Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Joan Peters

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Joan Peters (geb. 29. April 1938 in Chicago, Illinois; gest. 5. Januar 2015 ebenda[1]) war eine US-amerikanische Journalistin und Autorin.

Leben

Peters schrieb für CBS, Harper's, Commentary, The New Republic, und The New Leader. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen zu Israel und Palästina. Der Regierung Carter arbeitete sie als Nahostexpertin zu. Zuletzt war sie auch Vorstandsmitglied des The National Committee on American Foreign Policy, einer unter anderem von Hans Morgenthau begründeten Denkfabrik.

Bekannt wurde sie (besonders in den USA) durch die kontroverse Auseinandersetzung über ihr 1984 veröffentlichtes Buch From Time Immemorial: The Origins of the Arab-Jewish Conflict Over Palestine (Seit undenkbaren Zeiten: Die Ursprünge des arabisch-jüdischen Konflikts), das die Besiedlung Palästinas durch Araber und Israeli behandelt. Es wurde ein Bestseller in den USA und Israel.

In diesem Buch spricht Joan Peters den Palästinensern jedes historische Heimatrecht ab. Ihr Buch sowie die darin enthaltenen Behauptungen und Schlussfolgerungen wurden immer wieder als Belege dafür herangezogen, dass die Palästinenser kein Anrecht auf einen eigenen Staat hätten. Sie behauptete, dass das Gebiet seit Urzeiten entweder unbesiedelt oder von Israeliten und Zionisten besiedelt gewesen sei und die Araber und Palästinenser erst später zugewandert seien. Die meisten Palästinenser seien erst ab 1917 ins Land gekommen – angelockt durch den wirtschaftlichen Aufschwung der wachsenden Jüdischen Gemeinde in Palästina und sie daher keinerlei historisch verbrieftes Anrecht auf das Land hätten. Ihre Behauptungen gipfelten in der Anschuldigung, Palästinenser hätten kollektiv ihre Unterlagen gefälscht um Besitz- und Siedlungsrechte in Palästina zu erhalten.

Kritik

Gegenüber vielen positiven Rezensionen beurteilte Norman Finkelstein in seiner Doktorarbeit das Buch From Time Immemorial von Joan Peters im Ergebnis als weitgehend falsche, nur vordergründig wissenschaftliche Darstellung der Verhältnisse in Palästina vor und nach der Gründung des Staates Israel. Seine Versuche, diese Beurteilung als Artikel in US-Medien zu veröffentlichen, waren anfangs erfolglos; erst durch Noam Chomskys Eintreten erschien Finkelsteins Artikel in dem kleinen Magazin In these Times. Er fand jedoch zunächst weder in der Fachwelt noch der Presse Beachtung.

Erst nachdem Peters' Buch in Großbritannien erschienen war und Chomsky Finkelsteins Untersuchungen dazu dort bekannt gemacht hatte, wurden die Rezensenten auf ihn aufmerksam. Nun erhielt das Buch From Time Immemorial von Joan Peters durchweg negative Kritiken, unter anderem im renommierten London Review of Books. Auch in den USA wurden die zuvor positiven Rezensionen danach relativiert.

Werke

  • Joan Peters: From Time Immemorial: The Origins of the Arab-Jewish Conflict Over Palestine. Harper and Row, 1984 (spätere Ausgabe: JKAP Publications 2001, ISBN 0-9636242-0-2)

Literatur

  • Norman G. Finkelstein: A Land Without a People: Joan Peters' 'Wilderness' Myth (Ein Land ohne Volk: Joan Peters 'Wildnis'-Mythos), aus 'Image and Reality of the Israel Palestine Conflict' (Bild u. Realität des Israelisch- Palästinensischen Konflikts), Seiten 21-50, erschienen 1995 bei Verso, New York
  • Bill Farell: Joan Peters and the Perversion of History. Journal of Palestine Studies, Vol. 14, No. 1 (Herbst 1984), S. 126-134 (JSTOR)
  • Edward W. Said: The Joan Peters Case. Journal of Palestine Studies, Vol. 15, No. 2 (Winter 1986), S. 144-150 (JSTOR)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. A eulogy to an inspiration, Joan Peters


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Joan Peters aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.