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Joseph Schalom Elyashiv

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Raw Joseph Schalom Eliashiv
Elyashiv bei einer Talmud-Lesung (2007)
Elyashiv mit seinem Enkel Rabbi Schlomo Kanievsky (2006)

Hagaon Harav Joseph Schalom Elyashiv (geb. 10. April 1910 / Rosch Chodesch Nissan 5670 als einziges Kind seiner Eltern Rav Avraham Orener von Homel, Belarus, und Chaya Musha, der Tochter des Mekubals Harav Shlomo Elyashiv, des Autors des Sefers "Leshem Shevo V'achlama", nach 17 Jahren Ehe, in Schaulen, Russisches Reich; gest. im Alter von 102 Jahren am 18. Juli 2012 in Jerusalem[1]; hebräisch: ‏יוסף שלום אלישיב‎) war ein in Jerusalem lebender charedischer Rabbiner und Posek. Elyashiv war bis zu seinem Tod als Rechtsgelehrter aktiv und gehörte zu den erstrangigen Führern der israelischen sowie der in der Diaspora lebenden litauisch-charedischen Gemeinde. Viele aschkenasische Juden und nicht nur diese betrachteten ihn weltweit als Posek Ha-dor, die führende Autorität bei Fragen zur Halacha, dem jüdischen Recht. Während neunzig Jahren umfasste sein Tagesplan zwischen 16 und 20 Stunden Torastudium mit intensiver Hatmada und Konzentration.[2] Obwohl er während seiner gesamten Kindheit und im Erwachsenenleben an Krankheiten litt, überwand Rav Elyashiv alle physischen Hindernisse und führte seinen rigorosen Zeitplan von Tora und Tefilla weiter. An seiner Beerdigung auf dem HarHamenuchot-Friedhof nahmen weit über 250 000 Menschen teil.

Leben

Joseph Schalom Elyashiv war ein Enkel des kabbalistischen Rabbiners Schlomo Elyashiv (des Leschem, 1841–1925) von Schaulen. Sein Vater war Abraham Elyashiv von Homel (heute Weißrussland), seine Mutter hieß Chaya Moussa Elyashiv. Er war ein Einzelkind, seine Eltern bekamen ihn nach 17 Jahren Ehe. Der ursprüngliche Nachname seines Vaters war Erener, aber dieser übernahm den Namen seines Schwiegervaters, um ein Zertifikat zu erhalten, das der Familie eine Einreise in das britische Mandat Palästina ermöglichte. Die Elyashivs gingen im Jahr 1922 nach Palästina, als Joseph zwölf Jahre alt war.[3] Dort bestimmte er seinen Lernort in einem kleinen Bet Hamidrasch "Ohel Sara", das sich in den Gässchen von Mea Schearim befindet. Ab diesem Zeitpunkt wich er fast nie von diesem Platz. Obwohl er meistens ohne Chawruta lernte, sprach er während all den Jahren, selbst in hohem Alter, jeweils, als ob er es einer Chawruta erklärte. Und so formte er schon im jungen Alter seine Lebensweise, bei der alle seine Interessen und sein ganzes Leben sich nur um das Lernen der heiligen Tora drehten.

Familie

Rabbi Abraham Isaak Kook, Oberrabbiner von Israel, schlug Sheina Chaya (gest. 1994), Tochter von Rabbi Aryeh Levin, als Ehepartnerin für Elyashiv vor. Sie heirateten, als Rav Elyashiv 19 Jahre alt war. Das Paar hatte zwölf Kinder: fünf Söhne und sieben Töchter. Seine Söhne sind alle führende Talmide Chachamim, seine älteste Tochter Batsheva Esther war mit Raw Chaim Kanievsky verheiratet; die zweite Tochter, Sarah Rochel, ist die Witwe des verstorbenen Rav Yisrael Yosef Yisraelzon, dem Rosch Kollel in Rechovot. Eine weitere Tochter, Dina Ettil, war die Frau von Rav Elchanan Berlin; die vierte Tochter, Shoshana Aliza, war mit Rav Yitzchak Zilberstein, dem Rav von Ramat Elchanan in Bne Brak, verheiratet. Die fünfte Tochter, Leah, war die Frau von Rav Ezriel Auerbach, der die rechte Hand seines Schwiegervaters war. Die sechste Tochter, Gittel, ist mit Rav Binyamin Rimmer, dem Rosch Jeschiwa in Jeschiwas Tschebin, verheiratet. Rav und Rebbezen Elyashiv verloren eine elfmonatige Tochter, Rivka, die 1948 von Jordaniern ermordet wurde, und einen Sohn, Yitzchok, der im Alter von drei Monaten an Typhus starb.

Im Zeitpunkt seines Todes hatte Elyashiv schätzungsweise gegen 1000 Nachfahren.[4]

Geistiger und politischer Führer

Elyashiv war spiritueller Führer der ultraorthodoxen Degel-haTora-Partei, die auch in der Knesset vertreten ist. Er besaß großen Einfluss auf die Politik der Partei, welche derzeit Teil der Allianz Vereinigtes Thora-Judentum ist. Degel HaTorah hielt sich streng an alle seine Entscheidungen und Anweisungen. Im Jahr 1989, bei der Entstehung der Partei, bat Rabbi Elasar Menachem Schach Elyashiv erfolgreich darum, sich bei deren politischer Führung zu beteiligen. Er wohnte den großen öffentlichen Zusammenkünften bei und beteiligte sich bei dem Fällen von Entscheidungen. Die meisten Roschei Jeschiwa, welche der Bewegung Agudath Israel of America angehörten, holten sich seine Meinung ein und folgten seinem Rat und seinen Richtlinien. Trotz seiner Gelehrsamkeit und seines Einflusses besaß er keinen offiziellen Titel, weder als Führer einer Gemeinde, einer Jeschiwa noch einer anderen bestimmten Gemeinschaft.[5]

Er verbrachte die meiste Zeit mit dem Studium des Talmuds und hielt Vorlesungen über ihn sowie den Schulchan Aruch an einer Synagoge im Jerusalemer Stadtviertel Me'a Sche'arim, wo er auch seinen Wohnsitz hatte.

Elyashiv rief seine ultraorthodoxen Anhänger wiederholt zum Boykott aller staatlichen Programme auf, sei es Schulbildung, nationaler oder militärischer Dienst.[6]

Werke

Die halachischen Entscheidungen und Einsichten Elyashivs wurden in mehreren Büchern festgehalten. Das mehrbändige Kovetz Teschuvos beinhaltet Responsen, die aus über viele Jahre hinweg entstandenen Fragen hervorgegangen sind. Seine ethischen und predigtbezogenen Kommentare zur Tora, die meisten aus den 1950er Jahren stammend, wurden als Divrei Aggada gesammelt und veröffentlicht. Einige seiner Schiurim wurden in den Sefarim Kovetz Hearot und Schiurei Hagrisch Elyashiv aufgezeichnet.

Weblinks

 Commons: Yosef Shalom Elyashiv – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Leading haredi Rabbi Yosef Shalom Elyashiv dies at 102. Abgerufen am 18. Juli 2012 (englisch).
  2. Sein Lernen begann jeweils zwischen zwei oder drei Uhr morgens, nachdem er drei bis vier Stunden geschlafen hatte; jede Minute war berechnet. Wenn er gebeten wurde, einen Buchstaben in einer Sefer Tora zu schreiben, dauerte die gesamte Zeremonie weniger als einige Minuten, und der Rav vergeudete keine Sekunde von seinem Toralernen.
  3. Harav Yosef Shalom Elyashiv shlit"a. Lebensdaten auf Chazaq
  4. Vgl. die Informationen zu den Abkömmlingen (englisch)
  5. The "Invisible Hand" That Dominates Israel von Yair Ettinger, Ha'aretz
  6. Das verschleppte Problem mit den Ultraorthodoxen Zeit online, 28. Dezember 2011

Andere Wikis


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Joseph Schalom Elyashiv aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Hauptautor des Artikels (siehe Autorenliste) war Michael Kühntopf. Weitere Artikel, an denen dieser Autor maßgeblich beteiligt war: 2.064 Artikel (davon 921 in Jewiki angelegt und 1.143 aus Wikipedia übernommen). Bitte beachten Sie die Hinweise auf der Seite Jewiki:Statistik.