Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Leo Heller

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leo Heller

Leo Heller (geb. 18. März 1876 in Wien; gest. 31. Januar 1941 in Prag) war ein österreichischer (Kriminal-)Schriftsteller, Lyriker und Journalist beim Berliner 8-Uhr-Abendblatt.

Biografie

Leo Heller stammte aus einer wohlhabenden Familie, seine Eltern waren der Kaufmann Sigismund Heller aus Teplitz und dessen Ehefrau Ida geb. Winternitz. Nach der Schulzeit arbeitete Leo Heller auf Drängen seines Vaters zunächst bei einer Bank in Prag, gab den Beruf jedoch zugunsten seiner wahren Leidenschaft, der Lyrik, wieder auf und wurde Redakteur des deutschen Prager Abendblatts. 1901 verließ er Prag auf Einladung von Ernst von Wolzogen, der auf der Suche nach Textautoren für sein literarisches Kabarett "Überbrett'l" war, und zog dauerhaft nach Berlin.[1] Er war der erste Redakteur im Berliner Tagesspiegel (etwa 1912), Verfasser von Gedichten und Plaudereien, Romancier und Erzähler. Er schrieb seine Gedichte vorwiegend im Berliner Dialekt (Nordberlin) und befasste sich mit den sozialen Unterschichten, den kriminellen Ereignissen und dem Berliner Dirnentum (so benannt nach Hans Ostwald). Zusammen mit Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht, dem Leiter der Streif- und Fahndungsmannschaft beim Polizeipräsidium Berlin, verfasste er die Werke Berliner Razzien (1924), Verbrecher - Bilder und Skizzen aus dem Verbrecherleben (1925) und Kinder der Nacht - Bilder aus dem Verbrecherleben (1926), die im Verlag Hermann Paetel erschienen sind. Er war ständiger Mitarbeiter im Kabarett Die Wespen und Wilde Bühne unter der Leitung von Trude Hesterberg. Ihr hat er auch die Nachlassverwaltung übertragen. Sein bekanntestes Werk Aus Pennen und Kaschemmen - Lieder aus dem Norden Berlins (Delta-Verlag Berlin 1921) ist Trude Hesterberg zugeeignet.

Die Vertonungen seiner Gedichte sind nicht auffindbar. Heller war in Vergessenheit geraten, bis er durch die Auftragsproduktion Rinnsteinlieder der Berliner Festspiele im Rahmen der Reihe Ansichten von Preußen 1981 wieder aktuell wurde.

Schriften

  • Volkslieder in modernem Gewande, 1902
  • Bunte Lieder, 1903
  • Garben, Neue Gedichte, 1906
  • Präludien der Liebe. Neue Gedichte und Lieder, 1908
  • Neue Lieder, 1908
  • Die Wiese (Gedichte), 1914
  • Gott erhalte, 1916
  • Das schwarzgelbe Buch, 1917
  • Lieder vom Frühling (Gedichte), 1921
  • Aus Pennen und Kaschemmen - Lieder aus dem Norden Berlins, 1921
  • Berlin, Berlin, wat macht et? Mit eenem Ooge weent et, mit eenmen Ooge lacht et, Neue Lieder aus dem Norden Berlins, 1924
  • Chanton (Chansons), 1924
  • Aus Ecken und Winkeln - Düstere und heitere Großstadtbilder, 1924
  • Rund um den Alex, Bilder und Skizzen aus dem Berliner Polizei- und Verbrecherleben (Detektivroman), 1924
  • Giovanni Boccaccio: Der Dekamerone. Bearbeitet von Leo Heller. Illustriert von G. Schmedes, Berlin: Ehrlich, 1924
  • Berliner Razzien (gem. m. E. Engelbrecht), 1924
  • Verbrecher - Bilder und Skizzen aus dem Verbrecherleben (gem. m. E. Engelbrecht), 1925
  • Kinder der Nacht - Bilder aus dem Verbrecherleben (gem. m. E. Engelbrecht), 1926
  • So siehste aus - Berlin!, Skizzen und Bilder aus dem Berlin von heute, 1927
  • Mein interessantester Fall. Aus den Erlebnissen Berliner Kriminalkommissare (Hrsg.), 1927
  • Lieder der Straßenmädchen und Anderes, 1930
  • Der Liebesrentner. Der Lebensroman eines Berliner Zuhälters, um 1933
  • Die Ritter vom grünen Tisch. Enthüllungen eines Croupiers, um 1933
  • Der Erntewagen (Gedichte), 1938

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Müller, Bettina: Leo Heller, der bestinformierte Schilderer der Berliner Unterwelt, in: Zeitschrift "Kriminalistik" Jg. 72 (2018) Heft 2, S. 113–118.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Leo Heller aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.