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Kontor

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der hansischen Niederlassung bzw. einer veralteten Bezeichnung für Büro, für das gleichnamige deutsche Dance-Musiklabel siehe Kontor Records. Für das gleichnamige Spiel siehe Kontor (Spiel)
Kontorhaus der Hanse in Antwerpen
Georg Giese, 34-jähriger Kaufmann aus Danzig, im Stalhof 1532
Kontoristen oder Commis 1894 bei ihrer Arbeit

Ein Kontor oder Contor (von französisch comptoir „Zahltisch“, im Postdeutsch auch comtoir) war im Mittelalter eine Niederlassung von hansischen Kaufleuten im Ausland und ist eine veraltete Bezeichnung für Büro sowie die Zweigstellen von Banken.

Geschichte

Kontore bildeten eine (Kaufmanns-)Stadt in der Stadt und besaßen zu Beginn eine eigene Rechtsprechung. So wählten die Kaufleute eines Kontors so genannte Ältermänner (auch comes hansae, Oldermann oder Aldermann), die die Aufsicht über die im Kontor versammelten Kaufleute besaßen. Später regelte vor allem Lübeck die Statuten und Reglements in den Kontoren.

Neben zahlreichen weiteren Handelsniederlassungen (den so genannten Faktoreien) besaß die Hanse vier Kontore. Diese waren das Hansekontor in Brügge, Bergen (Tyske Brygge), Nowgorod (Peterhof) und London (Stalhof). Die Nowgoroder Schra ist die einzige vollständig erhaltene Sammlung von Vorschriften über die innere Ordnung eines der vier Hansekontore.

Begriff

Der Begriff Kontor wird erst seit dem 16. Jahrhundert verwendet. Vorher wurde von Haus oder Hof gesprochen. So heißt beispielsweise das Kontor in Nowgorod Peterhof.

Er wurde im 19. und 20. Jahrhundert sehr oft für Büros und Geschäftszimmer von Kaufleuten verwendet. Die mit den Kontor- oder Büroarbeiten Beschäftigten wurden auch als Kontorist oder Commis bezeichnet. Auch in unserer heutigen Zeit wird von traditionellen Betrieben die Bezeichnung Kontor geführt. Häufige Sitze dieser Firmen sind die alten Hansestädte. Das Kontor des Kaufmanns befand sich oftmals mitsamt dessen Warenlager und seinen Wohnräumen unter einem Dach. Erst nach Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zunehmend Gebäude, die ausschließlich der Büronutzung dienten, insbesondere Kontorhäuser. In Hamburg entstanden zwischen 1886 und 1938 hunderte Kontorhäuser, im Wesentlichen in ähnlicher Bauweise und mit einheitlicher Funktion.

Z.B. im Indonesischen wird das "Büro" noch heute als "kantor" bezeichnet, übernommen während der niederländischen Kolonialzeit, und auch im Niederländischen wird ein Büro weiterhin "kantoor" genannt.

Literatur

  • Ernst Schubert: Novgorod, Brügge, Bergen und London: Die Kontore der Hanse. In: Concilium Medii Aevi. 5, 2002, S. 1–50.
  • Prof. Drs. S. Wojowasito: Kamus Umum Lengkap, Indonesia - Inggeris. Angkasa Offset, Bandung, 1982. S. 221
  • Langenscheidts Taschenwörterbuch, Niederländisch - Deutsch. 6. Auflage, 1965, S. 188

Weblinks

 Commons: Kontor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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