Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Lager Lindele

Aus Jewiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Lager Lindele war während des Zweiten Weltkriegs ein Kriegsgefangenen- und Internierungslager in Biberach an der Riß (Südwürttemberg). Im Lager waren überwiegend Deportierte aus Guernsey, einer der Kanalinseln, interniert. Im November 1944 wurden hier 149 orientalische Juden mit britischem Reisepass, die ursprünglich im italienischen KZ Giado in Libyen inhaftiert waren, eingesperrt. Im Januar 1945 kamen 133 Häftlinge aus dem KZ Bergen-Belsen dazu, vorwiegend niederländische Juden, die eigentlich als Austauschjuden in die Schweiz transportiert werden sollten.[1] Die in dieser Zeit in Biberach gestorbenen Juden wurden 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Laupheim begraben.[2] Das Lager wurde am 23. April 1945 von der französischen Armee befreit.[3]

Das Lager wurde nach einem mit Linden bepflanzten Moränenhügel – dem „Lindele“ – benannt.[1] Auf dem ehemaligen Lagergelände befinden sich heute Ausbildungsgebäude der Hochschule für Polizei Biberach.

Am 23. April 2023 wurde die von dem Ravensburger Stahlbildhauer Robert Schad geschaffene Gedenkskulptur Der Schrei auf dem Gelände der Hochschule für Polizei in Biberach eingeweiht.[4]

Seit 1997 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Biberach und Guernsey.

Literatur

  • Reinhold Adler: Das war nicht nur „Karneval im August“. Das Internierungslager Biberach an der Riß 1942–1945. Geschichte – Hintergründe. Städtische Archive Biberach; Gesellschaft für Heimatpflege, Biberach an der Riß 2002, ISBN 3-9806818-2-3
  • Reinhold Adler, Joachim Guderlei: Das „Lager Lindele“ im Zweiten Weltkrieg, in: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach 7, H. 2, 1984, S. 26–32.
  • Marietta Moskin: Um ein Haar – Überleben im Dritten Reich. Verlagsgruppe RANDOM HOUSE, C. Bertelsmann – als Taschenbuch, 2005, ISBN 3-570-30212-1 – als E-Book, ISBN 3-89480-857-8

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Reinhold Adler: Biberach und Laupheim: Das Lager Lindele und der jüdische Friedhof im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit. Gesellschaft für Geschichte und Gedenken e. V., Laupheim, abgerufen am 4. Oktober 2018.
  2. Jüdische Geschichte in Biberach. In: Alemannia Judaica.
  3. Kriegsgefangenen- und Internierungslager Lindele (Abruf am 4. Oktober 2018)
  4. SWR Aktuell: Skulptur erinnert an ehemaliges NS-Lager "Lindele" in Biberach. In: swr.de. Südwestrundfunk, 23. April 2023, abgerufen am 30. April 2023.
48.1080555555569.7769444444444
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Lager Lindele aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.