Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Leopold Fleischhacker (Bildhauer)

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leopold und Lotte Fleischhacker geb. Neuberger um 1920
Adler-Skulptur (1914) auf dem Kriegerdenkmal in Edermünde-Besse, Gudensberger Straße / Raiffeisenstraße

Leopold Fleischhacker (geb. 13. Mai 1882 in Felsberg (Hessen) an der Eder; gest. 11. September 1946 in Uccle/Ukkel in Belgien) war ein deutscher Bildhauer und Medailleur und einer der produktivsten Künstler der Weimarer Republik. Er schuf weit über 220 Grabmale auf jüdischen Friedhöfen und schätzungsweise 180 Skulpturen, Denkmale, Plastiken, Medaillen und mehr. Heute ist der in der NS-Zeit verfolgte deutsch-jüdische Bildhauer weitgehend unbekannt, seine freie Kunst grossenteils zerstört, glücklicherweise allerdings überwiegend fotografisch dokumentiert.

Leben

Leopold Fleischhacker besuchte von 1897 bis 1902 die Kunstgewerbeschule Düsseldorf. Nebenher wurde er praktisch in Stuckwerkstätten ausgebildet. Es folgte ein Wanderjahr als Geselle in den Gewerken Stukkateur und Gipser. Danach war er von 1903 bis 1905 Schüler von Ernst Herter und Peter Breuer in der Kunstakademie Berlin.

1905 wurde der Künstler mit dem Rom-Preis der Michael-Beer-Stiftung ausgezeichnet, einem Stipendium für einen achtmonatigen Studien-Aufenthalt in Rom. Ab 1906 lebte er in Düsseldorf und war zunächst Assistent im Atelier von August Bauer, den er als seinen wichtigsten Lehrer ansah. Ab 1909 war er an den jährlichen Ausstellungen des Kunstvereins Barmen regelmäßig beteiligt. 1912 bezog er sein erstes eigenes Atelier. 1913 bis 1914 wurde in der Galvanoplastischen Kunstanstalt der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) eine Büste von Theodor Herzl nach Fleischhackers Modell verzeichnet. 1919 war er Teilnehmer an der ersten Ausstellung des Künstlerbundes „Junges Rheinland“. Er nahm an verschiedenen Wettbewerben für Kriegerdenkmale teil, so 1921 in Elberfeld und 1928 in Düren. Für den Ausstellungspavillon „Hygiene der Juden“ auf der Düsseldorfer „GeSoLei“ 1926 schuf er im Auftrag der jüdischen Gemeinde Düsseldorf Reliefs[1].

1920 heiratete er die 14 Jahre jüngere, in Antwerpen geborene Lotte Neuberger, Schwester des späteren Justizministers von Nordrhein-Westfalen, Dr. Josef Neuberger. Im Düsseldorfer Künstlerverein „Malkasten“ war Leopold Fleischhacker bis 1931 Mitglied. 1933 erhielt er als Jude Berufsverbot durch Ausschluss aus der Reichskulturkammer. Er konnte jetzt nur noch für jüdische Kunden arbeiten, für die er vor allem Grabmale schuf. Die Düsseldorfer zerstörten sein Atelier 1938 in der Reichspogromnacht, er flüchtete mit seiner Frau Lotte zunächst zu Freunden nach Köln. Beide emigrierten dann nach Belgien, wo sie sich bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verborgen hielten. In Uccle war er für eine Keramikfabrik tätig. In Brüssel hatte er ab 1945 wieder ein eigenes Atelier. Beerdigt wurde er auf dem jüdischen Friedhof in Dilbeek bei Brüssel.

Werk

Skulptur (1930) an der Fassade des Hauses Kasernenstraße 61 in Düsseldorf

Leopold Fleischhacker schuf vornehmlich Porträts in Bronze, Stein und Gips sowie Monumental- und Denkmalplastiken, Grabmale und Bauschmuck, aber auch Tierdarstellungen. Seine bekanntesten Arbeiten sind der „Aufsteigende Jüngling“, die Bronze „Trakehnerhengst“ und die von ihm selbst aus Marmor geschlagene Skulptur „Judith“. Ehrenmäler mit Arbeiten von ihm befinden sich in Felsberg, Wickrath, Düsseldorf und Duisburg.

Auszeichnungen

  • Rom-Preis der Michael-Beer-Stiftung

Ausstellungen

Literatur

Weblinks

Notizen

  1. Nach der Ausstellung präsentiert im Vorstandssaal der Gemeinde, der 1938 zerstört wurde
  2. Blick vom Kasinogarten
  3. Als Print in der Zeitschrift Kalonymos, aaO. S. 10, Gesamtansicht der Skulptur
  4. Barbara Kaufhold, Das Werk L. F.s, virtuell ausgestellt, in: Kalonymos 3, 2013, S. 9 - 11. Die Ausstellung beruht auf den zahlreich erhalten gebliebenen Fotografien von 160 Kunstwerken (im Unterschied zu den meist zerstörten Originalen). Sie zeigt auch eine kleine Auswahl der noch vorhandenen 220 Grabmale. Die Werke wurden elektronisch in eine 3D-Ansicht transformiert. Ferner werden Künstlerfotografien, zwei Tondokumente sowie Archivalien präsentiert. Dreisprachig, auch in Englisch und Französisch. Für eine spätere Zeit ist ein Online-Auftritt der Ausstellung geplant
  5. von Kaufhold als fehlerhaft angesehen
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Leopold Fleischhacker (Bildhauer) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.