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Joachim Scholtyseck

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Joachim Scholtyseck (* 18. August 1958 in Bonn) ist ein deutscher Historiker und Hochschullehrer an der Universität Bonn.

Leben

Nach dem Abitur und dem Wehrdienst studierte Scholtyseck ab 1980 an der Universität Bonn Geschichte, Politische Wissenschaft, Kunstgeschichte und Soziologie. 1991 folgte die Dissertation (bei Klaus Hildebrand), anschließend arbeitete er von 1993 bis 1999 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Karlsruhe, wo er 1998 mit einer Arbeit zum Thema Robert Bosch und der liberale Widerstand gegen den Nationalsozialismus habilitierte. Ebenfalls 1998 erhielt Scholtyseck den Landeslehrpreis Baden-Württemberg. 2001 folgte er einem Ruf an die Universität Bonn, wo er seit 2010 gemeinsam mit Dominik Geppert Lehrstuhlinhaber in der Abteilung Neuere und Neueste Geschichte ist.

Scholtyseck ist Beiratsmitglied der „Forschungsstelle Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten“ der Universität Karlsruhe, seit 2004 stellvertretender Vorsitzender der „Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944“, seit 2005 Vorsitzender des Kuratoriums der Wolf-Erich-Kellner-Gedächtnisstiftung und seit 2011 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Zeitgeschichte.

Scholtysecks Forschungsschwerpunkte sind das Deutsche Kaiserreich, die italienische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert, die amerikanische Geschichte im 20. Jahrhundert, der Faschismus/Nationalsozialismus, der Widerstand gegen den Nationalsozialismus, der Kalte Krieg, die Außenpolitik der DDR sowie die Unternehmens- und Bankengeschichte.

Scholtyseck ist neben Eckart Conze, Erich Weede, Jürgen Frölich und Ewald Grothe seit 2012 Herausgeber des Jahrbuchs zur Liberalismus-Forschung, das im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit erscheint.

Schriften (Auswahl)

  • Alliierter oder Vasall? Italien und Deutschland in der Zeit des Kulturkampfes und der „Krieg-in-Sicht“-Krise 1875. Böhlau, Köln [u. a.] 1994.
  • mit Rolf Becker: Robert Bosch und die deutsch-französische Verständigung. Politisches Denken und Handeln im Spiegel der Briefwechsel. Hg.: Zentralabteilung Öffentlichkeitsarbeit der Robert Bosch GmbH. Stuttgart o. J. [1996] ISBN 3980438902 (Briefe ab S. 117)
  • Robert Bosch und der liberale Widerstand gegen Hitler 1933–1945. C. H. Beck, München 1999.
  • Die Außenpolitik der DDR (= Enzyklopädie Deutscher Geschichte, 69). Oldenbourg, München 2003.
  • Der Aufstieg der Quandts. Eine deutsche Unternehmerdynastie. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62251-9.
  • Die Geschichte der National-Bank 1921 bis 2011. Steiner, Stuttgart 2011.
  • Die FDP in der Wende. In: Historisch-Politische Mitteilungen. 19, 2013 ISSN 0943-691X S. 197–220 (PDF).
  • Freudenberg. Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-68853-9.

Weblinks


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