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Josef Kliersfeld

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Josef Kliersfeld (geb. 2. Dezember 1908 in Stettin; gest. 10. September 1998[1]), nach 1949 Joseph Kalir, war ein deutscher Rabbiner.

Leben

Josef Kliersfeld wurde 1908 in Stettin geboren und zog mit seinen Eltern nach Bochum, wo er zur Schule ging und 1930 sein Abitur ablegte. Er studierte Wirtschaftsgeschichte, Neuere Geschichte, Philosophie und Semitistik in Berlin und Würzburg und wurde 1933 für seine Dissertation Die Haltung Kaiser Wilhelms II zur Arbeiterbewegung und zur Sozialdemokratie in Würzburg promoviert. Im Jahr 1935 machte er sein Rabbinerexamen an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und wurde 1936 als Nachfolger von Moritz David zum Rabbiner in Bochum berufen.[2]

1938 wurde Kliersfeld von einem befreundeten Offizier der Nationalsozialisten, Hans Wnuk, gebeten, einen längeren Urlaub in der Schweiz zu machen und so den anstehenden Repressalien durch die Nationalsozialisten zu entgehen.[1] Im gleichen Jahr wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht.[1] Auf Bitten seiner Frau Hilda bei Wnuk wurde er nach sechs Wochen entlassen und im Februar 1939 emigrierte Kliersfeld nach Palästina in die Region des heutigen Staates Israel. Gemeinsam mit seiner Frau lebte er 16 Jahre in Palästina. 1941 wurde seine Tochter Shila geboren.[1] 1949, ein Jahr nach der Gründung des Staates Israel, änderte er seinen Namen in Joseph Kalir.[2]

1955 verließ er Israel und ging gemeinsam mit seiner Frau nach Schweden. Bis 1957 war er Rabbiner in Göteborg und reiste dann in die Vereinigten Staaten nach Boston, wo er Professor am Hebrew Teachers College in Brookline wurde. Von 1965 bis 1980 war er Tempellehrer im Tempel Beth Shalom in Santa Ana und ging dann als Professor für Religionswissenschaften an die California State University, Fullerton.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Benjamin J. Hubbard: Joseph Kalir 1908–1998. Professor of religious studies, Emeritus. California State University, Fullerton, 1995.
  2. 2,0 2,1 Josef Kliersfeld. In: Günter Birkmann, Hartmut Stratmann, Thomas Kohlpoth: Bedenke vor wem Du stehst. 300 Synagogen und ihre Geschichte in Westfalen und Lippe. Klartext-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-661-8.


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