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Jodokus Kehrer

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Jodokus Kehrer (* 2. März 1889; † 31. Mai 1932 in Burscheid), ein ehemaliger Polizei-Betriebsassistent, war SA-Truppführer in Burscheid. Nachdem Kehrer von Kommunisten getötet wurde, stilisierte ihn die NS-Propaganda zu einem „Märtyrer der Bewegung“.[1] Foto von Jodokus Kehrer[2]

Tod von Jodokus Kehrer

Nach einer nationalsozialistischen Versammlung in Wermelskirchen begaben sich am 31. Mai 1932 dreißig Parteigenossen der NSDAP geschlossen über Land in ihren Heimatort zurück, unter ihnen der SA-Truppführer Jodokus Kehrer aus Burscheid. Auf der Landstraße kam ihnen plötzlich ein Motorrad mit Beiwagen entgegen, das mit den beiden kommunistischen Stadtverordneten Pulm (oder Pullem) und Zeno Berger besetzt war. Auf zehn Meter Entfernung hielten die beiden Kommunisten an und feuerten zehn Schüsse blindlings in die nationalsozialistische Schar hinein. Drei Nationalsozialisten wurden schwer verletzt. Der Polizeibetriebsassistent a. D. Jodokus Kehrer, dreiundvierzig Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder, wurde durch einen Kopfschuss tödlich getroffen.

Die Polizei nahm wenig später drei Tatverdächtige aus Burscheid fest. Das Schwurgericht in Düsseldorf sah es als erwiesen an, dass ein gewisser Pullem den tödlichen Schuss auf Kehrer abgegeben hatte. Der Täter war jedoch unmittelbar nach der Tat spurlos verschwunden. Vermutlich war er in die Sowjetunion geflohen. Den zunächst ebenfalls verdächtigten kommunistischen Burscheider Stadtverordneten Zeno Berger verurteilte das Schwurgericht lediglich „zu sechs Monaten Gefängnis wegen Waffenbesitzes. Nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht übernommen hatten, wurde das Verfahren gegen Berger wieder aufgenommen. Das Gericht verurteilte ihn nun zu 15 Jahren Zuchthaus. Dieses ohne neue Beweise gegen Berger ergangene Urteil kann nur als Racheakt der politischen Machthaber gedeutet werden. Durch seinen Tod galt Jodokus Kehrer den Nationalsozialisten als ,Märtyrer der Bewegung‘.[1][3]

Straßenumbenennungnen in Jodokus-Kehrer-Straße während der NS-Zeit

  • Die Stadt Burscheid benannte eine Straße nach Kehrer und errichtete ihm sogar ein Denkmal.[1] Literatur 94.
  • In Leverkusen wurde die heutige „Heinrich-Brüning-Straße“ 1905 „Hauptstraße“ genannt. 1920 wurde sie in „Bürriger Straße“ und 1936 in „Jodokus-Kehrer-Straße“ umbenannt. 1945 nach dem Krieg hieß sie „Von-Ketteler-Straße“, 1962 „Adolf-Kolping-Straße“ und seit 1975 heißt sie „Heinrich-Brüning-Straße“[4][5][6]
  • In der damals neuen Siedlung Neuss-Reuschenberg wurde im Dezember 1937 eine neue Straße nach Kehrer benannt.[7]
  • In Hilden griff man mangels eines lokalen ,Blutzeugen' auf einen Märtyrer' aus der Region zurück und benannte 1939–1945 die „Südstraße“ nach Kehrer.[1]
  • In Monheim am Rhein gab es eine „Jodokus-Kehrer-Straße“.[8]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Leon Rossmüller, Jodokus Kehrer, Hildener Jahrbuch 2012 S. 95–96 ,Verlag Stadtarchiv Hilden, ISBN 978-3-940710-37-6
  2. Foto von Jodokus Kehrer
  3. Blutzeuge der Bewegung 1932 Blutzeuge der NS-Bewegung
  4. Leverkusen, Straßenumbenennung
  5. Leverkusen, Kehrerstraße
  6. Leverkusen, Heinrich-Brüning-Straße
  7. Neuss-Reuschenberg Straßenumbenennung
  8. Monheim Straßenumbennung

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jodokus Kehrer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.