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Kurt Arnhold

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Kurt Arnhold (geboren am 29. April 1887 in Dresden, gestorben am 9. September 1951 in São Paulo, Brasilien) war ein deutsch-brasilianischer Bankier.

Kurt Arnhold wurde als viertes Kind des Dresdner Bankiers Georg Arnhold und seiner Frau Anna geb. Beyer (1860–1917) in Dresden geboren und besuchte nach seiner Volksschulzeit die Kreuzschule in Dresden, studierte Rechtswissenschaften in Freiburg, München, Berlin und Leipzig und beendete diese Studienzeit 1913 in Leipzig mit der Promotion zu Das Recht auf die Dividende der Aktiengesellschaft.[1] 1914 wurde er, wie seine Brüder, Teilhaber des Bankhauses Gebrüder Arnhold, das 1864 von seinem Onkel Max Arnhold gegründet worden war, und im gleichen Jahr Soldat im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg übernahm er an der Seite seines Bruders Heinrich die Geschäfte des Bankhauses.

Kurt Arnhold engagierte sich im sozialen Bereich und förderte wie der Großteil seiner Familie Kunst und Kultur und war als Schatzmeister des 1911 gegründeten Dresdner Museumsvereins aktiv. Er selbst sammelte Gemälde, aber auch Zeichnungen und Graphik zeitgenössischer Kunst, vor allem Impressionisten und einige wenige Expressionisten.[1]

Bereits nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann der Prozess der „Arisierung“ des Bankhauses Gebrüder Arnhold. Kurt Arnhold war dabei bis Ende 1938 in Dresden, nach dem Tod seines Bruders Heinrich 1935 dafür allein aus der Familie zuständig, der unter zunehmend schwierigeren Bedingungen und zunehmendem Druck in weiten Teilen es ermöglichte, dass weite Teile der privaten Sammlungen, wenngleich unter großen finanziellen Verlusten, ins Ausland verbracht werden konnten und die Familie in mehreren Etappen bis 1939 in die Schweiz ausreisen und alle Familienmitglieder überleben konnten.[2]

Kurt Arnhold kam aus der Schweiz anschließend mit seiner Familie über die Niederlande nach Großbritannien. Er selbst übersiedelte mit seiner Frau nach São Paulo, wobei über seine Tätigkeit in Brasilien so gut wie nichts bekannt ist.[1]

Er selbst konnte die sogenannte Arnhold-Bibliothek, bestehend aus rund 350 Titeln mit 450 Bänden, die von ihm in der Zeit von ca. 1910 bis ca. 1935, zum Teil mit persönlichen Widmungen gesammelt wurden, nach Brasilien retten. Diese kam Anfang der 1990er Jahre, gestiftet von seinem Sohn George Gerard Arnhold, direkt aus Sao Paolo an das Evangelische Kreuzgymnasium in Dresden.[1]

Kurt Arnhold heiratete 1917 Else Leonore Zimmermann (geb. 17. August 1895) und hatte mit ihr drei Söhne (Georg-Gerhard, später George Gerard (geb. am 4. September 1918), Hans-Eduard (geb. 10. Dezember 1921) und Werner-Georg (geb. 17. März 1925))[3].

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Lars Weber: „Arnhold-Bibliothek“?! Was ist das? Was macht sie aus? Wie gelangte sie zu uns?, (PDF), abgerufen am 26. Mai 2018.
  2. Zum Prozess selbst und die Auswirkung auf die Ausreise siehe Ingo Köhler: Die ‚Arisierung‘ der Privatbanken im Dritten Reich: Verdrängung, Ausschaltung und die Frage nach Wiedergutmachung. C.H.Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-53200-9, S. 207–239, eingeschränkte Buchvorschau bei books.google.de, abgerufen am 26. Mai 2018.
  3. Wolfgang Appell: Juden in Erlangen, Band II, Erster Weltkrieg, S. 3–4, PDF, abgerufen am 27. Mai 2018
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Kurt Arnhold aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.