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Lawrence Summers

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Lawrence Summers (2007)

Lawrence „Larry“ H. Summers (* 30. November 1954 in New Haven, Connecticut) ist ein US-amerikanischer Politiker und Professor für Wirtschaftswissenschaften. Von 1991 bis 1993 war Summers Chefökonom der Weltbank.

Im Jahr 2009 wurde er von US-Präsident Barack Obama zum Direktor des National Economic Council berufen.[1]

Familie

Summers entstammt einer einflussreichen jüdischen Akademikerfamilie. Schon seine Eltern waren Ökonomen: Robert Summers und Anita Summers, welche beide als Professoren an der University of Pennsylvania lehrten. Er ist der Neffe zweier Träger des Preises für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel: Paul Samuelson ist ein Bruder seines Vaters, Kenneth Arrow ein Bruder seiner Mutter. Die größte Zeit seiner Kindheit verbrachte er in Penn Valley, Pennsylvania, einer Vorstadt Philadelphias, wo er auch die „Harriton High School“ besuchte.

Er ist mit der Sprachwissenschaftlerin Elisa New verheiratet und Vater dreier Töchter.

Akademische Karriere

Mit 16 Jahren ging Summers an das Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo er ursprünglich vorhatte, Physik zu studieren, aber bald das Studienfach zugunsten von Ökonomie wechselte. Nach dem Abschluss ging er an die Harvard University, an der er 1982 seinen Ph.D., machte. 1983, im Alter von 28 Jahren, wurde Summers einer der jüngsten ordentlichen Professoren in der Geschichte Harvards. 1987 war er als Gastwissenschaftler an der London School of Economics.[2]

Am 1. Juli 2001 wurde er Präsident der Harvard University. Wegen seiner Bemerkungen über Frauen in den Naturwissenschaften und Technik[3] trat Summers zum 30. Juni 2006 von seinem Amt zurück. Damit war Summers der Harvard Präsident mit der kürzesten Amtszeit seit 1868. Seine Nachfolge trat Catherine Drew Gilpin Faust[4] an, die die erste Präsidentin der Harvard Universität ist.

Politische Ämter

Unterschrift von Lawrence Summers auf US-$-Banknoten

Larry Summers war von 1995 bis 1999 Stellvertretender Finanzminister unter Robert Rubin und von 1999 bis 2001 US-Finanzminister im Kabinett von Bill Clinton. Er war damit unmittelbarer Nachfolger von Robert Rubin. 2008 wurde bekannt, dass Summers als Nationaler Wirtschaftsberater in die Regierung des designierten US-Präsidenten Barack Obama berufen wird. Lange war er für das Amt des Finanzministers gehandelt worden, das aber dann Timothy F. Geithner übernahm.[5]

Am 21. September 2010 gab das Weiße Haus bekannt, dass Summers zum Jahresende aus dem Nationalen Wirtschaftsrat ausscheiden wird, um nach Harvard zurückzukehren.[6] Summers begründete seinen Rückzug damit, dass er im Januar 2011 nach Harvard zurückkehren müsse, um seine Position als festangestellter Universitätsprofessor nicht zu verlieren. Es hieß, der Wechsel sei schon seit langem geplant.[7]

Politische Positionen

Deregulierung der Finanzmärkte

Summers unterstützte die Deregulierung der Finanzmärkte wie den Gramm–Leach–Bliley Act 1999. Insbesondere die Deregulierung der OTC-Derivate wurde später als eine Ursache für die Finanzkrise ab 2007 bewertet. Clinton bedauerte später öffentlich auf den Rat von Rubin und Summers gehört zu haben.[8]

Kritik

Zu Kritik führten von Summers in einem internen Papier der Weltbank getroffene Aussagen, es sei ökonomisch logisch, Verschmutzung etwa in Form von Giftmüll in Entwicklungsländer zu exportieren, da dort die entgangenen Einnahmen durch erhöhte Krankheit und Sterblichkeit am niedrigsten seien. So gesehen seien Entwicklungsländer „unterverschmutzt“.[9] Aufsehen erregte er unter anderem mit seiner Kritik an der Rap-CD von Cornel West sowie mit provokanten Aussagen zu Frauen in Naturwissenschaft und Technik.[3]

Summers hatte 5,3 Millionen US-Dollar während seiner Berufstätigkeit als Universitätsprofessor in einem „Nebenjob“ (1 Tag die Woche) als Berater für D. E. Shaw & Company, eines der größten Unternehmen für Finanzanlagen, verdient. Andrew Sabl von der California Universität stellte die Frage, ob Summers durch solche lukrative Bindungen in seiner Unabhängigkeit als Regierungsberater nicht beeinträchtigt sei.[10]

Seit seiner Rückkehr in die Regierung steht Summers aufgrund finanzieller Verwicklungen mit der Wall Street teils unter heftiger Kritik.

Auszeichnungen

Weblinks

 Commons: Lawrence Summers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Vorgänger Amt Nachfolger
Stanley Fischer Chefökonom der Weltbank
1991–1993
Michael Bruno
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Lawrence Summers aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.