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Gorzów Wielkopolski

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Gorzów Wielkopolski
Wappen von Gorzów Wielkopolski
Gorzów Wielkopolski (Polen)
Gorzów Wielkopolski
Gorzów Wielkopolski
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 86 km²
Geographische Lage: 52° 44′ N, 15° 14′ O52.73333333333315.233333333333Koordinaten: 52° 44′ 0″ N, 15° 14′ 0″ O
Höhe: 19–82 m n.p.m
Einwohner:

123.691
(30. Jun. 2019)[1]

Postleitzahl: 66-400 bis 66-414
Telefonvorwahl: (+48) 95
Kfz-Kennzeichen: FG
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 3 (E 65): ŚwinoujścieZielona Góra
DK 22: KüstrinMalbork
DW 130: Gorzów Wlkp.–Barnówko
Schienenweg: PKP-Linie 203: Kostrzyn nad Odrą
PKP-Linie 367: Zbąszynek–Gorzów Wlkp. (Bahnhof: Gorzów Wlkp. Zamoście)
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 86 km²
Einwohner:

123.691
(30. Jun. 2019) [2]

Bevölkerungsdichte: 1438 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0861011
Verwaltung (Stand: 2009)
Stadtpräsident: Tadeusz Jędrzejczak
Adresse: ul. Sikorskiego 3-4
66-400 Gorzów Wielkopolski
Webpräsenz: www.gorzow.pl
Flagge von Gorzów Wielkopolski

Gorzów Wielkopolski Audio-Datei / Hörbeispiel [ˈgɔʒuf vʲɛlkɔ'pɔlski]?/i (deutsch Landsberg an der Warthe) ist die größte Stadt der Woiwodschaft Lebus und Sitz des von der polnischen Zentralregierung für Lebus eingesetzten Woiwoden. Die Regierung und das Parlament von Lebus haben ihren Sitz hingegen in Zielona Góra (Grünberg).

Polnische Namensgebung

Die Herkunft des polnischen Namens Gorzów ist nicht geklärt und kann mit góra (Berg) oder gorzenie (Brand) zusammenhängen. Wielkopolski bedeutet dagegen „großpolnisch“ bzw. „in Großpolen“. Nachdem zunächst nach dem Zweiten Weltkrieg der Name Gorzów nad Wartą (Gorzów an der Warthe) gewählt wurde, heißt die Stadt seit dem 19. Mai 1946 offiziell Gorzów Wielkopolski. Formal stand die Namenserweiterung " Großpolnisch" im Zusammenhang mit der Einteilung von Gorzów in die Woiwodschaft Posen am 25. September 1945. Ein Referendum, das im Jahr 2000 in der Stadt abgehalten wurde, bestätigte diesen Namen.[3]

Geographische Lage

Die Stadt liegt im westlichen Teil Polens am Fluss Warthe, rund 80 km nordöstlich von Frankfurt (Oder) und 130 km nordwestlich von Posen. Zum Grenzübergang nach Deutschland bei Küstrin sind es etwa 45 km. Nördlich und südlich erstrecken sich weitläufige Waldgebiete.

Geschichte

Nachweislich war das Gebiet des späteren Landsberg bereits frühgeschichtlich besiedelt. Nach der Völkerwanderung lösten Slawen die vorher hier ansässigen Germanen ab. Im Jahre 1257 wurde Landsberg von Siedlern aus dem Gebiet der heutigen Länder Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nach Brandenburger Recht gegründet und gehörte zum niederdeutschen Sprachgebiet. Es sollte als Gegenpol gegen die nahe gelegene polnische Grenzfestung Santok (dt.: Zantoch) dienen. Bis in das 16. Jahrhundert trug die Stadt den Namen Neu-Landsberg. Im 13. Jahrhundert wurde die Marienkirche erbaut. 1321 wurde die Stadt mit Stadtmauern und Toren gesichert. Im 14. Jahrhundert hatte sich Landsberg zum wirtschaftlichen Zentrum seines Umlandes entwickelt, für 1360 wird die Stadtschule erstmals erwähnt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden alle Vorstädte zerstört. Nach 1648 entwickelte sich Landsberg zu einem bedeutenden Umschlagplatz im Handel mit dem benachbarten Polen. Im 18. Jahrhundert sorgte die Etablierung des Tuchmacherhandwerks und des Wollhandels für einen weiteren Aufschwung.

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress gehörte Landsberg/Warthe seit 1818 zum gleichnamigen Kreis im Regierungsbezirk Frankfurt der preußischen Provinz Brandenburg, seit 1939 Mark Brandenburg. Seit 1857 war Landsberg an die Preußische Ostbahn angeschlossen und erlebte dadurch erneut einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1892 wurde die Stadt aus dem Landkreis ausgegliedert und erhielt den Status eines Stadtkreises. Die Verwaltung des Landkreises blieb jedoch weiterhin in der Stadt. In den 1920er Jahren setzte sich die Bezeichnung „Landsberg (Warthe)“ durch.

Im Zweiten Weltkrieg schrieb Gottfried Benn in der Kaserne unter anderem den Roman des Phänotyp (1943). Im Frühjahr 1945 wurde die Stadt durch die Rote Armee erobert. Die bisherige Landsberger Bevölkerung wurde am 6. März 1946 enteignet und, soweit nicht im Krieg geflohen, vertrieben bzw. bis 1949 zwangsausgesiedelt. Die an ihre Stelle getretene neue Stadtbevölkerung stammt überwiegend aus Zentralpolen und dort vor allem aus der bisherigen Region Großpolen.

In Landsberg an der Warthe befand sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs das sowjetische Speziallager Nr. 4, in dem 1945 Tausende von Menschen unter sehr harten Bedingungen inhaftiert waren, viele starben an den Folgen der Haft.[4]

Eingemeindet wurden nach Gorzów im Jahr 1962 Teile von Wieprzyce (Wepritz); 1977 Chróścik (Neuendorf), Teile von Karnin (Kernein), Siedlice (Seidlitz) und Zieleniec (Roßwiesen); 1979 Małyszyn (Merzdorf); sowie Teile von Chwalęcice (Heinersdorf) (wann?).
Zu dieser Zeit wurde auch mit der Anlage großer Neubaugebiete in Plattenbauweise begonnen, in deren größtem, Górczyn im Norden von Gorzów, heute fast 40.000 Menschen wohnen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Anzahl der Einwohner in Gorzów Wielkopolski bzw. Landsberg an der Warthe in den vergangenen 5 Jahrhunderten:

Sehenswürdigkeiten

  • Dom St. Marien aus dem späten 13. Jahrhundert, seit 1972 Bischofssitz des Bistums Grünberg-Landsberg
  • Konkordienkirche von 1776, wegen ihrer Außenfarbe auch Weiße Kirche genannt, nach dem Zweiten Weltkrieg umgestaltet und als Teil eines Klosters erweitert
  • Historisches Speichergebäude auf der gegenüberliegenden Wartheseite, heute Museum
  • Pauckschbrunnen auf dem Marktplatz von 1897
  • Schrödersche Villa, erbaut 1903 für den Kabelfabrikanten Gustav Schröder, heute Landesmuseum der Wojewodschaft Lebus, Park mit dendrologischem Lehrpfad
  • Martin-Luther-Kirche in der Brückenvorstadt, heute kath. Christkönigkirche, erbaut 1929/30 nach Plänen des Architekten Curt Steinberg
  • Volksschwimmbad Bergstraße in expressionistischen Formen, gestiftet 1930 von Max Bahr
  • Świnster-Statue von 2004 in Erinnerung an einen 1998 verstorbenen stadtbekannten Landstreicher
Dom St. Marien
Die „Świnster“-Statue
Denkmal des Dichters Adam Mickiewicz von Bildhauer Józef Gosławski

Verkehr

Der innerstädtische Verkehr in Landsberg wird seit 29. Juli 1899 durch elektrische Straßenbahnen bedient. Ein im Zweiten Weltkrieg großenteils vollzogener Ersatz der Straßenbahn durch O-Busse wurde nach dem Übergang der Stadt an Polen rückgängig gemacht, siehe Straßenbahn Landsberg an der Warthe.

Durch Kooperation zwischen der Niederbarnimer Eisenbahn und der polnischen PR Bahn haben seit 2008 die Fahrkarten auf der Strecke zwischen Berlin-Lichtenberg und Gorzów Wielkopolski grenzüberschreitend Gültigkeit. [5]

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften

Verweise

Literatur

  • Dariusz Aleksander Rymar: Staatsarchiv Landsberg an der Warthe – Wegweiser durch die Bestände bis 1945. = Archiwum Państwowe w Gorzowie Wielkopolskim – przewodnik po zasobie do roku 1945. Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-486-57725-9 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 25).

Weblinks

 Commons: Gorzów Wielkopolski – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  3. http://www.gorzow.pl/material/podstrony/GWS/GWS11-2000.pdf Landsberger Kommunalanzeiger vom November 2000 (auf Polnisch)
  4. Holm Kirsten, Das sowjetische Speziallager Nr. 4 Landsberg, Warthe, Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-952-X.
  5. http://www.veoliacargo.de/tmpl/ExtensionPage____37545.aspx?epslanguage=ML

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