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KZ-Verband

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Der KZ-Verband/Verband der AntifaschistInnen (VdA), auch Verband der antifaschistischen österreichischen Konzentrationslager-Schutzhäftlinge bzw. Bundesverband österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus, wurde nach der Befreiung Österreichs 1945 als überparteilicher Zusammenschluss der Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus gegründet.

Ziele und Mitglieder

Über seine sieben Landesverbände vereint der KZ-Verband heute die letzten noch lebenden Widerstandskämpfer, die Opfer des Faschismus, deren Hinterbliebenen und die jüngeren Generationen von Antifaschisten. Der Verband ist aktiv in der Interessensvertretung der Opfer des Faschismus von 1933 bis 1945 laut Opferfürsorgegesetz (OFG), in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit und im Kampf gegen Neofaschismus und Rechtsextremismus. Die einzelnen Landesverbände sind Teil des Bundesverbands.[1]

Zu namhaften Funktionären und Mitarbeitern zählten unter anderem Josef Ausweger, Franz Danimann, Heinrich Dürmayer, Leopold Langhammer, Franz Leitner, Jonny Moser, Resi Pesendorfer, Maximilian Petek, Sepp Plieseis, Agnes Primocic, Karl Punzer, Jacques Rotter, Herbert Steiner, Maria Stromberger und Hilde Zimmermann.

Denkmal am Morzinplatz

Morzinplatz Vienna June 2006 298.jpg Morzin gestapo schrift.jpg
Denkmal für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft auf dem Morzinplatz
Links der 1951 errichtete Gedenkstein des KZ-Verbandes mit Inschrift

Das Denkmal für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft (auch: Denkmal für die Opfer des Faschismus) auf dem Wiener Morzinplatz wurde 1951 als Gedenkstein mit Inschrift im Rahmen einer Kundgebung des KZ-Verbandes enthüllt. Die Inschrift stammt vom damaligen Präsidenten des KZ-Verbandes, Wilhelm Steiner.[2] Die Stadt Wien nahm den vom KZ-Verband gestifteten und ohne behördliche Bewilligung errichteten Gedenkstein in ihre Obhut und in den folgenden Jahren fanden hier viele, zum Teil internationale Kundgebungen statt.[2] Die Neugestaltung des Denkmals erfolgte 1985 auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Verbände durch den Bildhauer und Steinmetzmeister Leopold Grausam und wurde von der Städtischen Steinmetzwerkstätte ausgeführt, dessen Technischer Leiter Grausam war. Er ergänzte den vorhandenen Steinblock mit einfachen, roh behauenen Steinquadern und einer dazwischen stehenden Bronzefigur. Den obenliegenden Quader, der die Nische mit der Figur abdeckt, versah Grausam mit der Inschrift:[3]

Der neue Mahnruf

Die Verbandszeitschrift „der neue mahnruf. Zeitschrift für Freiheit, Recht und Demokratie“ erscheint seit der Wiedergründung 1948. Die aktuellen Ausgaben der Zeitschrift erscheinen online und als Printversion.

Vernetzung

Der KZ-Verband beteiligt sich an der Plattform Jetzt Zeichen setzen!, die sich für die Würdigung der NS-Opfer einsetzt, und unterstützt diese aktiv.

Weiters ist der Verband Mitgliedsorganisation der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR).

Zitate

Das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befrei­ung Österreichs wurde zahlreichen Mit­glie­dern und Funk­ti­o­nä­ren des KZ-Verandes ver­liehen

„Man muss anfangen, wenn Unrecht geschieht, denn nach dem Unrecht kommt die Gewalt.“

Agnes Primocic (1905-2007): Langjährige Ehrenobfrau des KZ-Verbandes

„Was in Auschwitz und in den anderen Konzentrationslagern von Deutschen verbrochen worden ist, das kann keine Vergeltung von allem, was deutsch heißt, jemals wieder abwaschen.“

Franz Danimann, Kurt Hacker u.a.: Die Hölle von Auschwitz. Millionen Ermordete klagen an. In: Neues Österreich - Organ der demokratischen Einigung vom 5. Mai 1945 in Wien.[4]

„Hier [am Morzinplatz] stand das Haus der Gestapo. Es war für die Bekenner Österreichs die Hölle. Es war für viele von ihnen der Vorhof des Todes. Es ist in Trümmer gesunken wie das tausendjährige Reich. Österreich aber ist wiederauferstanden und mit ihm unsere Toten. Die unsterblichen Opfer.“

Wilhelm Steiner: Inschrift auf dem Denkmal für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft[2]

Weblinks

Nachweise

  1. Seite des KZ-Verbandes Wien
  2. 2,0 2,1 2,2 Mahnmal Morzinplatz. In: Der ehemalige Verein zur Erforschung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und ihrer Aufarbeitung. Forschungsstelle Nachkriegsjustiz (www.nachkriegsjustiz.at), abgerufen am 8. Mai 2010.
  3. Peter Diem: Das Denkmal für die Opfer des Faschismus. In: Symbole aus Stein und Bronze. Austria-Forum, abgerufen am 8. Mai 2010.
  4. auschwitz information, 67. Ausgabe, Jänner 2005, S. 5. Universität Linz, Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Johannes Kepler (pdf; 82 kB)


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