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Johann Burianek

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Johann Burianek (geb. 16. November 1913 in Düsseldorf; gest. 2. August 1952 in Dresden) war ein militanter antikommunistischer Widerstandskämpfer[1][2][3], Mitglied der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit und Schauprozessopfer der DDR-Justiz.

Leben

Während des Zweiten Weltkrieges diente Johann Burianek in der Wehrmacht. In den letzten Kriegstagen nahm er einen desertierten Soldaten fest und brachte ihn zur Kommandantur. Aus diesem Grund wurde Burianek im November 1949 von einem Gericht der DDR wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Von der Strafe saß er nur ein knappes halbes Jahr ab, da die Reststrafe bereits im April 1950 zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er fand danach Arbeit als Kraftfahrer. Zwischen Juli 1950 und März 1951 schleuste er mehrere tausend Exemplare der westlichen Schriften "Kleiner Telegraf" und "Tarantel" in den sowjetischen Sektor von Berlin ein. Im März 1951 wurde er von der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit angeworben, in deren Auftrag er zahlreiche Sabotageakte und erfolglose Brandanschläge[4] verübte. Sein größtes Vorhaben war die für den 21. Februar 1952 vorgesehene Sprengung einer Eisenbahnbrücke bei Erkner, um den Blauen Expreß, den D-Zug Berlin-Warschau-Moskau, zum Absturz zu bringen. Diese Aktion scheiterte kurzfristig aufgrund eines fehlenden Fluchtfahrzeuges. Negativ verlief ebenfalls die für die Nacht vom 29. Februar zum 1. März 1952 geplante Sprengung der S-Bahn-Brücke in Berlin-Spindlersfeld. Unmittelbar danach wurde er durch die Staatsorgane der DDR festgenommen.

Am 15. Mai 1952 wurde Burianek in einem großen Schauprozess[5] des Obersten Gerichts der DDR unter Vorsitz von Hilde Benjamin als „Agent der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ zum Tode verurteilt und gut zwei Monate später in der Zentralen Hinrichtungsstätte der DDR in Dresden hingerichtet. 2005 wurde er auf Initiative der „Arbeitsgemeinschaft 13. August“ vom Landgericht Berlin wegen „gravierender Missachtung elementarer materieller Vorschriften“ des Strafprozesses rehabilitiert.[6]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Später Werwolf in Der Spiegel vom 2. Juli 1958
  2. Hubertus Knabe: Die Täter sind unter uns: über das Schönreden der SED-Diktatur, S.277
  3. Ilko-Sascha Kowalczuk: Johann Burianek. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, Band 1.
  4. Siegfried Lokatis: Heimliche Leser in der DDR: Kontrolle und Verbreitung unerlaubter Literatur, Ch. Links Verlag, 2008, ISBN 978-3-86153-494-5. S. 147 auf Google Books
  5. Falco Werkentin: Politische Strafjustiz in der Ära Ulbricht: Vom bekennenden Terror zur verdeckten Repression, Ch. Links Verlag, 1997, ISBN 978-3-86153-150-0.auf Google Books
  6. jugendopposition.de Website der Bundeszentrale für Politische Bildung


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Johann Burianek aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.