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Leander Kröber

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Leander Kröber (geb. 21. August 1902 in Schnauderhainichen; gest. 9. Juni 1980 in Erfurt) war ein deutscher sozialdemokratischer Bergmann und kommunistischer Parteifunktionär, Thüringer Landtagsabgeordneter, Verfolgter des NS-Regimes, Häftling im KZ Nohra, KZ Bad Sulza und KZ Buchenwald, Thüringer Polizeichef, Oberst des MfS und Kommandeur einer Grenzbrigade der DDR-Grenztruppen.

Leben

Kröber entstammte einer Arbeiterfamilie im Altenburger Land. Sein Vater war Bergarbeiter. Von 1908 bis 1914 besuchte er die Volksschule seines Geburtsortes. Von 1917 bis 1932 war er wie sein Vater als Bergarbeiter tätig. Im Jahre 1921 trat er in die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) ein und wechselte nach deren Auflösung in die SPD. Seit 1923 gehörte er zur Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Zu seiner Berufsbiografie gehörten auch Zeiten der Arbeitslosigkeit. Kröber beteiligte sich aktiv an der Parteiarbeit und am Kampf gegen die Gefahr des aufkommenden Faschismus. 1932 wurde er in die Bezirksleitung der KPD Großthüringen gewählt und kandidierte zur Wahl in den Thüringer Landtag, dem er seit dem 27. Mai 1932 angehörte.[1]

Nach der Machtübertragung an die NSDAP gehörte er in Thüringen zu den fünf kommunistischen Landtagsabgeordneten, die am 28. Februar 1933 verhaftet und in das erste Konzentrationslager im Deutschen Reich, in das KZ Nohra eingeliefert wurden. Zwischen November und Anfang Dezember 1933 gehörte Kröber zu denen, die in das neu errichtete KZ Bad Sulza überstellt worden, wo er die Häftlingsnummer 24 erhielt. Nachdem er 1934 entlassen worden war, setzte er seine illegale Widerstandsarbeit fort. Als diese Tätigkeit aufgedeckt wurde, verhaftete ihn die Gestapo. Ein Gericht verurteilte ihn wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sieben Jahren Zuchthaus. Nach Ablauf seiner Haftzeit wurde er in das KZ Buchenwald eingeliefert. Seit 1943 wurde er im KZ-Außenkommando Schönebeck eingesetzt, wo er die Krankenabteilung leitete.

Nach der Befreiung von der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 kehrte er nach Thüringen zurück, wo er für den Wiederaufbau der KPD tätig wurde und wieder zur erweiterten KPD-Landesleitung gehörte.[2] Von April bis Dezember 1945 versah er das Amt des Bürgermeisters von Meuselwitz. Danach wurde er für zwei Jahre Polizeidirektor in Eisenach. Seit 1947 übernahm er als Polizeiinspektor die Kontrolle über die Polizeiorgane in Süd- und Westthüringen mit Sitz in Gotha. Im April 1948 wurde ihm die Leitung der Landespolizeischule in Weimar übertragen, und ab Oktober 1948 stieg er zum Landespolizeichef von Thüringen auf. Im November 1949 wurde Kröber in den MfS-Gründungskader übernommen[3] und ging für zwei Jahre in die Sowjetunion, wo er in einem Lehrgang auf seine künftige Funktion im DDR-Sicherheitsorgan MfS vorbereitet wurde. Nach seiner Rückkehr 1950 wurde er zunächst Stellvertreter, bevor ihm 1951 die Leitung der Thüringer MfS-Landesverwaltung übertragen wurde. Er nahm gezielt Einfluss auf das neu entstandene Justizwesen und bestimmte im Mai 1952 fünf Haftrichter für die Thüringer Justiz.[4]Im Jahre 1952 wechselte er in die Leitung der Chemnitzer MfS-Bezirksverwaltung. Im März 1953 holte ihn der DDR-Innenminister als Adjutant zu besonderer Verwendung nach Berlin. Seit 1955 leitete er die Sondershäuser Offiziersschule der Deutschen Grenzpolizei. Ab 1958 war er im Rang eines Oberst der Kommandeur der Dritten Grenzbrigade der DDR-Grenztruppen in Erfurt. 1960 schied er aus dem aktiven Dienst aus.

Ehrungen

Literatur

  • Andrea Herz und Wolfgang Fiege: Haft und Politische Polizei in Thüringen 1945–52. Zur Vorgeschichte der MfS-Haftanstalt Erfurt–Andreasstraße, Erfurt 2002, ISBN 3-932303-34-2
  • Helmut Müller-Enbergs (Hsg.): Wer war wer in der DDR? : ein Lexikon ostdeutscher Biographien. Unter Mitarb. von Olaf W. Reimann. In Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, ISBN 978-3-86153-561-4

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Leander Kröber aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.