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Kölner Mikwe

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Die 1956 wiederentdeckte Kölner Mikwe (11.Jahrhundert)

Die Kölner Mikwe war das Ritualbad der mittelalterlichen Judengemeinde von Köln.

Geschichte

Das jüdische Ritualbad der mittelalterlichen Judengemeinde von Köln, einer der ältesten und wichtigsten jüdischen Gemeinden auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches, befand sich auf dem heutigen Rathausplatz, seit 1990 gekennzeichnet durch eine silberne Pyramide als Oberlicht.

Die erste Bauphase der Mikwe datierte aus dem 8. Jahrhundert. Nach 1096 erfolgte der Umbau der Mikwe, so wie sie erhalten ist. Die Kölner Mikwe tauchte 1270 erstmals als Puteus Judaerorum (Judenpütz) in den Urkunden auf. Auch nach der Judenvertreibung von 1424 wurde die Mikwe 1553 als Pütz (Brunnen) Kaltenborn erwähnt. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde sie verfüllt.

Architektur

Die Mikwe lag innerhalb des mittelalterlichen Kölner Judenviertels südwestlich neben der Synagoge. Sie gehörte zu dem Ensemble der wichtigsten Gebäude des mittelalterlichen Judenviertels mit Synagoge, Mikwe, Waschstein, Warmbad, Bäckerei, Tanz- und Spielhaus und Hospital.[1]

Der Badeschacht der Mikwe wurde von einem Turm überragt. Von einem kleinen Umkleideraum aus führte eine Treppe innerhalb des Schachtes bis zum Wasserspiegel. Die Mikwe wies Wandnischen zur Aufnahme von Badeutensilien und Lampen auf. Der Schacht (3,60 x 4,00 Meter) der Anlage reichte 15 Meter tief bis zum Grundwasser, das dem jüdischen Ritus gemäß als „lebendiges Wasser“ galt. In der Mikwe wurden die vorgeschriebenen Reinigungsrituale durchgeführt, insbesondere von Frauen nach Menstruation und Geburt.

Wiederentdeckung

Erst bei den von Otto Doppelfeld durchgeführten Ausgrabungen 1956 wurden die Mikwe und die Synagoge wiederentdeckt. 1990 wurde eine Stahl-Glas-Pyramide als Oberlicht darüber gesetzt. Sie ist der Öffentlichkeit zugänglich.

Anmerkungen

Nachweise

  1. Haupt, Vorplatz, S.211

Literatur

  • Otto Doppelfeld: Die Ausgrabungen im Kölner Judenviertel, in: Svi Asaria (Hrsg.): Die Juden in Köln von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Köln 1959, S.71-145
  • Isabel Haupt: Der Vorplatz des Kölner Rathauses, in: Bauten und Orte als Träger der Erinnerung. Zürich 2000

Siehe auch

Jüdische Geschichte in Köln (Mittelalter)

Weblinks

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Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Kölner Mikwe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.