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Josefa Metz

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Josefa Metz, auch Josepha Metz, (geboren 19. Oktober 1871 in Minden; gestorben 13. Februar 1943 im Ghetto Theresienstadt) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben

Josefa Metz war die Tochter eines jüdischen Rechtsanwalts, der 1879 mit der Familie von Minden nach Bielefeld zog, wo Josefa die Auguste-Viktoria-Schule besuchte.[1] Josefa Metz war vom Albinismus gezeichnet.[2] Sie wurde nach dem Tod des Vaters 1887 von der Schule genommen. Über ihre weiteren Tätigkeiten in Bielefeld ist ebenso wenig bekannt wie über die ersten Jahre, als sie 1899 nach Berlin zog.[1]

1908 wurde in Wien ihr Märchenspiel Den König drückt der Schuh inszeniert, das auch in Bielefeld und 1913 in Karlsruhe aufgeführt wurde.[1]. 1909 zog sie nach München um. Sie schloss sich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs der allgemeinen Kriegsbegeisterung an. In den unter dem Titel Wehrlose 1916 erschienenen Novellen reflektierte sie erstmals auch die Umwelt ihrer Kindergeschichten.[1] Mit Arthur Schnitzler traf sie sich 1916 in Wien.

Mitte der 20er Jahre wohnte sie wieder in Berlin. Während der Weltwirtschaftskrise geriet sie in materielle Not, 1931 wurde noch einmal ein Stück von ihr in Bielefeld aufgeführt.

Metz wurde 1941 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie 1943 an den entwürdigenden Bedingungen starb.[3]

Im Bielefelder Haus Nottbeck wurde 2004 eine Ausstellung durchgeführt. In Bielefeld wird ihrer mit einem Stolperstein gedacht.[4]

Werke (Auswahl)

  • Das letzte Rendez-vous : humoristische Szene (für 1 Herrn und 2 Damen). Berlin : E. Bloch, 1905
  • Den König drückt der Schuh : Ein Spiel in vier Bildern. Leipzig : Haupt & Hammon, 1908.
  • Neue Gedichte. Berlin : W. Berngräber, Verlag neues Leben, 1912
  • Im goldenen Garten : Märchenbuch. Bilder von H. von Volkmann ; Franz Jüttner ; Reinhold Hausche. Hannover : Molling, 1913
  • Das Puppenhaus. Bilder von Else Preussner. Hannover : Molling, 1913
  • (Hrsg.): Das Ferienbuch. Hannover : Molling, 1915
  • Wehrlose : Novellen. Metz. Charlottenburg : F. Lehmann, 1916
  • Ruth Webers Erlebnisse : Roman. Berlin : Kronen-Verlag, 1917
  • Der verschlossene Garten : Der Sammlung "Neue Gedichte". Bad Rothenfelde : Holzwarth. 1919
  • Kindergedichte. Berlin : Wir Verlag 1922
  • Im Himmelhaus : Kinderspiel mit Gesang. Orig. Musik von Bogumil Zepler. Berlin : Eduard Bloch 1922
  • Auf dem Spielplatz : Lustiges Stücklein mit Gesang. Orig. Musik von Bogumil Zepler. Berlin : Eduard Bloch 1922
  • (Hrsg.): Von Hans Sachs bis Wilhelm Busch : Ein lust. Versbuch f. Kinder. Volksverband der Bücherfreunde. Berlin : Wegweiser-Verlag 1924
  • Kasperl auf Reisen. Illustrationen von Eva Herrmann. Geschrieben von Marta Meisel-Kallmann. München : Verlag d. Münchner Drucke, 1924
  • Eva : aus einer glücklichen Kindheit. Berlin : Levy 1936
  • Michael Vogt (Hrsg.): "Dichterin der Kinderseele" : Josefa-Metz-Lesebuch. Bielefeld : Aisthesis-Verl. 2004

Literatur

  • H. Macha-Krau: Josefa Metz (1871-1941), eine Bielefelder Schriftstellerin, in: Frauenalltag in Bielefeld. Bielefeld : AJZ-Verlag 1986, S. 227-253
  • Michael Vogt: Josefa-Metz-Ausstellung in Haus Nottbeck, in: Literatur in Westfalen : Beiträge zur Forschung. Bd. 8. Paderborn : Schöningh 2006, S. 227–331
  • Bettina Kümmerling-Meibauer (Hrsg.): Jüdische Kinderliteratur : Geschichte, Traditionen, Perspektiven. Ausstellungskatalog. Wiesbaden 2005
  • Lemma Josefa Metz, in: Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Lemma Josefa Metz, in: Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren, online
  2. Katja Schmidt: Josefa Metz, in: Bettina Kümmerling-Meibauer (Hrsg.): Jüdische Kinderliteratur : Geschichte, Traditionen, Perspektiven. Ausstellungskatalog. Wiesbaden 2005, S. 78 f.
  3. Josepha Metz, „Todesfallanzeige“, ausgestellt vom Arzt Eduard Laser, der ebenfalls dem Holocaust zum Opfer fiel, beide bei Holocaust.cz
  4. Hans und Josefa Metz, bei Stolpersteine Bielefeld



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