Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Kopieren (Kunst)

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Kopieren versteht man in der Kunst alle Formen, in denen ein schon einmal geäußerter künstlerischer Gedanke wiederholt wird.

Begriffsklärungen

Zur genaueren Unterscheidung bezeichnet man:

  • Replikat oder Replika allgemein als Wiederholung
  • Kopie oder Nachbildung als Wiederholung eines Werks durch fremde Hand
  • Fälschung: ein Replikat, ohne es als solches auszugeben und in betrügerischer Absicht
  • Pastiche: ein Gemälde oder ein anderes Werk der Bildenden Kunst, das den Stil eines bekannten Meisters nachahmt
  • Reproduktion als Wiederholung in originaler Technik, wenn die künstlerische Technik das vorsieht (Drucktechniken) oder übertragener Technik durch andere (Kunstdruck, musikalische Aufnahmen etc.)

In der Bildenden Kunst entstehen einmalige Kopien auch durch Wiederholung eines eigenen Werkes in einer anderen Technik durch eigene Hand, wenn z. B.

  • ein Bildhauer eine gegossene Gipsplastik später in Stein eins zu eins nachmeisselt oder
  • ein Grafiker aus dem Dia-Positiv einer Federzeichnung am Lichttisch eine Offsetvorlage ausarbeitet oder
  • ein Maler mit Hilfe einer Dia-Projektion die Konturen der Vorlage als vergrössertes Gemälde nachzeichnet.

Für alle Bildenden Künstler (insbesondere auf dem allen gemeinsamen Gebiet der Zeichnung) sind Studienkopien nach berühmten Vorbildern bis heute ein wichtiger Bestandteil während der künstlerischen Ausbildung. So wurden zur Anschauung für die Bildhauerei seit der Renaissance antike Skulpturensammlungen angelegt, während für Studenten der Malerei in manchen Museen auf Anfrage Ausnahmegenehmigungen zum Kopieren von Kunstwerken unmittelbar vor den Originalen erteilt werden.

Rechtliches

Wenn Nachbildungen öffentlich ausgestellt oder in den Verkehr gebracht werden, sind Urheberrechte zu beachten. Wenn dabei behauptet wird, dies sei der Original-Gegenstand, wird das als Fälschung in betrügerischer Absicht angesehen.

Unzulässig kann es auch sein, Nachbildungen mittelbar von Nachbildungen und nicht unmittelbar von Originalen anzufertigen.

Literatur

  • Michalis Pichler : Statements on Appropriation
  • Ludger Alscher u. a. (Hrsg.): Lexikon der Kunst. Architektur, bildende Kunst, angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie. Band 2: G – Lh. Nachdruck der 1968–1978 in der DDR erschienenen Ausgabe. Verlag Das Europäische Buch, Berlin 1981, ISBN 3-88436-108-2, S. 692 f.
  • Tatjana Bartsch, Marcus Becker, Horst Bredekamp, Charlotte Schreiter(Hrg.): Das Originale der Kopie. Kopien als Produkte und Medien der Transformation von Antike, Verlag de Gruyter, Berlin 2010. ISBN 3-11022-544-1


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Kopieren (Kunst) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.