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John Höxter

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John Höxter

John Höxter (geb. 2. Januar 1884 in Hannover; gest. 9. November 1938 in Berlin durch Suizid) war ein Maler und Schriftsteller des Expressionismus, Dadaismus und der Bohème der Berliner Kunstszene am Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Kaufmannssohn war ein Schüler des Malers Leo von König an der Berliner Kunstgewerbeschule.[1]

Die Künstler der Szene trafen sich zunächst im Café des Westens, später im Romanischen Café. Bekannt wurde der morphiumabhängige Höxter durch seine Überlebenskunst als Edelschnorrer.[2]

Friedrich Hollaender hatte über ihn geschrieben:
Ich pendle langsam zwischen allen Tischen.
Ab zwanzig Uhr beherrsch ich dieses Reich.
Ich will mir einen edlen Gönner fischen.
Vor mir sind Rassen und Parteien gleich.
Irrenärzte, Komödianten,
Junge Boxer, alte Tanten,
Jeder kommt mal an die Reihe
Jeder kriegt von mir die Weihe:
Könn'se mir fumpfzig Pfennje borgen?
Nur bis morgen? / Ehrenwort!

Er arbeitete ab 1911 für die Aktion und rief im November 1919 die Satirezeitschrift Der blutige Ernst ins Leben, die ab der dritten Nummer von Carl Einstein und George Grosz übernommen wurde.

Nach der Pogromnacht 1938 nahm sich Höxter das Leben.

Werke

  • Apropoésies Bohémiennes. Privatdruck o. O. u. Dr. (Zeichnungen und Bilder Höxters).

Als Erscheinungsjahr werden 1927 (Berliner Zeitung, Feuilleton, 15. November 2008, online Archiv) und 1935 (dradio.de, 11. Oktober 2007) angegeben.

  • So lebten wir, 25 jahre Berliner Boheme, Biko-Verlag, Berlin, 1929
  • Gedichte und Prosa, Franz-Josef Weber u. Karl Riha (Hg.), Universität-Gesamthochschule Siegen, Siegen, 1984 (Vergessene Autoren der Moderne, 3)
  • Ich bin noch ein ungeübter Selbstmörder, Autobiographie, Gedichte, Prosa, Graphik. Mit einem Nachwort hrsg. von Karl Riha. Postskriptum Verlag, Hannover 1988 (Randfiguren der Moderne). 112 S., zahlreiche Abbildungen.

Literatur

  • Alfred Bergmann, John Höxter, Ein Denkstein, Detmold, 1971 (19. Jahresgabe der Grabbe-Gesellschaft)
  • Hans J. Schütz, „Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen“, Vergessene und verkannte Autoren des 20. Jahrhunderts, C. H. Beck, München, 1988, S. 124-128

Referenzen

  1. Ab 1905. Höxters Abschiedsbrief 1938 ging an seinen alten Lehrer.
  2. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/414970/

Weblinks


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