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Ismael

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Dieser Artikel befasst sich mit Abrahams Sohn Ismael. Für weitere Bedeutungen siehe Ismael (Begriffsklärung) und Ismail.
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Datei:Expulsion of Ishmael and His Mother.png
Verstoßung Ismaels und seiner Mutter, Darstellung von Gustave Doré

Ismael (hebräisch: ישמעאל jischmaʿel, „Gott hört“), im Islam Ismail (arabisch ‏إسماعيل‎ Ismāʿīl), ist der Name einer Person des Tanach, des Alten Testaments und des Korans.

Ismael in der Bibel

Er war Abrahams Sohn von Hagar, einer Sklavin der Sara (Gen 16,15 EU). Er wurde mit seiner Mutter aus Abrahams Haushalt verstoßen, nachdem Abrahams Frau Sara den Sohn Isaak geboren hatte. Er lebte dann in der Wüste Pharan, wo er eine Ägypterin heiratete (Gen 21,8-21 EU). Zu Abrahams Begräbnis kehrte er noch einmal nach Kanaan zurück (Gen 25,9 EU), seine Tochter Mahalat wurde später die Frau Esaus (Gen 36,3 EU). Nach der Überlieferung starb er im Alter von 137 Jahren (Gen 25,17 EU). Er gilt als Stammvater der Araber. Somit repräsentiert die Gestalt Ismaels die ursprüngliche Verwandtschaft zwischen den Israeliten und den Arabern; er selbst wird als ein Typ des Beduinen geschildert.

Ismael im Koran

Hauptartikel: Ismail (Prophet)

Im Koran wird die Geschichte Ismaels anders interpretiert:

Abrahams erste Frau, Sara, konnte ihm in hohem Alter keine Nachkommen mehr schenken. Nach einer Offenbarung heiratete er deshalb Hagar, die Dienerin Saras. Während einer Reise in Südarabien gebar sie ihm den Sohn Ismael. Als sie den Ort des heutigen Mekka erreichten, erhielt Abraham von Gott in einer Offenbarung den Auftrag, Hagar und ihr Kind Ismael an diesem Ort zurückzulassen, der einmal für die Muslime der heiligste Ort auf Erden werden sollte. Abraham tat dies und zog weiter, mit der Überzeugung, dass Gott sich um die beiden kümmern würde.

Während in Gen 22 Isaak beinahe geopfert wird, findet sich im Koran keine Namensnennung. Während frühe Traditionen entweder Isaak oder Ismael in Betracht ziehen, gilt heute den meisten Muslimen als ausgemacht, dass es sich um Ismael gehandelt haben müsse.[1] Ismael gilt im Islam als Prophet und zusammen mit Abraham als Erbauer der Kaaba; allerdings sind keine spezifischen Prophezeiungen von ihm überliefert.

Durch Verschmelzung der Nachkommen seines Sohnes Adnan mit den südarabischen Nachkommen des Patriarchen Qahtan entstand das Volk der Araber, so die arabische Überlieferung. Ismael selbst war mit einer Nachkommin Dschorhams, eines Sohnes Qahtans, verheiratet. Nach islamischer Überlieferung wurde er in Mekka neben der Kaaba beigesetzt.

Ismael in Literatur und Kunst

Literatur

  • Bei Herman Melville steht Ismael für den aus der Gesellschaft Ausgestoßenen - zuerst in dem Roman Redburn und schließlich in Moby Dick, wo der Erzähler, dessen wahrer Name nicht mitgeteilt wird, sich Ismael nennt.
  • In Gustavo Martín Garzos Roman Der kleine Erbe trägt die Hauptfigur - ein Findling - den Namen Ismael.
  • Im Roman Ismael von Daniel Quinn philosophiert der Gorilla Ismael über die Menschen und deren Geschichte.

Malerei

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Einen Überblick zu frühen Positionen gibt F. Leemhuis: Ibrahim's sacrifice of his son in the early post-koranic tradition, in: E. Noort / E. J. C. Tigchelaar: The sacrifice of Isaac, Brill, Leiden 2002, S. 125-139. Umfassender Reuven Firestone: Abraham's Son as the Intended Sacrifice. Issues in Qur'anic Exegesis, in: Journal of Semitic Studies 34 (1989), 95-131 und bes. Reuven Firestone: Journeys in Holy Lands. The Evolution of the Abraham-Ishmael Legends in Islamic Exegesis, New York 1990.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Ismael aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.