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Jukebox

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Jukebox Wurlitzer 3500 „Zodiac“, 1971

Eine Jukebox ist ein Automat, der durch den Einwurf von Münzen (früher ein oder zwei Groschen) Musik abspielt. Im Deutschen ist auch der Begriff „Musikbox“ gebräuchlich. In der Informationstechnik bezeichnet der Begriff Massen-Speichergeräte. Der Begriff Jukebox kommt aus dem kreolischen Sprachraum und leitet sich von „jook“ bzw. „juke“ ab, das humorvoll obszöne Musik, Tanz oder Sprache bezeichnet.

Geschichte

Der Vorgänger der Jukebox, auch scherzhaft „Groschengrab“ genannt, war der automatische Phonograph, ein Musikautomat, der Musik von einer Wachswalze abspielte. Die Geräte wurden ab 1889 in größeren Mengen produziert, nachdem Louis Glass am 23. November 1889 im Restaurant Palais Royal in San Francisco einen solchen öffentlich vorgeführt hatte.[1] Die ersten Phonographen konnten nur kurze, meistens zweiminütige, Stücke in schlechter Tonqualität abspielen. Das änderte sich später durch die Erfindung der Schellack-Platte, die die Länge auf rund drei bis dreieinhalb Minuten steigerte.

In den 1930er und frühen 1940er Jahren wurde offiziell die Bezeichnung „Coin-Operated Phonograph“ (dt. münzbetriebener Phonograph) verwendet; erst ab 1946 setzte sich mit dem Modell AMI A (Mother of Plastic) der Begriff Jukebox durch. Im Jahre 1936 war die Rudolph Wurlitzer Company mit einer Jahresproduktion von fast 45.000 Geräten in den USA Marktführer. In den 1940er Jahren wurde die Schellackplatte als haltbareres Speichermedium genutzt, Ende der 1940er Jahre kamen bereits die ersten Single-Schallplatten (Drehzahl: 45/min) auf den Markt. Durch die in Deutschland stationierten GIs) wurde die Jukebox in den 1950er Jahren auch hierzulande populär. Der Durchbruch gelang im Zuge des Rock ’n’ Roll und Interpreten wie Elvis Presley oder Bill Haley.

Die klassischen Jukeboxen der 1940er Jahre – auch "Golden Age" genannt – stammten überwiegend von US-amerikanischen Herstellern wie Rudolph Wurlitzer Company, J. P. Seeburg, Rock-Ola, Evans, Mills oder Automatic Musical Instrument Corp. (AMI). Das Design war durch große, farbige und beleuchtete Plastiks (Catalin) und Pilaster gekennzeichnet. Bei einigen Modellen war die Wechselmechanik nicht sichtbar (Seeburg).

Datei:Rock-Ola jukebox-sound.ogv

Jukebox Deutsche Wurlitzer 1015 „One More Time“

In den 1950er Jahren - dem „Silver Age“ - wurden zunehmend Stilelemente des Fahrzeugdesigns übernommen (Heckflossen, Panoramascheiben, Rücklichter usw.) Bevorzugte Materialien waren Chrom und Glas. Deutsche Hersteller wie Tonomat, Wiegandt, NSM-Löwen und Bergmann produzierten ebenfalls während der 1950er Jahre. Das Aussehen dieser Geräte erinnerte in der Regel mehr an Möbelstücke bzw. an das deutsche Design der 1950er Jahre. Anfang der 1960er Jahre kam die Deutsche Wurlitzer als Tochtergesellschaft der Wurlitzer Company (USA) hinzu. Die Firma Harting, deren Jukeboxen bis dahin von Theo Bergmann (Hamburg) vertrieben wurden, übernahm dies ab Mitte der 1960er Jahre unter eigenem Namen.

Aufbau und Technik

Eine Jukebox kann zwischen 8 und 120 Platten beinhalten (Schellackplatten, konventionelle Single-Schallplatten, ab den 1980er Jahren Compact Discs), aus denen man sich mittels Münzeinwurf und über eine aus Buchstaben und/oder Zahlen bestehende Tastatur einen Titel auswählen konnte. Die Wiedergabe erfolgte in der Regel über Röhren-, später Transistorverstärker, und Lautsprecher, die in den Geräten eingebaut waren.
Eine der Faszinationen an den Jukeboxen war die einsehbare Greif- und Abspielautomatik bis Anfang/Mitte der 1960er Jahre; danach verschwand sie zunehmend hinter den Titelhaltern oder einer bunt bedruckten Glasscheibe. Heute existieren museal erhaltene funktionsfähige Jukeboxen, bei denen die Greif- und Abspielautomatik wieder einsehbar ist, etwa im Rockmuseum Munich und im Deutschen Museum in München.

Jukeboxen in der Informationstechnik

Im Kontext moderner IT-Systeme bezeichnet der Begriff Jukebox ein Archivierungssystem für digitale Daten, das oft umfangreichen Anforderungen aus Bereichen wie Datensicherheit, Fälschungssicherheit (unveränderbare Speichermedien wie WORM, Ultra Density Optical und MiniDisc) und Verfügbarkeit der Daten genügen muss.

Man unterscheidet zwischen starren und beweglichen Jukeboxen, da je nach Typ der Roboterarm (Picker) entweder nur in der Vertikalen (nach oben und nach unten) oder auch in der Horizontalen (dreh- oder fahrbar) beweglich ist.

Weiterhin ist eine Unterscheidung nach Format der Medien unumgänglich. So gibt es Jukeboxen für fast alle automationsgerechten Medien. Zudem muss klar zwischen einer Jukebox und einem Autoloader unterschieden werden – ein Autoloader ist in der Regel nicht für größere Mengen Medien ausgelegt und evtl. auch nur auf Batchverarbeitung (kein individueller, wahlfreier Zugriff auf Medien) ausgelegt.

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Jukebox – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Musikbox – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Jukeboxes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellennachweise

  1. Gert J. Almind: Jukebox History 1888–1913 der Danish Jukebox Archives (englisch)


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jukebox aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.