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Kuhn, Loeb & Co.

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Kuhn, Loeb & Co.
Rechtsform Partnership
Gründung 1867
Auflösung 1977
Auflösungsgrund Fusion mit Lehman Brothers
Sitz New York City, NY, USA
Leitung John M. Schiff
Chairman
Harvey M. Krueger
Präsident und CEO
Mitarbeiter 550 (1977)
Branche Investmentbank
Produkte Finanzdienstleistungen
Website www.kuhnloeb.com

Kuhn, Loeb & Co. war eine amerikanische Investmentbank, mit Hauptsitz in New York City. Sie wurde 1867 von Abraham Kuhn und Salomon Loeb gegründet, wobei Loebs Vermögen von $500.000 das Startkapital bildete. Zunächst handelte das Unternehmens hauptsächlich mit Staatsanleihen.

Mit dem wachsenden wirtschaftlichen Erfolg traten schon bald weitere Partner in die Bank ein, unter ihnen Jakob Heinrich Schiff aus Frankfurt am Main. Auf Grund seiner Kenntnisse und seiner Verbindungen auf dem deutschen Finanzmarkt, konnte Schiff viel deutsches Kapital für aufstrebende US-amerikanische Unternehmen anziehen. Dies ließ ihn bis 1885 zum unumstrittenen Leiter von Kuhn, Loeb & Co. aufsteigen. Unter Schiffs Führung, wuchs das Bankhaus um die Wende von 19. zum 20. Jahrhundert zu einem der einflussreichsten Investmentbanken in den USA heran.

Dazu trug insbesondere die enge geschäftliche Verbindung von Kuhn, Loeb & Co. mit der stark expandierenden amerikanischen Eisenbahnindustrie bei. Dabei erwarb sich die Bank 1897 in der Bankenwelt besonderes Ansehen, als ihre finanzielle Unterstützung es dem amerikanischen Eisenbahnunternehmer Edward Henry Harriman ermöglichte, die Kontrolle über die Union Pacific Railroad zu gewinnen. Loeb, Kuhn & Co. unterstützte Harriman auch 1901 bei dessen Kampf gegen die von John Pierpont Morgan und James Jerome Hill beherrschte Great Northern Railway um die Übernahme von Northern Pacific Railroad. Die Bank arrangierte schließlich 1902 ein Zusammengehen der Kontrahenten und die Zusammenfassung ihrer Anteile an der Great Northern Railway und der Northern Pacific Railroad in einem Trust, der Northern Securitics Company.

Die Bank finanzierte aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen stark wachsende Unternehmen, z.B. Western Union, Westinghouse Electric und Polaroid Corporation. Bei Industrieanleihen wurde die Bank so zu einem der bedeutendsten Konkurrenten von J.P. Morgan & Co..

Aber auch Staatsanleihen wurden von Kuhn, Loeb & Co. aufgelegt, sowohl für die USA, als auch für viele ausländische Staaten. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang insbesondere der Verkauf japanischer Anleihen, zur Finanzierung des Russisch-Japanischen Kriegs 1904-05.

Während des Ersten Weltkriegs begab Kuhn, Loeb & Co. auf Anweisung von Jacob Schiff nur Anleihen zur Finanzierung humanitärer Aufgaben. Nach dem Tod von Schiff im Jahr 1920, wurde das Bankhaus von Otto Hermann Kahn und Felix M. Warburg geführt. Beide Männer hatten sich bereits unter Jacob Schiff als fähige Nachfolger erwiesen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlechterte sich die Wettbewerbsposition der Bank aber allmählich, da sie nicht mehr mit der sich schnell wandelnden Investmentbank-Industrie mithalten konnte. Immer härtere Geschäftspraktiken verdrängten zunehmend den traditionellen "Gentleman-Banker". 1977 sah sich Kuhn, Loeb & Co. schließlich gezwungen mit der Investmentbank Lehman Brothers zu fusionieren. Das neue Unternehmen hieß "Lehman Brothers, Kuhn, Loeb Inc.". Diese Bank wurde 1984 wiederum von American Express erworben und mit dessen Investmentbanking-Sparte "Shearson" verschmolzen. Da American Express seine neue Investmentbank-Tochter "Shearson Lehman" nannte, ging der Name "Kuhn, Loeb" für immer verloren.

Literatur

  • Naomi Wiener Cohen, "Jacob H. Schiff: A Study in American Jewish Leadership", veröffentlicht von University Press of New England, 1999, ISBN 0874519489.
  • Charles R. Geisst: "The Last Partnerships - Inside the great Wall Street Money Dynasties", McGraw-Hill-Verlag, New York 2001, ISBN 0-07-136999-6.
  • Elinor und Robert Slater, "Great Jewish Men", Veröffentlicht von Jonathan David Company, Inc., 1996, ISBN 0824603818.

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Kuhn, Loeb & Co. aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.