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Liste der Gedenksteine für NS-Opfer in Benešov

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Gedenkstein in Benešov

Die Liste der Gedenksteine für NS-Opfer in Benešov enthält Gedenksteine, die in der mittelböhmischen Stadt Benešov (deutsch: Beneschau) in der Tschechischen Republik verlegt wurden. Die sieben Gedenksteine erinnern an das Schicksal jener Menschen, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. Die Gedenksteine sind den vielerorts von Gunter Demnig verlegten Stolpersteinen nachempfunden.

Die Verlegungen in Benešov erfolgten am 7. Mai 2015.

Benešov

Bild Inschrift Standort Leben
Gedenkstein für Frantisek Fürth.jpg {{{2}}}, František FürthFrantišek Fürth Malé náměstí 1700
Gedenksteine für František Fürth, Irena und Jiřina Fürthová49.78261814.690732
František Fürth wurde am 18. März 1930 geboren. Er war der einzige Sohn von Arnošt Fürth und Anna Fürthová geb. Kosinerová. Im Jahr 1942 wurde die gesamte Familie von František Fürth vom NS-Regime ausgelöscht. František Fürth selbst wurde 1942 zuerst nach Theresienstadt deportiert und nach dem Tod seiner Großmutter gemeinsam mit seiner Mutter am 10. Oktober desselben Jahres im Vernichtungslager Treblinka ermordet.
Gedenkstein für Irena Fürthová.jpg Fürthová, IrenaIrena Fürthová Malé náměstí 1700
Gedenksteine für František Fürth, Irena und Jiřina Fürthová49.78261814.690732
Irena Fürthová wurde am 12. April 1932 geboren. Sie war die jüngste von drei Töchtern des Ehepaares Josef Fürth und Marie Fürthová geb. Kosiger. 1942 wurde Irena gemeinsam mit Vater, Mutter und Schwester ins Ghetto Theresienstadt deportiert und kam von dort ins Vernichtungslager Maly Trostinez, wo alle vier am 12. September 1942 ermordet wurden.
Gedenkstein für Jirina Fürthová.jpg Fürthová, JiřinaJiřina Fürthová Malé náměstí 1700
Gedenksteine für František Fürth, Irena und Jiřina Fürthová49.78261814.690732
Jiřina Fürthová wurde am 10. September 1926 geboren. Sie war die älteste von drei Töchtern des Ehepaares Josef Fürth und Marie Fürthová. Im Jahr 1942 wurde Jiřina Fürthová gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort kam die Familie ins Vernichtungslager Maly Trostinez und wurde am 12. September 1942 ermordet.
Gedenkstein für Arnost Holzer.jpg Holzer, ArnoštArnošt Holzer Řeznická 227/100
Gedenksteine für Arnošt Holzer, Olga und Marie Holzerová49.7828414.690875
Arnošt Holzer wurde am 26. September 1885 als Sohn von Alois Holzer und seiner Frau Marie geb. Porgesová in Benešov geboren. Arnošt Holzer hatte fünf Geschwister. Er heiratete Olga geb. Orlíková. Das Ehepaar hatte einen Sohn, Oswald Alois Holzer, auch Vladik genannt, geboren am 23. Juli 1911, der ein Medizinstudium absolvierte. Im Jahr 1942 wurde das Ehepaar vom NS-Regime zuerst ins Ghetto Theresienstadt, dann nach Lublin deportiert und dort ermordet.

Sein Bruder Leo Holzer, seine Schwester Olga und deren Ehemann Rudolf Winternitz wurden 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Sein Sohn Oswald Holzer konnte in die Vereinigten Staaten emigrierte, heiratete dort und hatte mehrere Kinder und Enkelkinder. Seine Tochter Joanie Holzer Schirm bearbeitete die Lebensgeschichte ihres Vaters in einem Buch mit dem Titel Adventurers Against Their Will. Ebenso überlebte Hana Bell geb. Winternitz, die Tochter seiner Schwester Olga, den Holocaust.

Gedenkstein für Marie Holzerová.jpg Holzerová, MarieMarie Holzerová
geb. Porgesová
Řeznická 227/100
Gedenksteine für Arnošt Holzer, Olga und Marie Holzerová49.7828414.690875
Marie Holzerová wurde am 8. März 1862 in Netvořice/Okres Benešov geboren. Sie war eines von zehn Kindern des Ehepaares Abraham (Albert) Porges und Rosa geb. Rindlerová. Sie heiratete Alois Holzer, geboren am 23. Dezember 1854. Das Ehepaar hatte sechs Kinder. Marie Holzerová wurde 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und kam dort am 28. Dezember desselben Jahres ums Leben.

Zwei ihrer Kinder starben als Kleinkinder, drei wurden vom NS-Regime ermordet: Arnošt, geboren am 26. September 1885, und seine Frau Olga geb. Orlíková wurden 1942 in Lublin ermordet. Olga, geboren am 26. November 1892 in Benešov, und ihr Ehemann Rudolf Winternitz wurden 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Leo Holzer, geboren am 14. September 1900 in Benešov, verheiratet mit Elsa Fischer, ein Kind, wurde 1944 ebenfalls in Auschwitz ermordet. Das Schicksal seiner Frau und seines Kindes ist ungeklärt. Zumindest zwei Enkelkinder von Marie Holzerová überlebten.

Gedenkstein für Olga Holzerova.jpg Holzerová, OlgaOlga Holzerová
geb. Orlíková
Řeznická 227/100
Gedenksteine für Arnošt Holzer, Olga und Marie Holzerová49.7828414.690875
Olga Holzerová wurde am 8. April 1888 als die Tochter von Jakob Orlik und Theresia geb. Vodička geboren. Sie hatte drei Schwestern, Karolina, Berta, Arnoštka, und zwei Brüder, Ludwig Louis und Oskar. Sie heiratete Arnošt Holzer. Das Ehepaar hatte einen Sohn, Oswald Alois Holzer, geboren am 23. Juli 1911, der ein Medizinstudium absolvierte. Als letzter Wohnort des Ehepaares vor der Deportation ist Prag XII, Slezská 127 bekannt.[1] Am 24. April 1942 wurde das Ehepaar vom NS-Regime mit dem Transport Am zuerst ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 531. Am 25. Mai 1942 wurden Olga Holzerová und ihr Ehemann mit Transport Az nach Lublin deportiert. Ihre Transportnummer war 907. Dort wurden beide ermordet.

Ihre drei Schwestern wurden alle 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet.[2][3][4] Ihr Sohn Oswald Holzer konnte in die Vereinigten Staaten emigrieren, heiratete dort und hatte mehrere Kinder und Enkelkinder. Seine Tochter Joanie Holzer Schirm bearbeitete die Lebensgeschichte ihres Vaters in einem Buch mit dem Titel Adventurers Against Their Will.

Gedenkstein für Josef Porges.jpg Porges, JosefJosef Porges Na Karlově 77
Gedenkstein für Josef Porges49.78384414.690332
Josef Porges wurde am 15. September 1883 in Zdislavice als Sohn von Ignatz und Josefa Porges geb. Feuerstein[5] (gest. 1933)[6] geboren. Er hatte vier Geschwister: Rosalie (Ruzena), Otto (Ota), Rudolf und Bohumil Porges. Josef Porges war verheiratet mit Marie, geborene Lustig. Das Paar hatte vier Kinder: Karel (geboren 1914), Rudolf (geboren 1915), Hana (geboren 1918) und Ruzena (geboren 1922). Die Familie lebte in Benešov und in Prag. Zusammen mit Alfred Taussig, seinem Schwager, führte Porges ein Textilgeschäft namens ATAS (steht für Alfred Taussig und Partner). Ungefähr 1937 ließ sich das Ehepaar Porges scheiden. Am 1. September 1939 wurde Josef Porges von den Nationalsozialisten in seiner Wohnung in Benešov verhaftet. Er wurde nach Buchenwald deportiert (seine Häftlingsnummer war die 35319). Er war Gefangener im Block 10 bis zum 13. März 1942. An diesem Tag wurde er nach Ravensbrück deportiert, wo Josef Porges am 12. Mai 1942 ermordet wurde. Die Asche und Kleidung von Josef Porges wurden an dessen Bruder Rudolf nach Roudnice nad Labem geschickt. Dieser beerdigte selbige im Grab der Mutter auf dem Jüdischen Friedhof von Trhový Štěpánov.

Josefs Sohn Karel studierte Medizin, konnte 1939 nach Palästina flüchten, schloss sich der Tschechoslowakische Exilarmee in England an, beendigte dort sein Studium, blieb und wurde Vater zweier Kinder.
Sohn Rudolf flüchtete ebenfalls 1939 nach Palästina, war dann bei der Royal Air Force und schloss sich dann wie sein Bruder der Tschechoslowakischen Exilarmee an. Er kehrte nach dem Krieg für ein Jahr in die Tschechoslowakei zurück und ging dann wieder nach England. Er wurde Vater zweier Kinder.
Hana heiratete 1939 Abraham Reich und flüchtete kurz nach der Heirat mit ihrem Mann nach Palästina. Dort wurden sie Eltern von zwei Kindern.
Ebenso konnte Tochter Ruzena 1939 nach Palästina fliehen, wo sie 1942 Reuven Hirshberg heuratete und sich schließlich in Rachel Har-Zvi umbenannte. Sie wurden Eltern von fünf Kindern.
Josefs Bruder Bohumil studierte in Prag und starb dort 1918. Bruder Otto wurde 1943 zusammen mit seinen zwei Kindern und seiner Frau im KZ Auschwitz ermordet. Bruder Rudolf wurde 1945 ins KZ Theresienstadt deportiert und dort befreit.[7]

Familie Fürth/Fürthová

Regina Fürthová geb. Porges (geb. am 25. März 1868) wurde am 18. September 1942 im Ghetto Theresienstadt ermordet. Sie hatte 2 Söhne, Josef und Arnošt Fürth. Das Ehepaar Josef Fürth (geboren am 17. Januar 1900) und Marie Fürthová geb. Kosiger (geboren am 17. Januar 1900) hatten die beiden Töchter Irena und Jiřina Fürthová. Im Jahr 1942 wurde die Familie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort kam sie ins Vernichtungslager Maly Trostinez und wurde am 12. September 1942 ermordet. Das Ehepaar Arnošt Fürth (geb. 1904) und Anna Fürthová geb. Kosinerová (1904–1942) hatte einen Sohn, František Fürth. Arnošt Fürth wurde am 17. August 1942 im KZ Dachau ermordet. Anna wurde 1942 – mutmaßlich gemeinsam mit Sohn und Schwiegermutter – zuerst nach Theresienstadt deportiert und am 10. Oktober desselben Jahres im Vernichtungslager Treblinka ermordet.

Quellen

  • Holocaust.cz, tschechische Holocaust-Datenbank (deutschsprachige Version)

Einzelnachweise

  1. holocaust.cz: OLGA HOLZEROVÁ, abgerufen am 6. März 2017, dort auch zwei Fotografien
  2. holocaust.cz: BERTA KANTOROVÁ, abgerufen am 7. März 2017
  3. holocaust.cz: KAROLINA FISCHEROVÁ, abgerufen am 7. März 2017
  4. holocaust.cz: ARNOŠTKA STEINEROVÁ, abgerufen am 7. März 2017
  5. Geburtsregisterauszug von Rosalie, Mutter Josefine
  6. Foto der Traueranzeige
  7. Geschichte der Familie Porges

Weblinks

 Commons: Gedenksteine in Benešov – Sammlung von Bildern
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