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Krankenhaus

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Klinik ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Klinik (Begriffsklärung) aufgeführt.
Blick auf das Bettenhaus der Universitätsklinik Charité (Campus Mitte) vom Dach des Reichstages
Das Universitätsklinikum Aachen ist das größte Krankenhausgebäude Europas
Ein typisches Kleinstadt-Krankenhaus (Ilmenau)
Das Bezirkskrankenhaus in Chemnitz

Ein Krankenhaus (als organisatorischer Teilbereich auch Klinik/Klinikum und (veraltet) Hospital, in Österreich auch, in der Schweiz ausschliesslich Spital) ist eine Einrichtung, in der durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung die Krankheiten, Leiden oder körperlichen Schäden festgestellt und geheilt oder gelindert werden. Auch die Geburtshilfe und die Sterbebegleitung gehören zu den Aufgaben eines Krankenhauses.

Rechtlich wird in Deutschland unter einem Krankenhaus ein Betrieb im Sinne des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) verstanden, in dem die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können.

Ein militärisches Krankenhaus wird Lazarett genannt.

Geschichte des Krankenhauses

Hauptartikel: Geschichte des Krankenhauses

Die Aufgaben eines Krankenhauses haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Ursprünglich war die Medizin eng mit der Religion verbunden. So dienten die Tempel des Alten Ägyptens auch der Behandlung von Kranken. Die ersten eigenständigen Einrichtungen, die sich um Kranke kümmerten, sind aus Sri Lanka und später auch aus Indien bekannt. Die ersten Lehrkrankenhäuser entstanden im alten Persien.

Im frühen Mittelalter entstanden Krankenhäuser besonders in größeren Städten der arabisch-islamisch dominierten Welt, deren Gelehrte und Ärzte bereits Medikamente entwickelten und Operationen auf vergleichsweise hohem Niveau durchführten.[1] Allein Bagdad verfügte als Hauptstadt des Abassidenreiches über rund hundert Kliniken im 11. Jahrhundert.[2]

Im europäischen Mittelalter diente ein Krankenhaus auch als Armenhaus oder Unterkunft für Pilger. Die damals verwendete Bezeichnung Hospital leitet sich vom lateinischen Wort hospes für "Gast, Fremder" ab. Meistens wurde die Pflege von Mönchen oder Nonnen geleistet, so zum Beispiel im Hôtel-Dieu. Im 18. Jahrhundert kamen die ersten modernen Krankenhäuser auf. So wurde im Jahre 1710 die Charité als Pestkrankenhaus gegründet.

Seit der Gründung allgemeiner Krankenhäuser (z.B. in Wien um 1780) wurden die Hospitäler immer weniger eine Stätte der Versorgung für Arme, sondern ein Platz intensiver medizinischer Diagnostik und Therapie, sowie ein Platz der Lehre und Ausbildung.

Arzt im Krankensaal eines Hospitals, Druck von 1682

Aufgaben eines Krankenhauses

Das moderne Krankenhaus ist ein Dienstleistungsanbieter im Sektor Gesundheitswesen und seine Aufgaben liegen darin, den kranken, leidenden und hilfesuchenden Menschen Diagnostik, Therapie und Pflege zum Zwecke der medizinischen Rehabilitation oder der angemessenen palliativen Begleitung bei unheilbarer Erkrankung anzubieten. Diese Aufgabe wird als Krankenhausbehandlung bezeichnet und umfasst die Bereiche:

  • Notfallbehandlung
  • vollstationäre und teilstationäre Behandlungen
  • vorstationäre und nachstationäre Behandlungen
  • ambulante Behandlung
  • rehabilitative Behandlung

Oft sind Krankenhäuser als Universitätsklinikum auch ein Zentrum von Lehre und Forschung.

Der Begriff Fachklinik wird für Krankenhäuser verwandt, die sich auf begrenzte, oft aber hochspezialisierte stationäre Gesundheitsdienstleistungen konzentrieren.

Da in Krankenhäusern immer neben der Pflege auch eine medizinische Versorgung rund um die Uhr gewährleistet wird, bieten sie auch eine medizinische Notfallversorgung an, meistens über eine Rettungsstelle oder über eine zentrale Notaufnahme, Ambulanz oder Poliklinik. Die Ausstattung und personelle Kapazität für diese Art der Notfallversorgung sind sehr unterschiedlich. So bieten spezialisierte Traumazentren bedingt durch Ausstattung und Übung eine bessere Versorgung an. Mehrere Studien zeigen, dass mit der Anzahl der Fälle auch die Qualität der Versorgung ansteigt.

Neben der Notfallversorgung wird auch bei geplanten Eingriffen zunehmend auf die Fallzahlen geachtet, und Zentren mit spezialisierter Diagnostik werden gebildet (z. B. Brustzentrum).

Zum Ende eines Klinikaufenthalts müssen Überlegungen zur Nachsorge angestellt werden. Mit Pflegeüberleitung wird die Organisation und Koordination der häuslichen Versorgung und Pflege der entlassenen Patienten durch Mitarbeiter der Klinik und der Sozialstationen benannt. Evtl. folgt auch eine Heimaufnahme zur ständigen stationären Pflege (= Pflegeheim o. Ä.). Eine weitere Besonderheit ergibt sich in der Brückenpflege zur Versorgung onkologischer Patienten in deren häuslicher Umgebung durch Mitarbeitende der Klinik.

Klassifikation

Unter einem Akutkrankenhaus versteht man ein Krankenhaus, in dem akut erkrankte Patienten stationär oder ambulant behandelt werden und eine Tag- und Nachtaufnahmebereitschaft besteht. Die Ergänzung zum Akutbereich bilden die Rehabilitationskliniken - Kliniken, die medizinische Rehabilitation, Nachsorge und Anschlussheilbehandlung (AHB) durchführen.

Krankenhäuser kann man weiter nach der Zahl der Patienten, der Zahl der (Plan-)Betten, nach dem Träger oder nach ihrem Tätigkeitsschwerpunkt klassifizieren.

Die Klassifikation nach dem Krankenhausträger unterscheidet öffentliche, freigemeinnützige und private Träger. Öffentliche Träger sind zum Beispiel Bund, Länder, Kreise und Gemeinden, freigemeinnützige zum Beispiel die Kirchen oder das Rote Kreuz. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft wurden im Jahr 2010 von 2.064 Kliniken in Deutschland 30,5 % von öffentlichen Trägern, 36,6 % von freigemeinnützigen Trägern und 32,9 % von privaten Unternehmen betrieben[3].

In der staatlichen Krankenhausplanung wird im Rahmen der Gesundheitsvorsorge nach Versorgungsstufen unterteilt:

Krankenhaus-Statistik Deutschland

In Deutschland gibt es (Daten für 2007) 2.087 Krankenhäuser mit insgesamt 506.954 Betten, in denen mehr als 17,1 Mio. Behandlungsfälle von mehr als 1 Mio. Beschäftigten, darunter 140.479 Ärzte und 392.711 Pflegekräfte, versorgt werden. Damit stehen für jeweils 1.000 Einwohner 6,2 Betten zur Verfügung und pro Bett werden durchschnittlich 2,1 Mitarbeiter beschäftigt.[4]

Die durchschnittliche Verweildauer der deutschen Patienten in den Allgemeinkrankenhäusern hat sich seit 1991 von rund 14 Tagen auf 7,9 Tage (2010) verringert, die Anzahl der Krankenhausfälle hat sich im selben Zeitraum hingegen von 1.822 Fälle je 10.000 Einwohner auf 2.205 Fälle je 10.000 Einwohner erhöht.[5] Die sinkende Verweildauer beruht zu einem Teil auf neuen diagnostischen, therapeutischen und operativen Verfahren. Eine andere grundlegende Ursache für den Umbruch in der Krankenhausversorgung sind die Veränderungen in der Krankenhausfinanzierung, diagnosebezogene Fallpauschalen setzen Anreize für einen möglichst kurzfristigen Aufenthalt (wobei eine sinkende Verweildauer kein automatischer gesundheitspolitischer Erfolgsindikator ist, zu frühzeitige Entlassungen führen neben dem Risiko für den Patienten zu Mehrkosten wegen der häufiger wieder notwendigen Behandlung der Krankheit).[6]

Im selben Zeitraum hat die Anzahl der Krankenhäuser von 2.411 auf 2.065 abgenommen. Zugleich nahm der Anteil öffentlicher Einrichtungen (von 46 % auf 30,5 %) stark ab.[7] Im Rahmen eines kontinuierlichen Kapazitätsabbaus wurden darüber von 1990 bis 2010 hinaus die Betten, ausgehend von 685.976 in 1990[4] auf rund 502.700 Betten reduziert.[7] 2007 wurden rund 20 von 100 Einwohnern pro Jahr in einem deutschen Krankenhaus behandelt.[4]

Nachfolgende Werte über die Anzahl der Einrichtungen, Betten und Patientenbewegungen zwischen 1991 und 2009 wurden vom Statistischen Bundesamt erhoben[8]. Die Zahlen für 1971 entstammen dem Fischer Weltalmanach 1973.[9]

Jahr/Land Krankenhäuser Betten Fallzahl
in 1000
Belegungstage
in 1000
Durchschnittliche
Verweildauer in Tagen
Durchschnittliche
Bettenauslastung in Prozent
1971 (nur BRD und Westberlin) 3.545 690.236 k. A. k. A. k. A. k. A.
1991 2.411 665.565 14.577 204.204 14,00 84,10
1992 2.381 646.995 14.975 198.769 13,20 83,90
1993 2.354 628.658 15.191 190.741 12,50 83,10
1994 2.337 618.176 15.498 186.049 11,90 82,50
1995 2.325 609.123 15.931 182.627 11,40 82,10
1996 2.269 593.743 16.165 175.247 10,80 80,60
1997 2.258 580.425 16.429 171.837 10,40 81,10
1998 2.263 571.629 16.847 171.802 10,10 82,30
1999 2.252 565.268 17.093 169.696 9,90 82,20
2000 2.242 559.651 17.263 167.789 9,70 81,90
2001 2.240 552.680 17.325 163.536 9,40 81,10
2002 2.221 547.284 17.432 159.904 9,20 80,10
2003 2.197 541.901 17.296 153.518 8,90 77,60
2004 2.166 531.333 16.802 146.746 8,70 75,50
2005 2.139 523.824 16.539 143.244 8,70 74,90
2006 2.104 510.767 16.833 142.251 8,50 76,30
2007 2.087 506.954 17.179 142.893 8,30 77,20
2008 2.083 503.360 17.520 142.535 8,10 77,4
2009 2.084 503.341 17.817 142.414 8,00 77,5
2010 2.065 502.716 18.024 141.967 7,90 77,4
Davon (2009):
Baden-Württemberg 289 58.460 1.999 16.105 8,10 75,50
Bayern 377 75.897 2.736 21.844 7,80 77,00
Berlin 79 19.668 736 5.834 7,90 81,30
Brandenburg 52 15.269 537 4.484 8,30 80,50
Bremen 14 5.251 197 1.493 7,60 77,90
Hamburg 49 11.799 427 3.495 8,20 81,20
Hessen 182 35.521 1.252 10.053 8,00 77,50
Mecklenburg-Vorpommern 39 10.497 401 3.059 7,60 79,90
Niedersachsen 198 41.653 1.569 12.449 7,90 81,90
Nordrhein-Westfalen 413 122.317 4.146 33.709 8,10 75,50
Rheinland-Pfalz 98 25.582 877 6.802 7,80 72,90
Saarland 25 6.689 257 2.070 8,10 84,80
Sachsen 82 26.497 970 7.751 8,00 80,10
Sachsen-Anhalt 50 16.498 592 4.622 7,80 76,80
Schleswig-Holstein 95 15.663 564 4.604 8,20 80,50
Thüringen 42 16.080 558 4.554 8,20 77,60
USA
2001
Australien
2000
Schweden
2000
Deutschland
2004
Akutbetten
pro 1000 Einw.
2,9 3,8 3,2 5,7
Verweildauer
in Tagen
5,8 6,1 5 8,7
Krankenhausfälle
pro 1000 Einw.
112,4 157,7 162,6 191,6

In Deutschland liegt der Bettenstand im Vergleich mit anderen Ländern relativ hoch. Dabei ist ein kontinuierlicher Trend zum Bettenabbau zu verzeichnen. Auch bei der Einweisungsquote und Verweildauer sind die deutschen Zahlen vergleichsweise hoch, wobei die Verweildauer in den letzten Jahren in Deutschland deutlich gesunken ist (siehe Tabelle und obige Ursachen). Dies ist in der unterschiedlichen Strukturierung des Gesundheitswesens der verschiedenen Länder begründet. Eher unterdurchschnittlich sind in Deutschland die Kosten pro Fall, was man einerseits mit der eher niedrigen Personalausstattung, zum anderen mit der Verteilung der Kosten auf viele Fälle erklären kann. So sichern 10,8 Krankenhausmitarbeiter je 1.000 Einwohner die stationäre Versorgung in Deutschland, während zum Beispiel in Österreich 15,3, Irland 14,9 und Italien 12,3 Mitarbeiter pro tausend Einwohnern in der stationären Versorgung arbeiten. Den höchsten Personaleinsatz im Krankenhaus verzeichnen die USA mit einem Wert von 16,1.

Bei den Krankenhauskosten pro Fall wurden in Deutschland 2005 im Durchschnitt pro Patient 5.478 Dollar aufgewendet, während die Vereinigten Staaten 13.452 Dollar, Luxemburg 11.640 Dollar, Kanada 10.334 Dollar, Italien 6.803 Dollar oder Schweden 5.674 Dollar aufwendeten.[10]

Die 20 häufigsten Hauptdiagnosen bei vollstationären Krankenhauspatienten

Die Angaben gelten für Deutschland 2009 mit ICD-Code und absoluten Fallzahlen.[11]

ICD-10 Diagnose
Behandlungsanlass
Gesamt davon
männlich
davon
weiblich
Z38 Lebendgeborene einschließlich gesunde Neugeborene 459.315 230.510 228.805
I50 Herzinsuffizienz 363.662 171.870 191.792
F10 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol 339.092 249.250 89.842
I20 Angina pectoris (Herzschmerzen) 260.505 165.838 94.667
S06 Intrakranielle Verletzung (Schädel-Hirn-Trauma) 240.576 132.929 107.647
I48 Vorhofflattern und Vorhofflimmern 231.686 121.100 110.586
I63 Ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt) 226.581 110.222 116.359
J18 Pneumonie (Lungenentzündung), Erreger nicht näher bezeichnet 221.356 121.960 99.404
K80 Cholelithiasis (Gallenstein) 213.680 74.359 139.321
I21 Akuter Myokardinfarkt (Herzinfarkt) 207.691 132.428 75.263
M17 Gonarthrose (Kniegelenksarthrose) 205.659 73.964 131.695
I10 Essentielle (primäre) Hypertonie (Bluthochdruck) 199.096 64.099 134.997
I25 Chronische ischämische Herzkrankheit (Herzkranzgefäße) 192.452 139.202 53.250
C34 Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge (Lungenkrebs) 188.081 127.985 60.096
J44 Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit 185.396 104.706 80.690
E11 Nicht primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-II-Diabetes) 171.299 92.124 79.175
K40 Hernia inguinalis (Leistenbruch) 168.574 148.272 20.302
M16 Koxarthrose (Hüftgelenksarthrose) 164.004 65.886 98.118
S72 Fraktur des Femurs (Bruch des Oberschenkelknochens) 160.510 47.874 112.636

"Kliniksterben"

Kliniksterben ist ein in Deutschland in politischen Diskussionen verwendetes Schlagwort, mit dem Kritiker der verschiedenen Gesundheitsreformen die abnehmende Zahl von Krankenhausbetten und die damit eventuell verbundene Schließung von Krankenhäusern und Kliniken bezeichnen.

Allgemeines

Als Folge der demografischen Entwicklung in Verbindung mit der Differenzierung der Dienste nach stationärer Behandlung, ambulanter Behandlung und Rehabilitation sowie chronisch oder geriatrisch bedingter Dauerbehandlung wird nach Analysen verschiedener Beratungsunternehmen die Zahl der Krankenhäuser weiter abnehmen. Aktuell wird ein Überangebot von ca. 10% der Betten für stationäre Behandlung geschätzt (2012). Die Situation wird sich verschärfen, wenn eine weitere Differenzierung der Behandlung nach erreichbarem Outcome und versichertem Aufwand hinzu kommen sollte. Die differentielle Kostenentwicklung lässt dies erwarten.

Nach Berechnungen der Unternehmensberatung McKinsey wird jede dritte der untersuchten Kliniken nach der Konvergenzphase ihre Kosten nicht mehr decken können. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schätzt, dass in Deutschland bis 2014 ungefähr 330 von derzeit 2.200 Krankenhäusern überzählig sein werden; andere Schätzungen gehen bis zur doppelten Anzahl.

Befürworter der Veränderungen sehen die zunehmende Reduzierung von Krankenhausbetten in Deutschland aus wirtschaftlichem und gesundheitspolitischem Blickwinkel als dringend notwendigen Abbau von Überkapazitäten, unter dem die Qualität der flächendeckenden Versorgung nicht leiden werde. Vielmehr werde damit ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Finanzierung des Gesundheitssystems geleistet.

Es besteht die Erwartung, dass in strukturschwachen Gebieten die flächendeckende Versorgung mit allen Leistungen nicht mehr im Nahbereich gewährleistet werden kann (vgl. Lüngen, Lauterbach 2002). Dem steht der Auftrag und der politische Wille vieler Landesregierungen gegenüber, die Versorgung in strukturschwachen Regionen zu sichern.

Datei:Statistik krankenhaeuser 2009.jpg
Statistik der Krankenhäuser nach Bundesländern (2009)

Kliniken mit niedrigem Personalbestand, verringerten Betriebskosten bzw. gesteigerter Effizienz und Abstinenz in der Ausbildung von Nachwuchs kommen wirtschaftlich gegenüber Häusern mit klassischem Versorgungsauftrag besser zurecht. Klassische Produktivitätsbegriffe sind aufgrund des unstetigen Aufkommens an Patienten und des gesetzlich bestimmten vwersorgungsauftrags nicht ohne weiteres anwendbar.

Bisher haben nur wenige Krankenhäuser tatsächlich Insolvenz angemeldet, etwa im Jahr 2005 das Evangelische Krankenhaus Rheda-Wiedenbrück (70 Betten). Die Zahl der Schließungen von Krankenhäusern seit dem Jahr 2000 ist gering, in der Regel werden Krankenhäuser in wirtschaftlich kritischer Situation von den Gemeinden, Kreisen und den Ländern (z. B. Universitätskliniken) an private Krankenhausketten verkauft. Universitätskliniken werden zunehmend in andere Rechtsformen, z. B. als Anstalt des öffentlichen Rechts überführt

Wechsel der Betreiber oder Änderungen der Rechtsform sollen erlauben, Mitarbeiter nach Haustarifverträgen entlohnen zu können. Dies läuft der erwarteten Verknappung von qualifiziertem Personal und der damit langfristig zu erwartenden gegenüber dem Verbraucherpreisindex stärkeren Steigerung der Gehälter entgegen.

Änderung des Vergütungsschemas durch das DRG-Abrechnungssystem

Als Folge der langjährigen Reformbestrebungen im deutschen Krankenhausbereich, zuletzt der Einführung des DRG-Abrechnungssystems, traten strukturelle Veränderungen in der Krankenhauslandschaft ein, die auch nach Abschluss der Konvergenzphase 2009 weiter andauern werden. Das DRG-System ersetzt die früher individuell verhandelten Pflegesätze zunächst durch eine klinikspezifische, bis 2009 jedoch bundeslandweit einheitliche diagnoseabhängige Pauschalvergütung für jeden Behandlungsfall.

Seit der DRG-Einführung ist die Krankenhausverweildauer zunächst gesunken: von 8,9 Tagen 2003 auf 8,7 Tage 2004 und 8,6 Tage 2005. Ein Nachweis, dass sich diese Entwicklung fortsetzt oder halten wird, steht aus. Um die Kritiker der DRG-Einführung zu beruhigen, hat der Gesetzgeber in § 17 b Abs. 8 Krankenhausfinanzierungsgesetz festgelegt, bis Ende 2005 einen Begleitforschungsbericht vorlegen zu müssen. Dies ist bislang nicht erfolgt. Es wurden lediglich Datensätze seit 2004 gesammelt und veröffentlicht. Im Dezember 2008 wurde nach europaweiter Ausschreibung die Begleitforschung an die IGES Institut GmbH vergeben. Erste Ergebnisse wurden in der zweiten Jahreshälfte 2009 erwartet.[12]. Ein Nachweis, dass sich das DRG-Abrechnungssystem langfristig als Konzept zur Senkung der Gesamtkosten erweisen wird, steht aus. Vielmehr zeigen wirtschaftlich erfolgreiche Kliniken eine Strategie spezifisch vermehrter Behandlungsfälle bei gleichem Patientenaufkommen. Eine kritische politische Diskussion erfolgt bisher nicht zusammenhängend.

Situation 2010

Im Mai 2010 erschien der "Krankenhaus Rating Report 2010" des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI).[13] Gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Admed analysierte das RWI mehr als 700 Jahresabschlüsse von Krankenhäusern. Demnach sind etwa 20 % der Häuser mit weniger als 200 Betten insolvenzgefährdet, bei den großen Kliniken sind es 13 %.

  • Die 2009 gewährte Finanzspritze der Bundesregierung zur Krankenhausförderung (über drei Milliarden Euro) hat geholfen: Aktuell geht es den meisten deutschen Kliniken wirtschaftlich relativ gut.
  • Wenn sie ihre Effizienz in den nächsten Jahren aber nicht steigern, droht die Zahl der von Insolvenz bedrohten Kliniken von zuletzt 11 % auf 18 % im Jahr 2020 zu steigen.
  • Kleine Krankenhäuser dürften v.a. deshalb erhebliche Schwierigkeiten bekommen, wenn ihr Leistungsportfolio zu breit ist. Bei der Analyse der Zahlen schneiden Kliniken mit nur einer oder zwei Fachabteilungen deutlich besser ab als solche mit drei oder mehr Abteilungen.

Ein Erfolgsrezept könnte also die Fokussierung auf wenige(r) Leistungen sein.

  • Kliniken in Westdeutschland drohen hohe Pensionsaufwendungen durch Zahlungen in Versorgungskassen. Ostdeutsche Häuser gehören meist keiner öffentlichen Zusatzversorgung an.
  • Gerade für ländliche Gebiete prognostiziert die Studie, dass die derzeitige Infrastruktur mittel- bis langfristig nicht mehr dem Bedarf entspricht und nicht in ihrem heutigen Umfang aufrechterhalten werden kann. Wegbrechende Steuereinnahmen der Kommunen (Wirtschaftskrise) verschärfen die Situation. Das jährliche Defizit der kommunalen Kliniken werde sich in den nächsten drei Jahren auf 439 Mio. Euro fast verdoppeln.
  • Die mehr als 2.000 Krankenhäuser müssen ihre Effizienz weiter verbessern, damit die Kosten nicht stärker als die Erlöse steigen. Da die öffentlichen Investitionen ungeachtet der Verpflichtungen aus dem Krankenhausfinanzierungsgesetz tendenziell sinken, sollten die Betriebe ihre Innenfinanzierungskraft stärken, also Investitionsmittel aus eigener Kraft erwirtschaften.
  • Dabei könnten zufriedene Patienten helfen. Kliniken, in denen die Patienten eine hohe Zufriedenheit zeigen, haben laut Studie tendenziell ein besseres Rating als andere.

Privatisierung von Krankenhäusern

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.
Erster mischfinanzierter und privat geführter Akutkrankenhaus-Neubau Deutschlands – Klinikum Meiningen (1995)

Während von 1991 bis 2010 der Anteil öffentlicher Einrichtungen (von 46 % auf 30,5 %) abgenommen hat, hat sich der privat- und gewinnwirtschaftliche Krankenhausmarkt hingegen ausgeweitet und wird dabei zunehmend von großen Unternehmen wie Asklepios, Rhön, Sana oder Helios bestimmt.[7] 32,9 % aller Krankenhäuser befanden sich 2010 in privater Trägerschaft, 1991 betrug der Anteil 14,8 %. Allerdings werden insgesamt 48,5 % der Krankenhausbetten von den öffentlichen Einrichtungen getragen (17 % von den Privaten), wobei auch dort der Trend in dieselbe Richtung geht.[7]

Private Klinikbetreiber in Deutschland mit Umsatzzahlen in Mio. Euro[14]
Klinikbetreiber Umsatz 2006 Umsatz 2010 Umsatz 2011
Rhön-Klinikum 1.933 2.550 2.629
Helios Kliniken/Fresenius 1.673 2.520 2.665
Asklepios 2.150 2.305 2.557
Sana Kliniken 792 1.485 1.629
Schön Kliniken 348 558 575
Damp Holding 422 487 475
Mediclin 378 487 493
Ameos 244 377 > 400
SRH Kliniken 342 360 565
Paracelsus Kliniken 284 336 331
Zum Vergleich größter kommunaler Krankenhauskonzern:
Vivantes 718 837 865
Zum Vergleich größter konfessioneller Krankenhauskonzern:
St. Franziskus-Stiftung Münster 400 602 624

Gliederung eines Krankenhauses

Organisatorische Gliederung

Ein Krankenhaus wird nach den Fachabteilungen gegliedert (z. B. Chirurgie, Innere Medizin etc.). Dabei wird zwischen bettenführenden und diagnostischen Abteilungen (z. B. Radiologie) unterschieden. An größeren Krankenhäusern gibt es zudem eine Reihe medizinischer Institute (z. B. Pathologie). Alle kleineren Einheiten (Ambulanzen, Tageskliniken) sind einer Fachabteilung zugeordnet. Jede Fachabteilung wird von einem Chefarzt geleitet.

Die Geschäftsführung setzt sich zusammen aus dem Leiter der Verwaltung (Kaufmännischer Geschäftsführer, Verwaltungsdirektor), dem Ärztlichen Leiter (Ärztlicher Direktor) und der Pflegedienstleitung.

Immer mehr gehen Krankenhäuser jedoch den Weg, sich von den historischen vertikalen hierarchischen Strukturen zu lösen und stellen die Prozessorganisation in den Vordergrund. Die daraus sich ergebenden Chancen zur Veränderung der Aufbau- und Ablauforganisation sind jedoch nicht einheitlich umsetzbar.

Neben der Ambulanz zur kurzen Behandlung sonst zuhause lebender Patienten gibt es die stationäre Krankenhausaufnahme. Dabei bezeichnet Aufnahme sowohl eine Verwaltungsabteilung im Krankenhaus zur Erledigung der Aufnahmeformalitäten wie auch diese Formalitäten selbst (Patientenaufnahme). Die Krankenhausaufnahme ist mit einem Vertragsabschluss verbunden, der neben der Krankenbehandlung Wahlleistungen, z. B. die Unterbringungsform, Chefarztbehandlung und deren Bezahlung umfassen kann. Bis zur Entlassung müssen durch die Verwaltung die verschiedenen Dienstleistungen dem Behandlungsverlauf entsprechend und zeitnah erfasst und in Rechnung gestellt werden. Dazu dient ein Krankenhausinformationssystem, das als Datenbank angelegt ist und vor allem den „Workflow“ nachvollziehbar macht (auch Koordinierendes Klinik Management genannt). Die gesammelten Informationen können den beteiligten Fachabteilungen (evtl. über das Controlling) durch das Rechenzentrum schnell und in ausreichend anonymisierter Form zu Verfügung gestellt werden.

Neuere Gliederung

Krankenzimmer

In einem sogenannten Modulsystem wird nur in therapeutische, diagnostische und pflegerische Bereiche unterschieden.

In der Krankenpflege von Patienten werden in diesem System folgende Bereiche unterschieden:

  • Low Care Station
    Zur Aufnahme von nur geringfügig pflegebedürftigen oder kurzzeitig stationär behandelten, meist relativ mobilen Patienten.
  • Normalstation
    Dient zur Pflege und Behandlung bettlägeriger Patienten, die keiner Intensivpflege bedürfen.
  • Überwachungsstation (Intermediate Care)
    Eine Station, in der nicht beatmete Patienten am Monitor intensivmedizinisch überwacht werden können, jedoch keine (umfassende) intensivmedizinische Betreuung möglich ist.
  • Intensivstation (Intensive Care)
    Betreuen beatmungspflichtige Patienten und Langliegepatienten, die sehr pflegeintensiv sind.

Es gibt auch eine Bildung von Zentren, in denen man sich an Krankheitsbildern orientiert. Dadurch sollen die sogenannten Behandlungspfade in der Patientenversorgung optimiert werden.

Funktionelle Gliederung

Ein Krankenhaus lässt sich in sieben funktionale Bereiche gliedern:

In Deutschland regelt die DIN 13080 die Unterteilung eines Krankenhauses, ein Umstand, der bei der staatlichen Förderung von Krankenhäusern eine wichtige Rolle spielt.

Kostenstruktur eines Krankenhauses

Die Krankenhäuser gaben im Jahr 2005 56,8 Milliarden Euro aus. Die Brutto-Kosten (einschließlich der Kosten für nichtstationäre Leistungen wie Ambulanz, wissenschaftliche Forschung und Lehre) betrugen 64 Milliarden Euro. Die stationäre Behandlung eines Patienten kostete durchschnittlich 3.371 Euro pro Fall. Die Einnahme- und Ausgabestruktur wird anhand der Krankenhausbuchführungsverordnung ermittelt.

Einnahmen

Die Finanzierung kann monistisch, oder wie bei öffentlichen Häusern in Deutschland üblich über eine Duale Finanzierung durch die öffentliche Hand (Investitionszuschüsse der Länder) und Krankenkassen erfolgen. Zu diesen Einnahmen kommen noch zusätzliche sonstige Leistungen (z. B. Cafeteria). Für Abrechnungszwecke wurde das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus gegründet, das die Häuser bei der komplizierten Dokumentation von Fallgruppenpflege, Kodierung der Leistungen und der Kalkulation unterstützt. Laut Krankenhausstatistik erhielten die Deutschen Krankenhäuser im Jahr 2010 von den Gesetzlichen Krankenkassen 58,1 Mrd Euro, von den Privaten Kassen 6,4 Mrd und von den Bundesländern 2,8 Mrd.

Ausgaben

Die Ausgaben eines Krankenhauses lassen sich grob in zwei Positionen aufteilen:

  • 65 % Personalkosten
  • 35 % Sachkosten

Die Personalkosten sind den verschiedenen Funktionsbereichen (s.o.) und den Berufsgruppen zuordenbar. Würde das nicht geschehen, käme kein realistisches Bild über Entstehen (und Vermeiden Können) von Personalkosten als größtem Kostenblock zustande.

Die Sachkosten wiederum untergliedern sich wie folgt:

  • Investitionskosten
  • Arzneimittelkosten
  • Kosten für Fremdinstitute, z. B. Spezielle Laboruntersuchungen
  • Medizinische Verbrauchsgüter, z. B.:
    • Implantate wie Herzschrittmacher
    • Knochenprothesen
  • Medizinische Einmalartikel, z. B. Spritzen, Tupfer
  • Strom, Wasser, Energie, Gase
  • Reinigung, Entsorgung
  • Verwaltungskosten
  • Versicherungen, z. B.:
    • Arzt- und Mitarbeiterhaftpflichtversicherung
    • Gebäude- und Geräteversicherungen
  • Instandhaltungskosten
    • Geräteinstandhaltung
    • Umbau von Gebäudeteilen
    • Reparaturkosten an den Gebäuden

Bettenbelegung

Die OECD in Paris hat die durchschnittliche Belegungsrate in Akutkrankenhäusern erhoben. 2005 belief sie sich in 17 erfassten OECD-Ländern auf durchschnittlich 74,2 % (2000: 73,6 %). Die Rangliste für 2005: Norwegen 87,5, Schweiz 86,1, Irland 85,6, Großbritannien 83,9, Japan 79,2, Österreich 79, Ungarn 75,7, Deutschland und Tschechische Republik 75,6, Frankreich 73,4, Portugal 73,2, USA 67,4, Slowakische Republik 66,7, Luxemburg 64,7, Türkei 64,5, Niederlande 63,9 und Mexiko 61 %. (OECD Health Data 2007, OECD Paris 2007)

Siehe auch: Belegungsmanagement

Risiken im Krankenhaus

Eine Auswertung von zahlreichen Studien ergab, dass pro Jahr im Krankenhausbereich mit 5–10 % unerwünschter Ereignisse, 2–4 % Schäden, 1 % Behandlungsfehler und 0,1 % Todesfälle, die auf Fehler zurückgehen, zu rechnen ist. Bei jährlich 17 Millionen Krankenhauspatienten entspricht dies 850.000 bis 1,7 Mio unerwünschten Ereignissen, 340.000 Schäden (vermeidbare unerwünschte Ereignisse), 170.000 Behandlungsfehler (mangelnde Sorgfalt) und 17.000 auf vermeidbare unerwünschte Ereignisse zurückzuführende Todesfälle. Der gesamte ambulante Bereich ist darin nicht enthalten. (Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, „Kooperation und Verantwortung“, BMG 2007)

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit schätzt, dass 0,1 % aller im Krankenhaus behandelten Patienten an unerwünschten Nebenwirkungen sterben. Bei 17 Millionen Krankenhauspatienten im Jahr wären das allein in Deutschland 17.000 Todesfälle.[15] Im Jahr 2000 hat eine Analyse des Institute of Medicine ("To Err is Human") ergeben, dass es in den USA jährlich zu 44.000 bis 98.000 (Krankenhaus-) Todesfällen komme, die durch Fehler verursacht werden,[15] womit die tödliche Komplikationsrate, bezogen auf die Einwohnerzahl, ähnlich hoch wie in Deutschland liegen dürfte. Die Zahl der "unerwünschten Ereignisse" liege, laut Süddeutscher Zeitung, vermutlich zwischen 5 und 10 % der jährlich 17 Millionen behandelten (Krankenhaus-) Patienten in Deutschland.[15]

1991 wurden 14 Millionen Patienten stationär versorgt, die im Schnitt 2 Wochen blieben. 2009 waren es 18 Millionen Patienten, die etwa acht Tage blieben.[16] Zwischen 1996 und 2008 wurden 50.000 Schwestern und Pfleger wegrationalisiert.[17] Jährlich erkranken etwa 500.000 Patienten im Krankenhaus an Infektionen. Etwa 150.000 davon werden auf mangelnde Hygiene der Ärzte, Schwestern oder Pfleger zurückgeführt.[18] Für ein Drittel aller Fehler, die bei der Medikation passieren, sind Schwestern und Pfleger verantwortlich, zum Beispiel durch Verwechslungen. In zwei Drittel der Fälle sind Ärzte verantwortlich, zum Beispiel durch Nichtbeachten von Kontraindikationen oder negativen Wechselwirkungen.[19] 1.000 Audiomitschnitte von Arzt-Patienten-Begegnungen ergaben, dass nur in 6 % der Fälle über Vorteile und Risiken einer Therapiemethode aufgeklärt wurde. Und nur in jeder fünften Unterredung wurden die Wünsche des Patienten diskutiert.[20]

Hygiene ist in gesundheitspolitischer Sicht eine Ländersache. Das Bundesministerium für Gesundheit hat daher keine Einflussmöglichkeit. Gesetzliche Krankenkassen dürfen keine Empfehlungen aussprechen also keine Auswahl hygienischer Kliniken anbieten. Alternativen sind Bewertungsportale für Kliniken. Indirekte Bewertungen lassen sich aus der Zahl der Behandlungsfehler gewinnen, die auch als Kunstfehler bezeichnet werden.

Daten nach § 21 KHEntgG

Nach dem deutschen Krankenhausentgeltgesetz KHEntgG muss jedes deutsches Krankenhaus spätestens bis zum 31.03. eines jeden Jahres bestimmte Krankenhaus- und fallbezogene Daten an die DRG-Datenstelle übermitteln. Zu diesen Daten gehören u. a. das Alter des Patienten, Aufnahme- und Entlassungszeitpunkt, Diagnosen, Prozeduren etc. Nicht übermittlungspflichtig sind z. B. Angaben über ambulant behandelte Patienten.

Auszug aus § 21 KHEntgG: „Das Krankenhaus übermittelt auf einem maschinenlesbaren Datenträger jeweils zum 31. März für das jeweils vorangegangene Kalenderjahr die Daten nach Absatz 2 an eine von den Vertragsparteien nach § 17b Abs. 2 Satz 1 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes zu benennende Stelle auf Bundesebene (DRG-Datenstelle)“

Zusätzlich übermitteln einige sog. „Kalkulationshäuser“ ihre Kostendaten zu diesen Fällen. Die übermittelten Daten werden vom InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) zur Kalkulation der DRG-Fallpauschalen genutzt (DRG = Diagnosis Related Groups).

Durch die Einführung der Übermittlungspflicht werden von den deutschen Krankenhäusern vergleichbare Daten übermittelt. Dies ermöglicht Leistungsvergleiche, die sowohl vom Bund als auch von einzelnen Krankenhäusern im Zweckverband durchgeführt werden.

Da die Daten von jedem Krankenhaus erhoben werden, gibt es auch zahlreiche (kostenpflichtige) Programme, die die erhobenen Daten für die Krankenhäuser aufbereiten und für diverse Zwecke zu Verfügung stellen, sei es für Reportingzwecke oder für die Erstellung von Qualitätsberichten.

Damit sind die Daten mittlerweile eine Datenquelle, die aus dem Krankenhaus kaum noch wegzudenken ist, da sie aufgrund der gesetzlichen Normvorgabe gerade der Einsatz von diversen Programmen verschiedenster Hersteller in breiter Masse erst ermöglichen.

Situation in der Schweiz

Krankenhäuser werden in der deutschsprachigen Schweiz meistens Spitäler genannt. Landesweit existieren verschiedene Kategorien von Spitälern: Universitätsspitäler in den Städten mit Universitäten, die medizinische Fakultäten führen, Kantonsspitäler in sämtlichen Kantonen, Regional- und Gemeindespitäler sowie Privatspitäler und -kliniken. Gegenwärtig wird eine politische Diskussion geführt, ob der Fachbereich Herzchirurgie aus Kostengründen in je einem einzigen Zentrumsspital in der deutsch- und in der französischsprachigen Schweiz zusammengefasst werden soll. Ebenfalls aus Kostengründen wird darüber gestritten, wie viele kleinere Spitäler geschlossen werden können, ohne den Versorgungsauftrag (etwa Notfalldienste) zu gefährden.[21]

Im Kanton Zürich sind die Gemeinden nicht mehr verantwortlich für die Spitalversorgung. Beim See-Spital werden die von den Trägergemeinden investierten Beiträge der letzten zehn Jahre in ein verzinsbares Darlehen umgewandelt. Die meisten Zürcher Gemeinden sind neu nicht mehr Defizit-Garanteure, sondern Gläubiger und Aktionäre. Viele bisherige Spital-Zweckverbände als öffentlich-rechtliche Institutionen werden zu privatrechtlichen Trägerschaften in der Form von Aktiengesellschaften oder Stiftungen umgewandelt.[22]

Siehe auch

BelegarztDeutsche KrankenhausgesellschaftGrenzverweildauerMaßregelvollzugPatientenaufnahmePflegedienstleitungPflegepersonalPflegestandardPflegeskandalStudienhospitalTagesklinikVisite - Krankenhausapotheke - Krankenhausrevision

Krankenhausarten: Anthroposophisches KrankenhausBerufsgenossenschaftliche UnfallklinikFachkrankenhausPrivatklinik - Psychiatrische KlinikPsychosomatische Klinik - Sanatorium - Unfallkrankenhaus

Literatur

  • Michael Arnold, Jürgen Klauber, Henner Schellschmidt: Krankenhaus-Report 2002. Schattauer, Stuttgart 2002, ISBN 3-7945-2219-2. (Periodikum)
  • Ernst Bruckenberger: Dauerpatient Krankenhaus: Diagnosen und Heilungsansätze. Lambertus, Freiburg im Breisgau 1989, ISBN 3-7841-0440-1.
  • Peter Eichhorn, Hans-Jürgen Seelos, Johann-Matthias G Schulenburg (Hrsg.): Krankenhausmanagement. Urban und Fischer, München/Jena 2000, ISBN 3-437-21590-6.
  • M. Eversmeyer: Das DRG-System stoppt in Australien nicht den Ausgabenanstieg. In: f&w, Führen und Wirtschaften im Krankenhaus. 3(2001), S. 230–232
  • Michel Foucault: Die Geburt der Klinik. 1963. (Taschenbuchausgabe: Fischer, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-596-27400-1)
  • Dieter Jetter: Grundzüge der Krankenhausgeschichte. 1800–1900. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977, ISBN 3-534-07278-2.
  • Ludwig Klasen: Grundriss-Vorbilder von Gebäuden aller Art. Abth.IV. Gebäude für Gesundheitspflege und Heilanstalten. Baumgartner, Leipzig 1884. (Digitalisat)
  • Jürgen Klauber, Bernt-Peter Robra, Henner Schellschmidt (Hrsg.): Krankenhaus-Report 2006 – Schwerpunkt: Krankenhausmarkt im Umbruch. Schattauer, Stuttgart 2006, ISBN 3-7945-2490-X.
  • M. Lüngen, K. Lauterbach: Führen DRG zur Spezialisierung von Krankenhäusern? In: Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement. 7 (2002), S. 93–95.
  • Bernhard Mann: Krankenhaussoziologie und Gesundheitswesen. In: Soziologische Revue. Jahrgang 27 (2004), ISSN 0343-4109, S. 480–491.
  • Axel Hinrich Murken: Vom Armenhospital zum Grossklinikum. Die Geschichte des Krankenhauses vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. DuMont, Köln 1988, ISBN 3-7701-2134-1.
  • Barbara Schmidt-Rettig, Siegfried Eichhorn: Krankenhausmanagementlehre. Theorie und Praxis eines integrierten Konzepts. Kohlhammer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-17-019914-9.
  • Norbert Andersch: Krankenhausentwicklung und gewerkschaftliche Krankenhauspolitik : eine Übersicht unter besonderer Berücksichtigung der ÖTV. Verl. Arbeit & Gesellschaft, Marburg 1990, ISBN 3-89419-010-8. (Zugl.: Frankfurt (Main), Univ., Diss.)

Weblinks

 Wiktionary: Krankenhaus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Krankenhaus – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Krankenhausverzeichnisse

Archive

Krankenhaus-Gesundheitspolitik

Einzelnachweise

  1. Manfred Mai: Weltgeschichte - Carl Hanser Verlag 2002; S. 47.
  2. Tamin Ansary: Die unbekannte Mitte der Welt - Campus Verlag 2010; S. 115.
  3. DKG Überblick_Krankenhausstatistik 2010
  4. 4,0 4,1 4,2 Datenquelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft in ihrer neuen Ausgabe der jährlich erscheinenden Broschüre „Zahlen, Daten, Fakten“ (Datenbestand 2007).
  5. Statistisches Bundesamt (2011), Fachserie 12 Reihe 6.1.1 Gesundheitswesen: Grunddaten der Krankenhäuser, Wiesbaden.; aus: Entwicklung der Krankenhausversorgung 1991 - 2010, Sozialpolitik-aktuell - Universität Duisburg-Essen
  6. Entwicklung der Krankenhausversorgung 1991 - 2010, Sozialpolitik-aktuell - Universität Duisburg-Essen; siehe Kommentierung und methodische Hinweise
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 Statistisches Bundesamt (2011), Krankenhausstatistik, Fachserie 12, Reihe 8.1.1.; aus: Krankenhäuser und Betten nach Trägerschaft 1991 - 2010, Sozialpolitik-aktuell - Universität Duisburg-Essen
  8. Erhebung des Statistischen Bundesamtes
  9. Fochler-Hauke, G. (Hrsg., 1972): Der Fischer Weltalmanach 1973 – Zahlen, Daten, Fakten, Fischer, Frankfurt/M., S. 62.
  10. http://findarticles.com/p/articles/mi_6792/is_2007_Sept/ai_n28470188/ DKG zu den neuesten OECD-Zahlen: Deutsche Krankenhauser im internationalen Vergleich Spitze, Ergotherapie & Rehabilitation, Sept, 2007
  11. Statistisches Bundesamt Deutschland. Abgerufen am 24. Februar 2011.
  12. DRG-Evaluation beginnt – Forschungsauftrag vergeben Gemeinsame Pressemitteilung der Deutsche Krankenhausgesellschaft und des GKV-Spitzenverbandes
  13. Krankenhaus Rating Report 2010 des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI)
  14. Süddeutsche Zeitung vom 19. Oktober 2007
  15. 15,0 15,1 15,2 Operationsfeld Patient, Süddeutsche Zeitung, 4. Juni 2008, S. 2
  16. Krisengebiet Krankenhaus, Stern, 36/2010, S. 34 ff.
  17. Krisengebiet Krankenhaus, Stern, 36/2010, S. 34 ff.
  18. Krisengebiet Krankenhaus, Stern, 36/2010, S. 34 ff.
  19. Krisengebiet Krankenhaus, Stern, 36/2010, S. 34 ff.
  20. Krisengebiet Krankenhaus, Stern, 36/2010, S. 34 ff.
  21. E. Gruner/B. Junker: Bürger, Staat und Politik in der Schweiz
  22. http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/klimaveraenderung-fuer-regionalspitaeler_1.17163174.html (abgerufen am: 5. Juni 2012).


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