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Larry Tesler

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Larry Tesler (2007)

Lawrence Gordon „Larry“ Tesler (geboren am 24. April 1945 in der Bronx, New York City, New York; gestorben am 16. Februar 2020 in Portola Valley, Kalifornien)[1] war ein US-amerikanischer Informatiker, der insbesondere im Bereich der Mensch-Maschine-Schnittstelle forschte. Er hat unter anderem bei Xerox PARC, Apple, Amazon und Yahoo! gearbeitet.

Tesler setzte sich stark für amodale Software ein, bei der Benutzerinteraktionen konsistente Wirkungen haben, ohne dass deren Bedeutung von vorherigen Aktionen abhingen (wie beispielsweise im vi-Editor[2]). Der von ihm entwickelte Gypsy-Editor stellte beispielsweise eine „Click and Type“-Oberfläche bereit, die es erlaubte, jederzeit Text an der aktuellen Schreibmarke einzufügen oder letztere mit einem Mausklick neu zu positionieren. Dieser Betriebsmodus ist heute üblich, war jedoch in den 1970er-Jahren revolutionär, als ständig zwischen einem Eingabe- und einem Kommandomodus umgeschaltet werden musste. Um seine Einstellung zu propagieren stattete Tesler seinen Subaru mit einem personalisierten kalifornischen Nummernschild mit dem Kennzeichen „NO MODES“ aus. Ähnlich wie andere benutzte er auch die Phrase „Don't Mode Me In“, um sich für die Elimination von Modi einzusetzen[3][4].

Biographie

Tesler wuchs in New York City auf und machte im Jahre 1961 einen Abschluss an der Bronx High School of Science. Anschließend studierte er Informatik an der Stanford University, wo er dann am Stanford Artificial Intelligence Laboratory arbeitete. Mit Horace Enea entwickelte er die funktionale Programmiersprache Compel[5].

In den späten 1960er-Jahren wirkte er an der Midpeninsula Free University, wo er über Themen wie „How to end the IBM Monopoly“, „Computers Now“ und Prokrastination unterrichtete[6].

Von 1973 bis 1980 wirkte Tesler am Xerox PARC, wo er insbesondere am Gypsy word processor und Smalltalk arbeitete. Zusammen mit Tim Mott entwickelte er das Prinzip von Copy and Paste.

Im Jahre 1980 wechselte er zu Apple Computer. Er war dort Chef-Wissenschaftler und als Vizepräsident für AppleNet und die Advanced Technology Group verantwortlich[7][8]. Die Entwicklung der Systeme Lisa und Macintosh wurde von ihm maßgeblich beeinflusst.

Ab Anfang 1985 erweiterte Tesler in Zusammenarbeit mit Niklaus Wirth die Programmiersprache Pascal um objektorientierte Konstrukte, woraus die Sprache Object Pascal hervorging. Auf dieser Grundlage entwickelte er die Klassenbibliothek und Entwicklungsumgebung MacApp. Ab 1990 leitete Tesler die Entwicklung des Apple Newton.

Tesler verließ Apple im Jahre 1997, um Stagecast Software zu gründen. Ab 2001 arbeitete er bei Amazon, ab 2005 bei Yahoo!, wo er Vizepräsident der User Experience and Design Group war[9].

Im November 2008 verließ Tesler Yahoo!, um bei dem biotechnologischen Unternehmen 23andMe mitzuarbeiten. Seit Dezember 2008 war er unabhängiger Berater.

Larry Tesler starb am 17. Februar 2020 im Alter von 74 Jahren.

Weblinks

 Commons: Larry Tesler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. John Markoff: Lawrence Tesler, Who Made Personal Computing Easier, Dies at 74. In: The New York Times, 20. Februar 2019. Abgerufen am 21. Februar 2019.
  2. vi, command and input modes. Abgerufen am 3. August 2016.
  3. The Smalltalk Environment. In: Byte Magazine. 6, Nr. 8, 1981, S. 90.
  4. Origins of the Apple Human Interface. Archiviert vom Original am 11. Mai 2004. Abgerufen am 1. April 2014. by Larry Tesler, Chris Espinosa
  5. A language design for concurrent processes. In: AFIPS '68 (Spring) Proceedings of the April 30--May 2, 1968, spring joint computer conference. 1968-04, S. 403–408. doi:10.1145/1468075.1468134.
  6. Jim Wolpman: Alive in the 60s: The Midpeninsula Free University. Abgerufen am 17. Dezember 2013.
  7. Larry Tesler personal home page, CV
  8. Crotty, Cameron: Tesler attacks Internet (Apple VP Larry Tesler speaks at Worldwide Developers Conference about Apple's Internet strategy). In: Macworld, 1. Juli 1996. 
  9. Yahoo! Appoints Larry Tesler Head of User Experience and Design. In: Business Wire, 10. Mai 2005. Abgerufen am 14. Mai 2009. 


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Larry Tesler aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.