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Katholische Theologie

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Christus (Rembrandt)

Der Begriff katholische Theologie wird sowohl zur Bezeichnung der Theologie als wissenschaftlicher Disziplin innerhalb des konfessionellen Horizonts der römisch-katholischen Kirche (Materialobjekt) als auch zur Bezeichnung der spezifischen Methodik ebendieser Disziplin (Formalobjekt) verwendet.

Materialobjekt der katholischen Theologie

Inhaltlich geht es darum, vom dreifaltigen Gott zu reden, der sich geoffenbart hat als Schöpfer, in der Erschaffung, Gestaltung und Erhaltung der Welt, als Retter und Erlöser, vor allem in der Gestalt Jesu Christi, sowie als Heiliger Geist, in der ständigen Erneuerung und erhofften Vollendung der Welt. Der Kirche und ihrem Wirken im Heiligen Geist ist dies als Offenbarung zur Auslegung, Verkündigung und Heilwirkung (besonders in den Sakramenten) anvertraut. Hieraus ergibt sich der heilsbedeutsame Bezug alles Geschaffenen auf Gott hin, der als Ursprung und Ziel allen Seins begriffen wird. Insbesondere der Mensch, obwohl ein der Sünde Verfallener von Anfang an, wird verstanden als der durch Gott Erwählte und Berufene sowie durch Jesus Christus im Heiligen Geist durch das Geschenk der Erlösung Gerechtfertigte. Nimmt er dies in Glaube und Taufe an und bewahrt es im Leben in Werken der Liebe, so wird ihm die Vollendung im Heiligen Geist geschenkt.

Formalobjekt der katholischen Theologie

Methodisch versteht sich katholische Theologie als verantwortliche Rede von Gott, die sich den beiden Polen von Glaube und Vernunft verpflichtet weiß. Der Glaubensbezug wird offen aufgewiesen und in der Trias der Verpflichtung auf die Heilige Schrift, die kirchliche Tradition sowie das Lehramt der Kirche einzulösen versucht. Der Vernunftbezug erweist sich in der inneren Rationalität der Theologie als Glaubenswissenschaft und zugleich in ihrer Fähigkeit zum offenen und gleichzeitig kritischen Dialog mit nichttheologischen Disziplinen (an erster Stelle mit der Philosophie, aber auch mit den übrigen Humanwissenschaften sowie den Naturwissenschaften) und nicht zuletzt auch mit der jeweiligen Kultur.

Erste katholische Theologen

Zu nennen sind hier vor allem der Apostel Paulus (Paulus von Tarsus), und die Kirchenväter Augustin (Augustinus von Hippo) und Thomas von Aquin. Paulus’ christozentrische Lehre leiteten die Loslösung des neuen Glaubens vom Judentum und die Ausbildung einer eigenständigen, schließlich weltumspannenden Religion ein. Er ist Vater auch der evangelischen Theologie. Augustin hat wie kein anderer die westliche Theologie und Frömmigkeit geprägt. Er wurde der Vater der lateinisch-christlichen Theologie. Für Thomas von Aquin hatte die Philosophie neben der Theologie ihre eigene Berechtigung. Seine Theologie brachte eine Wende zur rationalen Analyse und zur wissenschaftlichen Forschung. Außerdem wurde er zum großen und bis heute wirksamen Apologeten des zentralistischen Papsttums.

Literatur

  • Herbert Gutschera u.a.: Kirchengeschichte ökumenisch. Matthias Grünewald Verlag, Mainz 1995
  • Walter Kern/Hermann Josef Pottmeyer/Max Seckler (Hrs.): Handbuch der Fundamentaltheologie. 2. Auflage. 4 Bde. Francke, Tübingen/Basel 2000. (= UTB für Wissenschaft 8170-8173.)
  • Barbara Henze (Hrsg.): Studium der katholischen Theologie. Eine themenorientierte Einführung. Schöningh, Paderborn [u.a.], 1995. (= Uni-Taschenbücher; 1894.)
  • Gerhard Ludwig Müller: Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie. Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau 2005.
  • Ludwig Ott: Grundriss der katholischen Dogmatik. 11. Auflage mit Literaturnachträgen, nova & vetera, Bonn, 2005.
  • Johanna Rahner: Einführung in die katholische Dogmatik. WBG, Darmstadt 2008.
  • Theodor Schneider (Hrsg.): Handbuch der Dogmatik. 4. Auflage. 2 Bde. Patmos, Düsseldorf 2009.

Siehe auch

Weblinks


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