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KZ Sachsenburg

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KZ Sachsenburg Denkmal

Das KZ Sachsenburg war eines der ersten Konzentrationslager der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland.

Geschichte

Das KZ wurde Anfang Mai 1933 unterhalb des Schlosses Sachsenburg errichtet. 50 bis 60 Häftlinge, meistens Arbeiterfunktionäre aus Chemnitz, gehörten zu jenen, die im Mai 1933 dieses Lager errichten mussten. Dazu kamen noch 40 Häftlinge aus dem KZ Plaue, die man am 2. Mai 1933 nach Sachsenburg deportiert hatte. Ihre Bewachung erfolgte durch 25 SA- und SS-Leute. Kommandant war SA-Standartenführer Max Hähnel.

Nachdem Hähnel infolge des Röhm-Putsches festgenommen wurde, wurde das KZ Sachsenburg ab dem 13. August 1934 durch das SS-Sonderkommando Sachsen übernommen. Als Lagerkommandant folgte Hähnel zunächst von August 1934 bis Oktober 1934 Max Simon, danach kurzzeitig Karl Otto Koch, im November 1934 Alexander Reiner, im Dezember 1934 Walter Gerlach und als letzter Kommandant von April 1935 bis Juli 1937 Bernhard Schmidt.[1]

Von 1933 bis 1937 waren dort jeweils durchschnittlich zweitausend Regimegegner eingesperrt. Sie mussten unter unmenschlichen Bedingungen schwere, erniedrigende Arbeiten verrichten, so schwerste Arbeit im nahegelegenen Steinbruch und beim Bau von Uferbefestigungen. Insgesamt waren in Sachsenburg bis zu 1.400 Häftlinge untergebracht. Es bestand bis zum 9. Juli 1937. Die meisten Häftlinge wurden in das inzwischen errichtete Konzentrationslager Buchenwald verlegt.

Nach unvollständigen Unterlagen, die 1945 im Gemeindeamt Sachsenburg vorlagen, wurden 11 Häftlinge ermordet. Wie viele Menschen infolge der Misshandlungen starben, ist unbekannt.

Nach dem Krieg wurde eine Mahn- und Gedenkstätte für die 2000 Antifaschisten errichtet, die unter der nazistischen Terrorherrschaft dort gelitten haben, welche nach dem Ende der DDR 1993 geschleift wurde und von dem nur noch ein stark verwittertes Mahnmal erhalten ist. Heute ist die Existenz des KZ Sachsenburgs weitgehend unbekannt, kein Touristenführer oder Hinweisschild gibt Auskunft.[2]

Lediglich im Ortswappen von Sachsenburg erinnert ein rotes Dreieck als Symbol der politischen Häftlinge an die hier Zwangsarbeit, Folter und Mord ausgesetzten Antifaschisten.

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft unterstützt jedoch die Einrichtung einer regulären Gedenkstätte.[3][4]

Bekannte Häftlinge

Literatur

  • Erich Knorr et al.: Sachsenburg. Dokumente und Erinnerungen. Hrsg. IVVdN e.V. (Interessenverband der Verfolgten des Naziregimes und ihrer Hinterbliebenen e. V.) 1994.
  • Sachsenburg Dokumente und Erinnerungen. Hrsg. Thiemo Kirmse und Enrico Hilbert; VVN/BdA-Chemnitz 2009.
  • Tausend Kameraden Mann an Mann. Hrsg. SED Kreisleitung Hainichen (Erinnerungen ehemaliger Häftlinge).
  • Wolfgang Benz / Barbara Distel: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band II: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. München 2005, ISBN 3-406-52962-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Benz / Barbara Distel: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band II: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 196f
  2. Junge Welt: http://www.jungewelt.de/2010/05-29/004.php
  3. Erklärung des Geschäftsführers Siegfried Reiprich zum 27. Januar 2012
  4. Freie Presse:KZ-Gedenkstätte soll entstehen
50.93235833333313.026883333333


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