboren. Ihre Eltern waren Adolf Pächter (1845-1915) und Martha geb. Herschel (ca. 1857-1890). Sie heiratete Rudolf Mosauer (1867-1934). Das Paar hatte zwei Töchter, Marta (geb. am 18. April 1897 in Karlovy Vary) und Adéla (geb. 1899). Es ist nicht bekannt, wann sie nach Prag übersiedelt, um bei ihrer Tochter Adéla und deren Familie zu leben. Ihr letzter Wohnort vor der Deportation war in Prag XII, Na Zájezdu 12. Am 13. Juli 1942 wurde sie mit dem Transport AAq von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 12 von 1.001. Dort war sie drei Monate lang interniert. Während diesen Zeitraums sah sie die Familie ihrer Tochter Adéla kommen und gehen, da ihre Tochter, ihr Schwiegersohn Gustav Fischl und deren Töchter (im Alter von 10 und 13 Jahren) nach Riga deportiert wurden. Am 19. Oktober 1942 wurde die ältere Dame mit dem Transport Bw ins Treblinka deportiert. Ihre Transportnummer war 1404 von 2.002. Sie wurde vom NS-Regime ermordet.[10]

Das Schicksal ihrer Tochter Marta, sie war zuerst mit Otto Brunner verheiratet, dann an Dr. Franz Ekstein, ist unbekannt.

Stolperstein für Ludvik Roubicek.jpg Roubiček, LudvíkLudvík Roubiček Biskupcova 1766/13 Ludvík Roubiček wurde am 27. Juni 1899 geboren. Sein letzter Wohnsitz vor der Deportation war in Prag XI, Cimburkova 20. Am 20. November 1942 wurde er mit dem Transport Cc von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 109 von 1.002. Dort wer er fast zwei Jahre lang interniert. Am 29. September 1944 wurde er mit dem Transport El in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Transportnummer war 158 von 1.500. Er wurde vom Nazi-Regime ermordet.[11][12]

An der gleichen Adresse waren Dagmar und Irena Roubícková gemeldet. Beide überlebten die Shoah. Es ist nicht bekannt, in welcher verwandtschaftlichen Beziehung die beiden Frauen zu Ludvík Roubiček standen.

Stolperstein für Dagmar Roubickova.jpg Roubícková, DagmarDagmar Roubícková Biskupcova 1766/13 Dagmar Roubícková wurde 1925 geboren. Sie wurde im Jahr 1943 ins KZ Theresienstadt deportiert. Sie konnte überleben.[13]
Stolperstein für Irena Roubickova.jpg Roubícková, IrenaIrena Roubícková Biskupcova 1766/13 Irena Roubícková wurde am 23. Dezember 1928 geboren. Am 6. März 1943 wurde sie mit dem Transport Cv von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 150. Dort war sie mehr als 18 Monate lang interniert. Am 6. Oktober 1944 wurde sie mit dem Transport Eo ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ihre Transportnummer war 756. Sie überlebte.[14]
Stolperstein für Adolf Sojka.jpg Soyka, AdolfAdolf Soyka Radhoštská 1940/6 Adolf Soyka wurde am 14. April 1891 geboren. Er war mit Olga geb. Taussig verheiratet. Der letzte Wohnsitz des Paares vor der Deportation war in Prag XII. Am 8. Februar 1942 wurde er mit dem Transport W von Prag ins KZ Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 374 von 1.002. Dort waren beide mehr als zweieinhalb Jahre lang interniert. Am 28. September 1944 wurde das Paar getrennt, als Adolf Soyka mit dem Transport Ek in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde. Seine Transportnummer war 448 von 2.500. Er wurde vom NS-Regime ermordet.[15][16]

Seine Frau überlebte.

Stolperstein für Olga Sojkova.jpg Soyková, OlgaOlga Soyková
geb. Taussig
Radhoštská 1940/6 Olga Soyková geb. Taussig wurde 1895 in Prag geboren. Ihre Eltern waren Leopold Taussig und Wilhelmine geb. Freund. Sie war mit Adolf Soyka verheiratet. 1942 wurde das Paar in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Nach zweieinhalb Jahren wurden sie getrennt, als Adolf Soyka am 28. September 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde. Ihr Mann wurde ermordet, Olga Sojkowá konnte überleben.[17]

Verlegedaten

Die Stolpersteine in Prag wurden von Gunter Demnig persönlich an folgenden Tagen verlegt: 8. Oktober 2008, 7. November 2009, 12. Juni 2010, 13. bis 15. Juli 2011 und 17. Juli 2013.[18]

Quellen

Weblinks

 Commons: Stolpersteine in Prague-Žižkov – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Der traditionelle Bezirk wurde 2002 aufgeteilt. Der Großteil zählt heute zu Prag e, ein kleinerer Teil gehört heute zu Prag 7 und Prag 9.
  2. Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...
  3. Stolpersteine in der Tschechischen Republik , Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: archive.is/6bh0z
  4. Czech-language Works on Rhodesia and Zimbabwe. , Czech Republic Embassy in Harare. Abgerufen am 22. Juni 2012. 
  5. Tarantula Truck. , Canberra Times, 4. Juli 1935. Abgerufen am 20. November 2009. 
  6. holocaust.cz: AUGUST FISCHL, abgerufen am 15. April 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt)
  7. holocaust.cz: ADÉLA FISCHLOVÁ, abgerufen am 15. April 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt)
  8. holocaust.cz: HANIČKA FISCHL, abgerufen am 15. April 2017
  9. holocaust.cz: INGE FISCHLOVÁ, abgerufen am 15. April 2017 (mit Dokumenten und einem Porträt von Inge Fischlovás Mutter)
  10. holocaust.cz: GISELA MOSAUEROVÁ, retrieved on 15 April 2017
  11. holocaust.cz: LUDVÍK ROUBIČEK, abgerufen am 15. April 2017
  12. The Central Database of Shoah Victims' Names: LUDVIK ROUBICEK, abgerufen am 15. April 2017
  13. United States Holocaust Memorial Museum, Holocaust Survivors and Victims Database: IRENA ROUBICKOVA, abgerufen am 17. April 2017
  14. United States Holocaust Memorial Museum, Holocaust Survivors and Victims Database: IRENA ROUBICKOVA, abgerufen am 17. April 2017
  15. holocaust.cz: ADOLF SOYKA, abgerufen am 14. April 2017
  16. The Central Database of Shoah Victims' Names: ADOLF SOYKA, abgerufen am 14. April 2017
  17. geni.com: Olga Soyka (Taussig), abgerufen am 14. April 2017
  18. Stolpersteine.eu - Chronik


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