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Käthe Sasso

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Käthe Sasso geb. Smudits (* März 1926 in Wien) ist eine österreichische Widerstandskämpferin, Überlebende des NS-Regimes und Zeitzeugin.

Leben und Werk

Käthe Smudits ist zweisprachig bei ihrer Großmutter Majka, einer Burgenland-Kroatin, in Nebersdorf im Burgenland und später in Wien aufgewachsen. Ihre Eltern Agnes und Johann waren beide politisch engagiert, sowohl gegen den Ständestaat, als auch gegen Nationalsozialismus. Nachdem der Vater zur Wehrmacht eingezogen wird und die Mutter im Juli 1941 an schwerer Krankheit verstirbt, beteiligt sich das junge Mädchen als Mitglied der Widerstandgruppe Gustav Adolf Neustadl. „Die Ziele der Gruppe sind vor allem die Unterstützung von Witwen hingerichteter Widerstandskämpfer mit Lebensmitteln, das Hören ausländischer Radiosender und das Verteilen von Flugblättern gegen den Faschismus. [...] Einige wichtige Mitglieder der Gruppe waren Emi Tolnay, Teresia Dworschak, Maria Sip, Rosalia Graf und Gatte sowie das Ehepaar Gaida. Sie alle wurden im Laufe der Zeit wegen Hochverrats hingerichtet. “[1] Im August 1942 wird Smudits 16-jährig von der Gestapo inhaftiert, kommt im Jänner 1943 als Häftling ins Wiener Landesgericht, entkommt knapp dem Todesurteil, wird ins Arbeitserziehungslager Oberlanzendorf überstellt, schließlich im September 1944 nach Berlin und zwei Wochen später ins KZ Ravensbrück deportiert. Am 28. April 1945 muss sie den Todesmarsch Richtung KZ Bergen-Belsen antreten. „In der ersten Nacht des Todesmarsches, nahe Wustrow, gelingt [ihr] gemeinsam mit ihrer Freundin Mizzi Bosch die Flucht aus der Gruppe und anschließend die Rückkehr nach Wien.“[2]

Nach der Befreiung durch die Alliierten bleibt sie in Wien und heiratet Josef Sasso – wie sie Widerstandskämpfer. Die beiden bekamen drei Kinder und übersiedelten nach Niederösterreich. Ab den 1990er Jahre stellte sich Sasso als Zeitzeugin zur Verfügung. Am 5. Mai 2008 und am 27. Jänner 2013 sprach sie im Rahmen von Gedenkkundgebungen am Wiener Heldenplatz, 2013 im Rahmen des Holocaust-Gedenkens der Netzwerkplattform Jetzt Zeichen setzen!.

Zitat

Über ihre Schulzeit und die Zeit nach dem Anschluss Österreichs:

„Nach ein paar Minuten habe ich noch einmal aufgezeigt und gefragt: ›Bittschön, wo ist die Fleißig Litzi, wo ist die Spielberg Inge, wo ist die Fischer Erika?‹ Das waren drei jüdische Mitschülerinnen in der Klasse, wir haben uns schon seit der Volksschule gekannt. Und diese gutmütige Mutter und Blutordensträgerin hat mich angeschnauzt, ich solle mich sofort niedersetzen, jüdische Kinder hätten in unserer Klasse keinen Platz ... Was wäre, wenn sie eine Jüdin gewesen wäre? Oder einen Juden geheiratet hätte? Hätte sie dann auch so gedacht oder gehandelt? Und damals habe ich mit meinen 12 Jahren begriffen, dass es stimmt, was meine Eltern und die Menschen in der Umgebung meiner Eltern gesagt haben, nämlich, dass Hitler wirklich schlimm ist. Die haben damals schon gesagt, dass er Krieg bedeutet. Und so bin ich in all das reingekommen …“

Käthe Sasso: Ein Leben lang im Widerstand, Interview für A Letter to the Stars[3]

Veröffentlichungen

  • Nicht nur in Worten, auch in der Tat. Käthe Sasso erzählt ihre Jugend im Widerstand Hörbuch (3 CDs). Suppose Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86385-003-6[4][5]
  • Unter mir die Todeszelle. In: Karin Berger et al. (Hrsg.): Der Himmel ist blau. Kann sein. Frauen im Widerstand, Österreich 1938-1945, Promedia 1985, ISBN 978-3-900478-05-6

Filmdokumentation

  • Erschlagt mich, ich verrate nichts! Käthe Sasso, Widerstandskämpferin, Regie: Kurt Brazda. ORF III, 9. November 2013[6]

Weblinks

Nachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Käthe Sasso aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.