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Lauf (Musik)

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Der Lauf (seltener und bes. im Plural auch „Laufwerk“) ist eine musikalische Geste, bei welcher Töne, für gewöhnlich im mäßig schnellen bis sehr schnellem Tempo, entweder als aufsteigende, oder aber als absteigende Figur gespielt werden. Hierbei handelt es sich größtenteils um Tonabschnitte in Halb- und Ganztönen, bzw. um Intervalle der kleinen und großen Sekunde, teils aber auch in größeren Intervallen. Aus diesem Grund überschneidet sich der Begriff des Laufes teilweise mit dem des „Arpeggios“ und die Grenze kann nicht immer klar gezogen werden. Normalerweise sind bei einem Arpeggio aber die Schritte größtenteils nicht in Ganz- oder Halbtonschritten, sondern in weitergespannten Intervallen zu finden. Daher bezeichnet ein Arpeggio im Normalfall eher eine horizontal-diminuierte Akkordstruktur.

Im Prinzip sind Läufe also lediglich schnell gespielte Skalen (Tonleitern). Die ausgewählte Skala trägt hierbei maßgeblich zum Charakter bei. Somit klingt ein auf einer Ganztonskala gespielter Lauf „schwebend“ oder gar ungewöhnlich, während ein Lauf auf einer phrygischen Tonskala eher mediterran anmuten kann und eine harmonisch-Moll Tonleiter mit ihrem Hiatus-schritt (also einer übermäßigen Sekunde) eher an musikalische Eigenheiten aus dem nahen Osten erinnern mag.

Zahlreiche, sich sequenzartig verschiebende Läufe ,beginnend ab Takt fünf, in Mozarts bekannter C-Dur Sonate.

Beispiele

Ein bekanntes Beispiel für extensiven Gebrauch von schnellem Laufwerk, ist Rimsky-Korsakows Hummelflug aus dem Jahre 1899/1900, wobei hier fast über das komplette Stück hinweg eine chromatische Skala eingesetzt wird, womit die rapide Rastlosigkeit einer Hummel, eindrucksvoll imitiert werden soll. Das Werk wurde zudem vom Orchester z.B. auf das Klavier übertragen (u.A. von Rachmaninov oder in einer extrem schweren Paraphrase von Cziffra) und dient hier als eindrucksvolles Showstück.

Besonders exzessiv werden Tonleitern auch in den vielen auch heute noch populären, virtuosen und teilweise technisch äußerst schweren Etüden von Chopin oder Liszt als nahezu massenhaft als Kompositionsmittel gebraucht. Auch in den technische häufig sehr anspruchsvollen Kadenzen in Werken von Franz Liszt ist ein hoher Gebrauch hiervon zu finden.

Instrumente und Einschränkungen

Auch das verwendete Instrument spielt freilich eine große Rolle. So sind beispielsweise in Orchesterwerken Läufe in den Streichern und Holzbläsern besonders häufig. Ausgenommen sind vor allem sehr tiefe Instrumente, wie der Kontrabass, Kontrafagott oder Kontrabassklarinette, hier ist Laufwerk zwar auch möglich, allerdings in der Orchestrationspraxis wesentlich seltener anzutreffen, da letztere Instrumente eher träge sind. Dies trifft allerdings nicht auf Cello, Fagott und Bassklarinette zu, die trotz ihrer Größe erstaunlich agil sind und auch virtuose Läufe mit Leichtigkeit meistern können.

Aber auch bei den meisten Blechbläsern ist extensiver Gebrauch von Läufen eher unüblich ist. Zwar werden vor allem in Jazz und Pop häufig Figuren eingesetzt, die sich von unten nach oben („Doit“), oder auch von oben nach unten („Fall“) bewegen. Hierbei handelt es sich aber viel mehr um Glissandi, also eher um sehr verschleierte, chromatische musikalische Gestiken, dessen Einzeltöne meist nicht mehr identifiziert werden können, daher kann hier auch nicht von einem Lauf die Rede sein.

Auch auf Naturtrompete, Naturhorn und bestimmten in Pentatonik gestimmten Musikinstrumenten, wie einige asiatische Zittertypen, oder die japanische Shakuhachi (eine japanische Bambusflöte), ist die Ausführung von Läufen nur schwer oder gar ganz unmöglich. Auf der gewöhnlichen Konzertharfe beispielsweise, sind vor allem chromantische Figuren gänzlich unmöglich, da dieses Instrument im Normalfall diatonisch gestimmt ist.

Literatur

  • Nikolai van Gilse van der Pals: Rimsky-Korssakow (Georg Olms Verlag)


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