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Leonid Wladimirowitsch Nikolajew

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Kyrillisch (Ukrainisch)
Леонід Володимирович Ніколаєв
Transl.: Leonid Volodymyrovyč Nikolajev
Transkr.: Leonid Wolodymyrowytsch Nikolajew
Kyrillisch (Russisch)
Леонид Владимирович Николаев
Transl.: Leonid Vladimirovič Nikolaev
Transkr.: Leonid Wladimirowitsch Nikolajew

Leonid Wladimirowitsch Nikolajew (* 1. Augustjul./ 13. August 1878greg. in Kiew, Russisches Kaiserreich; † 11. Oktober 1942 in Taschkent, Sowjetunion) war ein ukrainisch-russischer Pianist, Komponist und Musikpädagoge.[1][2][3]

Leben

Nikolajew lernte an der Kiewer Musikhochschule, von der sich 1913 das Kiewer Konservatorium abspaltete, das Klavierspiel bei Wladimir Puchalski und Musiktheorie bei Eugeniusz Ryb. 1897 begann er das Studium am Moskauer Konservatorium. Wassili Safonows Klavierklasse schloss er 1900 ab und Sergei Tanejews und Michail Ippolitow-Iwanows Kompositionsklasse 1902.

Als Pianist trat Nikolajew zuerst 1900 in der Vereinigung der Liebhaber der russischen Musik auf, deren aktives Mitglied er war. Sein Repertoire reichte von Beethoven bis Rachmaninow. Er beteiligte sich an den Musikalischen Ausstellungen und an den Kiewer (1904) und St. Petersburger (1907) Abenden moderner Musik. Er arbeitete als Korrepetitor im Moskauer Bolschoi-Theater, unterrichtete und komponierte.

Ab 1909 lehrte Nikolajew am Sankt Petersburger Konservatorium Klavier und Komposition und wurde 1912 Professor. In der Mitte der 1930er Jahre war er kurzzeitig der Direktor. Er gehörte zu den frühen Förderern Sergei Prokofjews und Nikolai Medtners. Nikolajews kompositorisches Werk war sehr vielfältig: Sinfonien, Chormusik, Streichquartette und Solostücke für Violine, Cello und Klavier.[4] Auch wurden seine Transkriptionen der Orgelwerke von Dieterich Buxtehude und Johann Pachelbel von seinen Studenten erfolgreich benutzt. Als Pädagoge war Nikolajew besonders bekannt. Zu seinen Schülern gehörten Alexander Zakin[5], Wladimir Sofronizki, Dmitri Schostakowitsch, Marija Judina, Pawel Serebrjakow, Natan Perelman, Alexander Krein, Walerian Bogdanow-Beresowski, Wladimir Deschewow, Boris Golz und Isaak Schwarz[6] Nikolajew war Volkskünstler der RSFSR.

Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges und der Leningrader Blockade wurde Nikolajew mit den übrigen Dozenten des nun Leningrader Konservatoriums nach Taschkent evakuiert. Dort starb er an Typhus. Schostakowitsch widmete 1943 seine Sonata No. 2 für Klavier seinem Lehrer und Freund Leonid Nikolajew.

Einzelnachweise

  1. Савшинский С. И.: Леонид Николаев : Пианист, композитор, педагог. Музгиз, Leningrad, Moskau 1950.
  2. Савшинский С. И.: Леонид Владимирович Николаев : Очерк жизни и творческой деятельности. Советский композитор, Leningrad 1960.
  3. Л. В. Николаев: Статьи и воспоминания современников, Письма, К 100-летию со дня рождения. Советский композитор, Leningrad 1979.
  4. IMSLP: Compositions by: Nikolayev, Leonid (abgerufen am 18. Juni 2017).
  5. Gramophone: Isaac Stern - Recital (abgerufen am 18. Juni 2017).
  6. Биография Исаака Шварца (abgerufen am 17. Juni 2017).


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