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Jitzchak Eisig Rosenbaum

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E. K. Tiefenbrun: "Zutchke Rebbe (1906-2000) Playing Violin"
Illustration der "Jüdischen Zeitung" (siehe nebenstehend)

Raw Jitzchak Eisig Rosenbaum (geb. 1906 in Czernowitz; gest. 2000 in Israel) war Admor von Sutschka (Zutchke Rebbe).

Leben

Raw Jitzchak Eisig kam in der Stadt Tschernovitz in Rumänien zur Welt. Sein Vater, Raw Itamar (= Issamar von Nadvorna), war der frühere Admor von Nadworna und ein Nachkomme des Komorna-Rebben und Raw Jitzchak Eisig wurde auch nach ihm benannt.

Obwohl der junge Jitzchak Eisig nicht mit aussergewöhnlicher Begabung gesegnet wurde, begann dennoch nach vielem fleissigen und unermüdlichen Lernen und Beten die Bracha auf seinem Lernen zu ruhen. Bis ins hohe Alter blieb ihm das Gelernte nun glasklar im Gedächtnis!

Nach seiner Heirat mit Chana, der Tochter des Raws Nosson Dovid Hakohen von Amsana in Galizien, wurde er zum Raw und Admor in der Stadt Waschkowitz gewählt. Zwei Jahre danach übersiedelte er nach Sutschka, einen kleinen Vorort von Tschernowitz, wo er ebenfalls als Rabbiner amtierte.

Den fünften Nissan feierte der Admor jedes Jahr mit einer Dankes-Seuda, da er an diesem Tag befreit und gerettet wurde. Er erzählte dabei jeweils die Geschichte seiner Rettung, die während des schrecklichen Weltkriegs geschah: "Im Winter des Jahres 5705 (1945), gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, flüchteten wir aus Tschernowitz und kamen in die Stadt Balta in der Ukraine. Einige gutherzige Juden, die dort wohnten, kümmerten sich um uns und sorgten dafür, dass wir eine Unterkunft erhielten. Wir besassen nichts, nicht einmal Holz, um unsere kalten Glieder etwas aufzuwärmen. Dennoch war unser Allgemeinzustand relativ gut. Die Rebbetzen dachte sich, dass ein Tag kommen könnte, an dem sie auch von dort flüchten müssen. Sie riet uns deshalb, einen verborgenen Bunker zu bauen. Glücklicherweise hörten wir auf sie und eine Bunkertür wurde an einer verborgenen Stelle in der Wohnung eingebaut. Von dort aus gelangte man in den unterirdischen Bunker. Bald darauf folgten schreckliche Tage und so konnten sich 45 Personen in diesen Bunker retten und überleben."

Raw Jitzchak Eisig erzählte weiter: "Nachdem die Nazis versprachen, keinem Rabbiner etwas anzutun, hielt ich mich während des ganzen Tages in der Wohnung auf. Am fünften Nissan, während ich sass und Tehillim sagte, kamen fünf SS-Soldaten in die Wohnung. Der Offizier fragte mich: "Was tun Sie hier? Ich antwortete: "Ich bete zu G'tt!" Der Offizier daraufhin: "Gibt es denn einen G'tt?" "Mit Sicherheit!" gab ich ihm zur Antwort. Der Offizier wandte sich mir nun hochmütig zu und sagte: "Lass uns sehen ... !" Er nahm das Sefer Tehillim von mir weg und warf es aus dem Fenster heraus. Dann gab ihm einer der Nazis einen Strick und er band daraus eine Schlinge. Der Rascha wollte mir die Schlinge um den Hals binden. Ich versuchte mich zu wehren, jedoch liessen es meine Kräfte nicht zu. Dennoch fürchtete ich mich vor ihm nicht im Geringsten. Nachdem er mir den Strick umgebunden hatte, lachte er spöttisch und sagte: "So, jetzt kannst du beten!" Ich begann mit dem Widuj und der Offizier schaute nach oben ... Plötzlich schrie er: "Genug!" Ich setzte mich und er schaute noch zwei Minuten nach oben. Dann liess er seinen Kopf hängen und sagte seinen Soldaten: "Lassen wir ihn am Leben!" und sie nahmen mir den Strick vom Hals. Später hörte ich, wie der Offizier seinen Vorgesetzten sagte: "Ich hatte Angst, dass G'tt mich dafür bestrafen würde ... "

Nach diesem Ereignis ging der Raw auch in den Bunker. Einige Tage danach mussten sich die Deutschen zurückziehen, da sie von den Russen zurückgedrängt wurden.

Nach dem Krieg emigrierte Raw Jitzchak Eisig in die Vereinigten Staaten, zunächst nach East New York und Crown Heights und dann nach Boro Park, wo er sich engagierte, Juden zu ermutigen, ihre Geschäfte am Schabbat zu schliessen. Nach dem Tod seines Vaters 1973 machte er Alija und ging nach Tel Aviv, wo er die Leitung des Chassiduts seines Vaters übernahm. 1981 ging er nach Bne Brak und errichtete dort sein eigenes Bet Midrasch. Er rief auch ein Programm mit Namen "Shoneh Halachos" ins Leben, das Hunderte junge Männer animierte, Hilchos Shabbos zu lernen. Sehr viele Menschen kamen zu ihm, um Ratschläge und Brachot zu erhalten.

Raw Jitzchak Eisig starb im Jahre 2000 im Alter von 94 Jahren. Das Gebet vom fünften Nissan (mit der Erklärung "Mischpete Zedek") wurde vom Admor bis zum letzten Tag seines Lebens mit Liebe und Vorsicht aufbewahrt.

Hinweis

Der Artikeltext beruht in weiten Teilen auf einem Nachruf in der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 14. Juni 2013, Seite 20 (Autor: D. Goldschmidt).


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