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Liste der Rabbiner der jüdischen Gemeinde Worms

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Rabbiner der jüdischen Gemeinde Worms hatten in der Gemeinde oft mehrere Stätten, um tätig zu werden: Die „Alte Synagoge“ (älteste Bauinschrift: 1034), die Jeschiwa, die private Claus-Synagoge der Familie Sinsheimer[1], die Levy’sche Synagoge (seit 1875) und einige andere „Betstuben“ liturgischer Minderheiten, besonders im 19. Jahrhundert. Außer der Claus-Synagoge hatten all diese Gottesdienstorte allerdings nie einen eigenen Rabbi.

Rabbinat in Worms Alte Synagoge
Amtsinhaber (Lebensdaten)
Claus-Synagoge
Amtsinhaber
Anmerkungen
Mitte 11. Jh. Meir ben Isaak[2] Vorbeter, Lehrer an der Jeschiwa
um 1200 Menachem ben Jakob ben Salomo ben Menachem[3]
? – 1521 – ? Samuel ben Elieser Seezum 1521 ernannte ihn Kaiser Karl V. zum obersten Rabbi im Deutschen Reich mit Sitz in Worms.[4]
? – 1559 – ? Jakob zu Worms Am 26. Juni 1559 ernannte ihn Kaiser Ferdinand I. zum obersten Rabbi im Deutschen Reich.[5]
1608–1614/15 Abraham Samuel Bacharach (1575–1615)[6]
1623–1636 Elia ben Mosche Loanz (1555 oder um 1564 bis 1636), genannt Baal-Schem[7]
1650–1670 Moses Simson Bacharach (1607–1670)[8]
1670–1689 Aaron Teumim[9] aus Prag
1689–1699 Exil der jüdischen Gemeinde nach der Zerstörung der Stadt Worms im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen.
1699–1702 Jair Chajim Bacharach (1628–1702) Sohn von Moses Simson Bacharach[10]
1702–1712 Naftali Hirsch Spitz († 1712)[11] Sein Grabstein ist auf dem Heiligen Sand erhalten.
1712–1732 Menachem Mendel Rothschild († 1732)[12] War zuvor Rabbiner in Prag und Bamberg, sowie LandesRabbiner von Hessen.
1732–1742 Moses Brod († 1742)[13] Kam aus Bamberg
vor 1758 – vor 1760 David Salomon Schiff[14]
nach 1758–1763 Hirsch Auerbach († 1778)[15] Wird 1763 Rabbiner an der Alten Synagoge
1763–1778 Hirsch Auerbach († 1778) War zuvor Rabbiner an der Claus-Synagoge[16]
1778–1808 Samuel Levi (1751–1813) wurde 1808 /1809 Rabbin du Consistoire du Département du Mont-Tonnerre mit Sitz in Mainz
1810–1823 Isaak Adler († 1823)[17]
1823–1864 Jakob (Koppel) Bamberger († 1864)[18] Während des Rabbinats von Bamberger gab es parallel die Stelle eines Religionslehrers in der Gemeinde, die wahrgenommen wurde von[19]:
* 1839–1842: Samuel Adler
* 1842–1849: Abraham Adler. Wegen seines Engagements in der Revolution 1848/1849 erhielt er 1850 Berufsverbot.
* 1851–1859: Dr. Ludwig Lewysohn. Beschäftigte sich als erster wissenschaftlich mit dem jüdischen Friedhof Heiliger Sand.[20]
* 1860–1864: Dr. J. Rosenfeld
1864–1866 Dr. Markus Jastrow (1829–1903)[21]
1867–1910 Dr. Alexander Stein (1843–1914)[22]
1910–1935 Dr. Isaak Holzer (1873–1951) Er wanderte 1935 in die USA aus.[23]
1935–1937 Dr. Manfred Rosenberg (1908–1980) Er wanderte nach Palästina aus.[24]
1938–1939 Dr. Helmut Frank (Jakob bar Israel) (1912–?)[25] Er wanderte nach Philadelphia, USA, aus.[26]

Literatur

  • Shlomoh Eidelberg: Das Minhagbuch von Juspa Schammes. In: Der Wormsgau 14 (1982/86), S. 20–30.
  • Shlomoh Eidelberg: R. Juspa, shammash of Warmaisa (Worms). Jewish Life in 17th Century Worms. The Magnes Press, Jerusalem 1991. ISBN 962-223-762-0
  • Adolf Kober: Die deutschen Kaiser und die Wormser Juden. In: Ernst Róth: Festschrift zur Wiedereinweihung der Alten Synagoge zu Worms. Ner Tamid Verlag, Frankfurt am Main 1961, S. 182–198.
  • Fritz Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre Juden in Worms. 3. Auflage. Eigenverlag, Worms 2009. ISBN 978-3-8391-0201-5
  • Fritz Reuter: Warmasia – das jüdische Worms. Von den Anfängen bis zum jüdischen Museum des Isidor Kiefer (1924). In: Gerold Bönnen (Hg. Im Auftrag der Stadt Worms) Geschichte der Stadt Worms. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1679-7, S. 664–690.
  • Fritz Reuter und Ulrike Schäfer: Wundergeschichten aus Warmeisa. Juspa Schammes, seine Ma'asseh nissim und das jüdische Worms im 17. Jahrhundert. Warmeisa, Worms 2007. ISBN 3-00-017077-4
  • Samson Rothschild: Beamte der Wormser jüdischen Gemeinde (Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart). Kauffmann, Frankfurt 1920.

Einzelnachweise

  1. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 139f.
  2. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 51.
  3. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 52.
  4. Reuter: Warmasia – das jüdische Worms, S. 674.
  5. Kober: Die deutschen Kaiser, S. 188.
  6. Reuter/Schäfer: Wundergeschichten, S. 78.
  7. Reuter/Schäfer: Wundergeschichten, S. 78.
  8. Reuter/Schäfer: Wundergeschichten, S. 79.
  9. Eidelberg: R. Juspa, S. 13.
  10. Reuter/Schäfer: Wundergeschichten, S. 79.
  11. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 139.
  12. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 139.
  13. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 139.
  14. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 140.
  15. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 140.
  16. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 140.
  17. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 161; Rothschild, S. 14f.
  18. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 161; Rothschild, S. 15–20.
  19. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 161ff.
  20. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 162.
  21. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 161; Rothschild, S. 32–37.
  22. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 163–165; Rothschild, S. 37–49.
  23. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 165–167.
  24. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 167.
  25. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 167; Eidelberg: Das Minhagbuch, S. 25.
  26. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 167.


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