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Jitzchak Herzog

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Isaac Herzog ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Großrabbiner siehe Isaak HaLevy Herzog.
Jitzchak Herzog (2016)

Jitzchak „Buji“ Herzog (hebräisch יצחק הרצוג, englisch Isaac „Bougie“ Herzog; * 22. September 1960 in Tel Aviv) ist ein israelischer Rechtsanwalt und Politiker. Seit dem 9. Juli 2021 ist er Staatspräsident Israels. Er war von 2013 bis 2017 Parteivorsitzender der Awoda und trat als Spitzenkandidat des Mitte-links-Oppositionsbündnisses Zionistische Union bei der Knessetwahl im März 2015 gegen Premier Benjamin Netanjahu an. Von 2018 bis zu seiner Wahl zum Staatspräsidenten war er Vorsitzender der Jewish Agency for Israel.[1]

Leben

Jitzchak Herzog ist der Sohn des aus Irland nach Palästina immigrierten Juristen, Offiziers und Politikers Chaim Herzog, der von 1983 bis 1993 Staatspräsident Israels war. Sein Großvater war Isaak HaLevy Herzog, der erste irische Großrabbiner und spätere aschkenasische Oberrabbiner von Palästina und Israel. Zu seiner politisch aktiven Verwandtschaft zählten auch seine Onkel, der israelische Außenminister Abba Eban und der Diplomat Ja’akov Herzog.

Nach einem USA-Aufenthalt trat er 1978 in die israelischen Streitkräfte ein und diente in der Unit 8200, einer Spezialeinheit für elektronische Aufklärung.

Jitzchak Herzog studierte Jura an der Universität Tel Aviv sowie der Cornell University. Er ist verheiratet mit Michal Herzog und hat drei Kinder. Sie leben in Tel Aviv.

Das Findungskomitee der Jewish Agency for Israel ernannte ihn im August 2018 einstimmig zum Vorsitzenden und entschied sich dabei gegen den von Ministerpräsident Netanjahu unterstützten Kandidaten Yuval Steinitz.[2]

Politische Tätigkeit

Beamter in der israelischen Verwaltung

Jitzchak Herzog (2014)

Herzog arbeitete bereits in der Regierung Ehud Baraks (1999–2001) als Kabinettssekretär. Von 2000 bis 2003 leitete er die israelische Anti-Drogen-Behörde.

Mitglied der Knesset und der israelischen Regierung

Bei den israelischen Parlamentswahlen 2003 gewann er einen Sitz in der Knesset für die Arbeitspartei (Awoda). Er startete mehrere Gesetzesinitiativen. Als im Jahr 2005 die Arbeitspartei in die Koalition mit Ariel Scharons Likud eintrat, wurde Herzog Minister für Wohnungs- und Bauwesen. Allerdings trat er bereits Ende November mit Ausscheiden der Arbeitspartei aus der Koalition wieder zurück. Bei der Parlamentswahl 2006 holte Herzog erneut ein Mandat und wurde unter Ehud Olmert zunächst Tourismusminister, 2007 jedoch nach dem Eintritt von Jisra’el Beitenu in die Regierung wechselte er an die Spitze des Ministeriums für Sozialwesen und wurde außerdem zum Minister für Diasporaangelegenheiten und den Kampf gegen den Antisemitismus ernannt. In dieser Funktion übte er scharfe Kritik an den erneuten Plänen zur Seligsprechung Papst Pius’ XII. Bei den Wahlen zur Knesset im Jahr 2009 hatte Herzog nach dem Parteivorsitzenden Barak den zweiten Listenplatz inne und wurde damit erneut Abgeordneter.

In der 32. Regierung des Landes unter Benjamin Netanjahu, der die Arbeitspartei als Koalitionspartner angehörte, übernahm Herzog erneut das Amt des Sozialministers. Trotz seiner Ministertätigkeit übte er mehrmals Kritik an der Politik der Regierung und erklärte schließlich nach dem Bruch Ehud Baraks mit der Arbeitspartei am 17. Januar 2011 seinen Rücktritt. Im November 2013 wurde er zum Parteivorsitzenden gewählt.[3] Er wurde Oppositionsführer gegen die Regierung Netanjahu in der Knesset und trat bei der vorgezogenen Neuwahl im März 2015 als Spitzenkandidat der gemeinsamen Wahlliste Zionistische Union an, die Awoda gemeinsam mit Tzipi Livnis Partei Ha-Tnu’a gebildet hat.

Israelischer Staatspräsident

Am 2. Juni 2021 wurde Herzog bei der Präsidentschaftswahl von der Knesset in geheimer Abstimmung mit 87 Stimmen zum neuen Staatspräsidenten gewählt.[4] Das ist die höchste Mehrheit, die es je bei einer Präsidentenwahl in der Knesset gegeben hat. Er setzte sich damit gegen die Mitbewerberin, Israel-Preisträgerin Miriam Peretz, durch, die 26 der 120 Stimmen erhielt. Er wurde am 7. Juli 2021 in der Knesset vereidigt und löste mit seinem Amtsantritt am 9. Juli 2021 seinen Vorgänger Reuven Rivlin ab.[5]

Im Januar 2022 führte er einen in der Bedeutung als "Historisch" bezeichneten Staatsbesuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten durch.[6]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Leadership | The Jewish Agency - U.S. In: The Jewish Agency for Israel - U.S. Abgerufen am 6. September 2020 (en-US).
  2. Sabine Brandes: Sharanskys Nachfolger. In: www.juedische-allgemeine.de. 28. Juni 2018, abgerufen am 1. August 2018.
  3. Peter Münch: Mr. Ausgleich. In: Süddeutsche Zeitung, 23. November 2013, S. 10.
  4. Isaac Herzog elected Israel's eleventh president, with 87 votes of Knesset's 120. In: timesofisrael.com. 2. Juni 2021, abgerufen am 2. Juni 2021 (english).
  5. Izchak Herzog als neuer Präsident vereidigt. In: deutschlandfunk.de. 7. Juli 2021, abgerufen am 8. Juli 2021.
  6. Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo: In erster Linie Hoffnung auf Frieden. In: Tagesschau. 30. Januar 2022, abgerufen am 31. Januar 2022.

Andere Wikis

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jitzchak Herzog aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.