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Königsberg in Bayern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Königsberg in Bayern
Königsberg in Bayern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Königsberg in Bayern hervorgehoben
50.07777777777810.566666666667280
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Höhe: 280 m ü. NN
Einwohner:

3.634 (31. Dez. 2011)[1]

Postleitzahl: 97486
Vorwahl: 09525
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 164
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 7
97486 Königsberg i. Bay.
Webpräsenz: www.koenigsberg.de
Bürgermeister: Claus Bittenbrünn (Freie Wähler)
Lage der Stadt Königsberg in Bayern im Landkreis Haßberge
Karte
Königsberg in Franken als Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha 1640 bis 1920
Blick auf die Altstadt
Burgruine auf dem Schlossberg
Turm der Marienkirche mit Wächterturm der Burg im Hintergrund
Marktplatz mit Blick zum Salzmarkt
Häuserzeile am Salzmarkt
Rolandstatue von 1605

Königsberg in Bayern (amtlich: Königsberg i.Bay., bis 1920 Königsberg in Franken) ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern, gelegen zwischen Coburg und Schweinfurt.

Geografie

Das Landstädtchen Königsberg liegt am Westrand der Haßberge.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Hofheim in Unterfranken, Burgpreppach, Ebern, Kirchlauter, Zeil am Main, Haßfurt und Riedbach.

Stadtgliederung

Die Stadt Königsberg gliedert sich in 17 Stadtteile (in Klammern Einwohnerzahl, Stand: 1. Januar 2009):[2]

Geschichte

In der Sächsischen Zeit

Königsberg entstand infolge eines Burgenbaus auf dem „Weinberg des Königs“ (zur Burg siehe: Burg Königsberg) um 1180 wohl auf dem Boden einer altfränkischen Königsdomäne. Es bestand aber schon im Frühmittelalter im Bereich der Vorstadt eine Siedlung namens Ingelhofen. Im Jahr 1234 wurde Königsberg erstmals erwähnt, 1333 erhielt es die Marktgerechtigkeit und 1358 schließlich die vollen Stadtrechte.[3] Die Stadt wurde im Verlauf der Geschichte beinahe sechzigmal als Pfand oder Erbe in andere Hände gegeben. So gehörte Königsberg seit 1400 zu den Wettinischen Herzogtümern. Im 16. Jahrhundert galt Königsberg mit ca. 2000 Einwohnern als ein Zentrum der Gegend. Nachdem Stadt und Burg infolge des Schmalkaldischen Krieges und der Grumbachschen Händel in den Besitz von Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, Wilhelm von Grumbach, Moritz von Sachsen und dem Bistum Würzburg gelangt waren, konnten sie 1569 von Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Weimar zurückgekauft werden. So blieb Königsberg auch für die nächsten Jahrhunderte im Besitz der sächsischen Herzogtümer, nämlich bis 1640 bei Sachsen-Weimar, dann folgte Sachsen-Gotha bis 1675, Sachsen-Römhild bis 1683 und dann Herzogtum Sachsen-Hildburghausen. Mit der Neuordnung der ernestinischen Herzogtümer 1826 bis zum Ende der Monarchie 1918 gehörte der Ort zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. 1858 wurde die Trennung von Verwaltung und Justiz eingeführt. Königsberg hatte eine eigene magistrale Verfassung. Im März 1892 bekam die Stadt mit der Bahnstrecke Haßfurt–Hofheim einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Nach der Einstellung des Bahnverkehrs wurde die Strecke umgebaut. In Königsberg ist ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das als Sondersiechenhaus bezeichnet wurde und 1754 aufgehoben wurde.[4]

Wechsel nach Bayern

Nach einer Volksabstimmung 1919 wurde der Freistaat Coburg zum 1. Juli 1920 mit dem Freistaat Bayern vereinigt. Damit kamen auch die Stadt Königsberg in Franken und das Amt Königsberg zu Bayern. Die Stadt wurde dem bayerischen Bezirk Hofheim im Kreis Unterfranken und Aschaffenburg zugeteilt.[5] Im Zuge dessen wurde der bis dahin geltende Namenszusatz „in Franken“ zu „in Bayern“ abgeändert.

Stadtbrände

Im Jahr 1632, im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs, lagerte das von Johann T’Serclaes von Tilly geführte Heer mit 8000 Mann in Königsberg. Die Stadt wurde geplündert und aus einer Unachtsamkeit entstand ein verheerender Stadtbrand, der über die Hälfte der Häuser zerstörte. Der Frömmigkeit Tillys ist es zu verdanken, dass die prachtvolle gotische Marienkirche auf dem Marktplatz verschont blieb, obwohl das direkt daneben stehende Rathaus ebenfalls abbrannte. Tilly hatte seine Männer angewiesen, das Gotteshaus vor den Flammen zu schützen. Acht Jahre später waren abermals kaiserliche Truppen in Königsberg. Die Bürger hatten ihre Besitztümer im Dachstuhl der Kirche in Sicherheit gebracht. Als die Soldaten sie raubten, legten sie Feuer im Dach, so dass die Kirche doch noch ein Raub der Flammen wurde. Weitere Teile der Stadt fielen diesem zweiten Stadtbrand zum Opfer. Es dauerte lange, bis sich Königsberg vom Dreißigjährigen Krieg erholt hatte. Ihre einstige Bedeutung erlangte die Stadt nicht mehr.

Die Stadtbrände waren auch die Ursache für die heute so romantische geschlossene Fachwerkaltstadt, ein „Ensemble von europäischem Rang“. Da fast alle Häuser verbrannt waren, ist kaum noch bürgerliche Bausubstanz aus früheren Jahrhunderten vorhanden. Dafür zeigt die Altstadt in allen Straßenzügen ein einheitliches Fachwerkbild des späten 17. und 18. Jahrhunderts. Dem Engagement des verstorbenen Altbürgermeisters Rudolf Mett ist es zu verdanken, dass die Altstadt erhalten blieb und unter Denkmalschutz steht.

Religionen

Während der Reformation wurde Königsberg 1523 lutherisch. Daran wirkte der aus der Stadt stammende Balthasar Düring mit, der Martin Luther vermutlich im Augustinerkloster von Königsberg kennenlernte. Während der Reformation löste sich das Augustinerkloster auf, ebenso die adlige Schwesternschaft von der Agelblume, die von Kunigunde Truchseß gestiftet worden war. Königsberg war in der Reformationszeit auch eines der Zentren der mitteldeutschen Täuferbewegung. Vor allem Hans Hut und Eukarius Binder waren in Königsberg und Umgebung als Täuferprediger aktiv.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unfinden eingegliedert. Am 1. April 1972 folgten Köslau und Kottenbrunn. Am 1. Juli 1972 kamen Altershausen, Hofstetten und Römershofen hinzu.[6] Junkersdorf wurde am 1. Januar 1974 eingemeindet. Die Reihe der Eingemeindungen wurde am 1. Mai 1978 mit der Eingliederung von Dörflis bei Königsberg in Bayern, Hellingen und Holzhausen abgeschlossen.[7]

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2014 Claus Bittenbrünn (Freie Wähler). Sein Vorgänger Uwe Beck (CSU) setzte sich erst im März 2014 gegen Erich Stubenrauch (Freie Wähler) mit ca. 66 % durch, der seit 2002 Bürgermeister war, schied aber nach kurzer Zeit aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt aus. Stubenrauchs Vorgänger war Kurt Sieber (FDP), der das Amt seit 1990 innehatte. Dieser war von 1978 bis 1982 Mitglied des Landtags.

Stadtrat

Der Stadtrat von Königsberg i.Bay. hat (ohne Bürgermeister) 16 Mitglieder.

CSU SPD FWG Offene Hellinger Liste Gesamt
2014 7 4 4 1 16 Sitze
2008 7 4 5 16 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Königsberg ist bekannt für seine Fachwerkhäuser in der Altstadt. Der zentrale Salzmarkt ist noch heute ein Fachwerkhausensemble von seltener Geschlossenheit und steht komplett unter Denkmalschutz. Dort stehen ein Denkmal für Regiomontanus, das Rathaus mit einer Rolandsfigur sowie das Tillyhaus.

Die spätgotische Marienkirche wurde 1397 bis 1432 erbaut. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Langhaus unter Leitung des Coburger Architekten Leopold Oelenheinz mit seinem ursprünglichen Aussehen wiederhergestellt. Es war beim Stadtbrand 1640 zerstört und als Holzkonstruktion in barockem Stil aufgebaut worden. Das Bauwerk zählt zu den ansehnlichsten Hallenkirchen Frankens und beherbergt den Abdruck des Abendmahlreliefs aus der Dresdner Kreuzkirche des in Königsberg geborenen Bildhauers Heinrich Epler.

Weitere erwähnenswerte Bauwerke sind

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof Königsberg (Bayern) lag an der Bahnstrecke Haßfurt–Hofheim. Diese ist inzwischen stillgelegt. Es besteht eine Regionalbus-Verbindung von bzw. nach Königsberg zwischen Haßfurt und Hofheim.

Ansässige Unternehmen

  • Die Fränkischen Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG haben seit 1912 ihren Hauptsitz in Königsberg. Das Familienunternehmen produziert bei 350 Millionen Euro Umsatz mit weltweit 2200 Mitarbeitern vor allem Wellrohre aus Kunststoff. In Königsberg sind 1250 Mitarbeiter beschäftigt.[8]
  • Die 1952 gegründete Regiolux GmbH stellt mit rund 200 Mitarbeitern (Stand: 2011) Leuchtensysteme her. Ein Tochterunternehmen ist die Lichtwerk GmbH.
  • Die KHK Bike Handels GmbH fertigt und vertreibt besondere Fahrräder und Fahrradzubehör.[9]

Medien

Sendeturm, der zur Verbreitung von „Radio Primaton“ diente

Südlich von Königsberg befindet sich ein Sendeturm, der zur Verbreitung des Programms von „Radio Primaton“ auf 105,8 MHz mit 320 W ERP diente.[10]

Persönlichkeiten

Gedenktafel für Feldmarschall von Seckendorff an der Burg
Gedenktafel für Regiomontanus an der Stelle seines Geburtshauses

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben

  • Paul Melissus (1539–1602), Schriftsteller, Übersetzer und Komponist. Er war kurze Zeit Kantor in Königsberg und widmete der Stadt 1577 ein Gedicht (ad montem regio franconiae).
  • Paul Graf Waldersee (1831–1906), preußischer Militärmusiker und Musikwissenschaftler. Er liegt auf dem städtischen Friedhof begraben.
  • Hans Wollschläger (1935–2007), Schriftsteller und Übersetzer, lebte von 1998 bis zu seinem Tod in Dörflis


Einzelnachweise

Literatur

  • Ernst Solger: Geschichte der Stadt und des Amtes Königsberg in Franken. Riemann, Coburg 1894 (Digitalisat).

Weblinks

 Commons: Königsberg in Bayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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