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Johanna Oppenheimer

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Johanna Oppenheimer (geboren 17. Juli 1872 in Frankfurt am Main; gestorben 23. Dezember 1942 im Ghetto Theresienstadt) war eine deutsche Malerin.

Leben

Johanna Oppenheimer stammte aus einer großbürgerlichen Familie, die seit 1875 in Würzburg wohnte.[1] Ihre Schwester Klara (1867–1943) besuchte das Lehrerinnenseminar und studierte Medizin, nachdem Frauen zum Medizinstudium zugelassen wurden.[2]

Im Jahr 1900 zog Oppenheimer nach München und besuchte die Malschule des Künstlerinnenvereins. Sie fand dort Anschluss an die Schwabinger Bohème. 1910 wurde sie freie Künstlerin. Ihr Malstil orientierte sich an den französischen Impressionisten.

Sie lebte und arbeitete ab 1919 in ländlicher Idylle in Schöngeising, wo sie sich mit ihrer Freundin, der Sängerin Else Hoffmann, eine Villa bauen ließ, in der sie ein Atelier einrichtete. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 durfte sie ihren Beruf nicht mehr ausüben. Ab 1941 ging sie aus Angst vor Übergriffen im Dorf nicht mehr aus dem Haus.

Am 29. März 1942 wurde sie in das Sammellager Milbertshofen deportiert und von dort am 17. Juni 1942 in das Ghetto Theresienstadt[3], wo sie wegen der Haftbedingungen an der Ruhr erkrankte und am Vorweihnachtstag verstarb.

2013 wurde in Schöngeising ein Stolperstein verlegt. Das umfangreiche Oeuvre ist bis auf wenige Bilder verschollen.

Literatur

  • Johanna Oppenheimer - Schicksal und Werk einer jüdischen Malerin. Ausstellung Stadtmuseum Fürstenfeldbruck, 1998
  • Katja Behling, Anke Manigold: Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900. München : Elisabeth Sandmann, 2009, S. 97–99
  • Ilka Wonschik: „Es war wohl ein anderer Stern, auf dem wir lebten …“ : Künstlerinnen in Theresienstadt. Berlin : Hentrich & Hentrich, 2014 ISBN 978-3-95565-026-1

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ilka Wonschik: Johanna Oppenheimer, bei Exil-Archiv
  2. Werner Dettelbacher: Dr. Klara Oppenheimer - die erste niedergelassene Kinderärztin Würzburgs. in: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen, Band 21 (2002), S. 43-48
  3. Johanna Oppenheimer, bei holocaust.cz


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