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Lübeck-Moisling

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Moisling
Stadt Lübeck
Koordinaten: 53° 51′ N, 10° 38′ O53.8525310.63545Koordinaten: 53° 51′ 9″ N, 10° 38′ 8″ O
Vorwahl: 0451
Karte

Lage des Stadtteils Moisling in Lübeck mit Nummern der Stadtbezirke

Jugend- und Freizeitheim „Haus für alle“, Moislinger Mitte, steht an der Stelle des ehemaligen Guts Moisling
Wandrelief des zweifachen documenta-Teilnehmers Günter Ferdinand Ris am „Haus für alle“

Moisling ist ein Stadtteil der Hansestadt Lübeck. Er umfasst die Stadtbezirke Alt-Moisling, Niendorf und Reecke.

Der Ortsname Moisling geht auf einen Familiennamen zurück. Eine Familie von Moisling (Moycelinghe) besaß ein Gut am Rand der Stadt, das der Lübecker Ratsherr Hermann von Osenbrügge 1376 kaufte.

Lage

Der Stadtteil Moisling liegt zwischen Trave und dem in diese einmündenden Elbe-Lübeck-Kanal im Südwesten der Stadt und grenzt an die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn. Er wird von der A 20 durchschnitten. Ein Tunnel, in dem die A 20 unter der Niendorfer Straße bzw. Niendorfer Hauptstraße durchgeführt wird, bildet die Grenze zwischen den Stadtbezirken Moisling und Niendorf. Der Stadtteil selbst hat keine direkte Autobahnanbindung. Die Autobahnzufahrt Lübeck-Moisling zur A 1 befindet sich im Stadtteil Lübeck-Buntekuh.

Der Stadtbezirk Alt-Moisling/Genin weist eine große Zahl von Wohnblöcken auf. Sehr dominant sind darunter die sechs Türme der Wohnhochhäuser im Südosten. Zum Stadtbezirk gehört auch das Naherholungsgebiet Moislinger Aue. Im Bezirk leben gut 10.000 der insgesamt etwa 11.600 Einwohner des Stadtteils. Hier liegt auch ein Freibad und an der Niendorfer Straße der jüdische Friedhof. Das dem Stadtteil den Namen gebende Gut Moisling wurde 1970 abgerissen. An seiner Stelle steht heute an einer stark befahrenen Einmündung das Haus für alle mit der Bezeichnung Moslinger Mitte. Deren Wandplastik schuf Günter Ferdinand Ris, nachdem er bereits an der documenta II, der documenta III und der Biennale di Venezia teilgenommen hatte, 1970 als Kunst am Bau. Das Kunstwerk aus Edelstahl wurde von der Possehl-Stiftung finanziert.

An den Stadtbezirk Alt-Molisling/Genin grenzt im Südwesten der Stadtbezirk Niendorf und Moorgarten an, der flächenmäßig größer ist, aber nur etwa 1.400 Einwohner hat. In diesem fast noch dörflich geprägten Bezirk dominieren Einfamilienhäuser, die überwiegend entlang der Niendorfer Hauptstraße und weniger Parallelstraßen erbaut wurden. An der Niendorfer Hauptstraße liegt auch das Herrenhaus Niendorf (Schloss Weißenrode). In Moorgarten war früher der Standort der berittenen Polizei in Lübeck. Der Stadtbezirk Reecke ist ein kleines Dorf im Nordwesten des Stadtteils mit etwa 100 Einwohnern.

Die Brandenmühle liegt südlich der A 20 an der Gemarkungsgrenze zu Oberbüssau.

Geschichte

Moisling im Jahre 1850

In Moisling ließen sich 1656 die ersten Juden nieder, die in Lübeck kein Aufenthaltsrecht bekamen. Hier befand sich seit 1727 die erste Synagoge auf dem heutigen Gebiet der Stadt Lübeck. Der Jüdischer Friedhof (Lübeck-Moisling), auf dem u. a. auch Angehörige der Lübecker Rabbinerfamilie Carlebach begraben sind, besteht bis heute. Nachdem die Jüdische Gemeinde in Lübeck durch den Holocaust vernichtet wurde, wurde der umfriedete Friedhof nicht benutzt, bis die Lübecker Jüdische Gemeinde seit den 1990er Jahren durch Zuwanderung wuchs und am Rande der alten Grabflächen neue Gräber angelegt wurden. Auf dem „Moislinger Friedhof“ erinnern eine Gedenktafel und Grabsteine an 38 unbekannte Juden, die im Zusammenhang mit der Bombardierung der Cap Arcona starben. [1]

Schulen

  • Grundschulen
    • Mühlenweg-Schule, Moislinger Mühlenweg
    • Schule Moisling, Grundschule mit auslaufender Hauptschule (Schließung beschlossen[2])
    • Grundschule-Luebeck-Niendorf, Niendorfer Hauptstraße
  • Grund- und Gemeinschaftsschulen

Kirche

  • evangelisch-lutherisch
    • Wichernkirche, Andersenring
  • römisch-katholisch
    • St. Franziskus-Kirche, Kiwittredder

Kulturdenkmale

Literatur

  • Peter Guttkuhn: Für jede aufgebundene Koppel eine halbe Tonne Bier. 1806 - 2006: 200 Jahre lübeckisches Dorf und Gut Moisling. In: Lüb. Bl. 171. Jg. 2006, S.165-169. ISSN 0344-5216.
  • Peter Guttkuhn: Die Geschichte der Juden in Moisling und Lübeck. Von den Anfängen 1656 bis zur Emanzipation 1852. Zweite verbesserte Auflage, Lübeck 2007. ISBN 978-3-7950-0486-6.

Siehe auch: Juden in Moisling und Lübeck

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stelltafel im Schöffengerichtssaal des Kulturforums Burgkloster in Lübeck. Bild aus dem Archiv Schreiber.
  2. Kai Dordowski: Endgültig: Rot-Rot-Grün wickelt Schule Moisling ab. In: Lübecker Nachrichten vom 26. November 2010, S. 12

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